Sie ist blond, laut und ein bayerisches Urgestein: Monika Gruber (50) gehört zu den bekanntesten Kabarettistinnen Deutschlands. Aufgewachsen in einem kleinen oberbayerischen Dorf, tauchte sie Anfang der 2000er Jahre zum ersten Mal im Fernsehen auf. Mit ihrer direkten Art und ihren derben Sprüchen eroberte sie schnell die Herzen der Fans. Heute ist die Bayerin, die am 29. Juni ihren 50. Geburtstag feiert, viel mehr als „nur“ Kabarettistin: Sowohl als Schauspielerin, Autorin und Unternehmerin feiert Monika Gruber große Erfolge.

Erfolg im TV

Monika Gruber wuchs zusammen mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof in Tittenkofen, im Landkreis Erding, auf. Mit 27 Jahren entschloss sie sich, eine Schauspielausbildung zu absolvieren. 2002 schaffte sie nach einigen Theaterengagements schließlich den Sprung ins Fernsehen: Als Kellnerin Monique trat sie in der Comedy-Reihe „Kanal fatal“ auf und mauserte sich zum Publikumsliebling. Danach tingelte sie im Bayerischen Fernsehen durch verschiedene Satire- und Kabarettsendungen. Sie war unter anderem Ensemblemitglied der Sketch-Reihe „Die Komiker“, stand zusammen mit Rick Kavanian (50) und Bruno Jonas (68) bei „Die Klugscheißer“ vor der Kamera und war regelmäßig Gast in Günter Grünwalds (64) „Grünwald Freitagscomedy“.

Grünwald und Gruber verstehen sich auch privat bestens: „Günter ist warmherzig, bescheiden, großzügig und unheimlich einfühlsam. Ich vertraue ihm zu 100 Prozent“, sagte die Kabarettistin 2013 im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. 2009 hatte das Dream-Team mit „Normal is des ned“ auch eine gemeinsame TV-Show im BR Fernsehen. Drei Jahre später folgte für Gruber mit „Leute, Leute!“ die erste eigene Sendung im ZDF. Dem Sender ist sie bis heute treu: Hin und wieder tritt sie in der „heute-show“ auf. Der unverwechselbare Humor von Monika Gruber ist preisgekrönt: Neben dem Bayerischen Kabarettpreis erhielt sie schon den Bayerischen Fernsehpreis, einen Bambi sowie den Bayerischen Verdienstorden.

Von der Kabarettistin zur Schauspielerin

Als Kabarettistin zieht Monika Gruber immer wieder mit verschiedenen Bühnenprogrammen durchs Land. „Ich stehe auf der Bühne, weil ich sonst nix anderes kann“, sagte sie 2020 in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“. Allerdings schlägt das Herz der 50-Jährigen auch weiterhin für die Schauspielerei. 2004 war Gruber an der Seite von Miroslav Nemec (67) und Udo Wachtveitl (62) im Münchner „Tatort: Sechs zum Essen“ in einer Nebenrolle zu sehen. Es sollte nicht ihr einziger Einsatz in dem Krimi-Format gewesen sein: Im neuen „Tatort: Kehraus“ mimt Gruber eine Vermieterin; die Ausstrahlung ist für 2022 geplant.

Ihre erste größere Rolle ergatterte sie 2008 in der BR-Serie „Der Kaiser von Schexing“. Kaum flimmerte die letzte Folge 2011 über die Bildschirme, startete für das Multitalent schon die nächste Produktion. Als Lokalreporterin Barbara Hansen machte sie in der ARD-Serie „Hubert und Staller“ den beiden Polizisten Franz „Hubsi“ Hubert (Christian Tramitz, 65) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau, 64) das Leben schwer. Nachdem von Lüttichau ausstieg, wurde die Serie 2019 in „Hubert ohne Staller“ umbenannt, Gruber blieb weiterhin an Bord. In der Polizistenserie „München 7“ war sie ebenfalls Teil des Casts. Auf die große Kinoleinwand schaffte es Gruber 2011 mit der Komödie „Eine ganz heiße Nummer“. Mit Produktionen wie „Winterkartoffelknödel“ (2014) oder „Das Pubertier – der Film“ (2017) verfestigte sich ihr Status als Filmschauspielerin.

Monika Gruber als erfolgreiche Autorin

Dass Monika Gruber gut mit Wörtern umgehen kann, stellte sie auch mit zwei Büchern unter Beweis. In ihrem ersten Werk „Man muss das Kind im Dorf lassen“ (2014) berichtete sie von ihrer Kindheit und Jugend auf dem Land. 2020 setzte sie sich mit dem deutschen Journalisten Andreas Hock (46) zusammen. Das Ergebnis: „Und erlöse uns von den Blöden – vom Menschenverstand in hysterischen Zeiten“. Das Buch landete auf Platz eins der „Spiegel“-Bestsellerliste. Drehbücher zählen ebenfalls zum Repertoire der 50-Jährigen: „Ich werde zusammen mit Thomas Lienenlüke an meinem bereits angefangenen Drehbuch weiterschreiben“, verriet sie Ende 2020 dem „Münchner Merkur“.

Das neue Standbein der Oberbayerin

Kreativität bewies Monika Gruber im Corona-Lockdown: Da ihre Auftritte verschoben oder abgesagt wurden, baute sie sich kurzerhand ein weiteres Standbein auf. Auf ihrer eigenen Webseite verkauft die Geschäftsfrau so ziemlich alles – von Kerzen über T-Shirts bis hin zu verschiedenen Weinsorten. Models für Schmuck und Co. braucht die Kabarettistin dafür nicht, sie stellt sich selbst vor die Kamera und präsentiert ihre Ware.

Beruflich läuft für Monika Gruber alles rund – privat ebenfalls. Seit über zwei Jahren ist Rennsport-Manager Thomas Überall der Mann an ihrer Seite. Die beiden führen eine Fernbeziehung, wie sie in der WDR-Sendung „Kölner Treff“ verriet. Warum es mit den beiden so gut funktioniert? „Das Geheimnis unserer Beziehung ist, dass mein Mann ein bisschen schlecht hört. Er hört nicht alles, was ich sage“, witzelte Gruber. Ihr Liebesleben hält die 50-Jährige normalerweise weitestgehend aus der Öffentlichkeit raus. Und auch wenn es teilweise den Anschein macht, alles hat Monika Gruber nicht in ihrem Leben. So ärgere sie sich bis heute, „kein Kind bekommen zu haben“, erklärte die Kabarettistin kürzlich im Gespräch mit dem Magazin „Approved“.

(amw/spot)