Long Covid wird allgemeinhin als Bezeichnung gewählt, um Symptome wie anhaltende Müdigkeit, Atemnot, Gehirnnebel und Depressionen zu beschreiben, die häufig auch lange nach einer Infektion mit dem Corona-Virus auftreten. Wie viele Menschen davon tatsächlich betroffen sind, zeigt nun eine Langzeitstudie aus Wuhan.

Long Covid könnte zum Problem werden

Tatsache ist, dass das Virus auch nach der Genesung, weiterhin Schaden im Hinblick auf die Gesundheit ehemaliger Patient:innen anrichten kann. Wenngleich die Pandemie noch nicht vorbei ist, versuchen Forscher:innen schon jetzt die Folgen abzuschätzen.

Eine chinesische Studie, die in der Fachzeitschrift The Lancet erschien, zeigt nun, dass rund die Hälfte ehemaliger Corona-Krankenhauspatient:innen noch von Langzeitfolgen betroffen sind. Auch ein Jahr später. Patient:innen mit einem besonders schweren Verlauf, die auf der Intensivstation lagen, sind dabei deutlich häufiger von Long Covid betroffen.

Die Forscher:innen wollten unter anderem wissen, wie es um die Fähigkeit zuvor mit Covid erkrankter Menschen steht, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Damit wollen herausfinden, wie sich die Pandemie auf die Gesellschaft und auf die Wirtschaft auswirkt.

Genesung kann länger als ein Jahr dauern

1300 Krankenakten aus Wuhan wurden im Zuge der Studie ausgewertet. Zudem wurden Daten sechs und zwölf Monate nach dem Ende der Behandlung gesammelt. Es zeigte sich, dass 68 % der ehemaligen Covid-Patient:innen ein halbes Jahr später mindestens noch ein verbleibendes Symptom oder eine Folgeerkrankung hatten.

Nach einem Jahr waren es noch 49 %. Müdigkeit, Muskelschwäche, Schlafstörungen, Herzklopfen, Gelenk- und Brustschmerzen sind die häufigsten dieser Long Covid-Symptome. Auch war ein leichter Anstieg von psychischen Auffälligkeiten wie Angstzuständen und Depressionen zu verzeichnen.

Nichtsdestotrotz konnte die Studie auch aufzeigen, dass 88 % der Betroffenen nach einem Jahr ins Berufsleben zurückgekehrt sind. Dennoch macht diese Studie deutlich, dass die Genesung von COVID-19 zum Teil länger als ein Jahr dauern kann. Diese Erkenntnis ist vor allem für die Gesundheitssysteme wichtig, die sich darauf einstellen müssen, dass es auch nach der Pandemie zu einem erhöhten Nachsorge-Aufwand kommen wird.

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