Koffein konsumieren die meisten Menschen in Deutschland täglich oder mindestens einmal pro Woche. Der erfasste Wert für den Konsum von Cannabis liegt deutlich darunter. Auf den ersten Blick haben Kaffee und Cannabis nichts gemeinsam, doch Forscher haben nun Zusammenhänge zwischen beiden Substanzen entdeckt. Wie sich die Kombination auf deinen Körper auswirkt, erfährst du hier. 

Cannabis und Kaffee: Wie wirkt sich Kaffee auf unseren Stoffwechsel aus?  

Der morgentliche Kaffee gehört für die meisten Haushalte am Morgen als Wachmacher dazu. Dass Kaffee auf viele Menschen eine aufputschende Wirkung hat, ist allgemein bekannt. Kaffee beeinflusst außerdem die Stoffwechselvorgänge in unserem Körper. Eine Studie aus dem Jahr 2018 hat die tatsächlichen Auswirkungen von Kaffee auf den Stoffwechsel untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass durch den Kaffeekonsum die sogenannten Metaboliten (Zwischenprodukte des Stoffwechsels) beeinflusst wurden. Einige davon waren völlig neu für die Forschung. 

Die Forscher kamen zu dem Entschluss, dass unser Körper dazu neigt, die Produktion von Endocannabinoiden in Stresssituationen zu reduzieren, wenn du Kaffee konsumierst. Als Endocannabinioden bezeichnet man körpereigene Cannabinoide oder endogene Cannabinoide. Das sind Cannabis-ähnliche Substanzen, die der menschliche Organismus selbst produzieren kann und Teil des Endocannabinoidsystems sind.  

Unser Endocannabinoid-System (körpereigene Cannabinoidsystem) gehört zum Nervensystem im menschlichen Körper. Wenn von „endogen“ gesprochen wird, geht es um Prozesse im Körper, die nicht auf äußere Einflüsse zurückgeführt werden können.  

Koffein sorgt außerdem laut Experten:innen im Körper dafür, dass der Zufluss von Adenosin in das Gehirn gehemmt wird. Bei Adenosin handelt es sich um eine chemische Substanz, die Bestandteil verschiedener energiereicher Verbindungen ist. Unter anderem ist Adenosin für Müdigkeits- und Entspannungsgefühle zuständig. Koffein kann Adenosin imitieren und blockiert die entsprechenden Rezeptoren, die an Adenosin binden. So kommt es am Ende auch zu dem „Koffeinkick“ am Morgen. 

Frau mit Espresso
Kaffee am Morgen gehört für die meisten Menschen dazu. Foto: Pexels / lya Kobruseva

Wie wirkt sich Cannabis auf unseren Stoffwechsel aus?  

Cannabis hat genau die gegenteilige Auswirkung auf unserem Körper wie Kaffee: Bei dem Konsum von Cannabis, fühlen sich die meisten Menschen entspannt.  Außerdem wird Cannabis mit kurzzeitigem Erinnerungsvermögen assoziiert, wobei Koffein unserem Gedächtnis kurzzeitig auf die Sprünge helfen kann.  

Wenn Cannabis konsumiert wird, binden sich laut Expert:innen die Cannabinoide an die Rezeptoren des Endocannabinoidsystems.  Das führt dazu, dass sie unterschiedliche Reaktionen im Körper auslösen, wie zum Beispiel eine schmerzlindernde Reaktion, weil vermehrt die Hormone Serotonin oder Dopamin ausgeschüttet werden. Außerdem kann sich der Cannabiskonsum beispielsweise in Form von Heißhungerattacke auf unseren Stoffwechsel auswirken. 

US-Forscher:innen erklärten in der Studie, dass der tägliche Kaffeekonsum dazu führt, dass sich die Dichte der Neurotransmitter im Endocannabonidsystem verringert. Das könnte bedeuten, dass die gleichzeitige Einnahme von Kaffee und Cannabis dazu führen könnte, dass die Cannabinoide schlechter bzw. in geringerer Anzahl an die Rezeptoren im Endocannabinoidsystem andocken. Infolgedessen wäre beispielsweise die Hemmung von Heißhungerattacken möglich. 

Die Cannabinoide wie THC oder CBD in der Cannabispflanze wirken unterschiedlich auf das Gehirn, das zentrale Nervensystem und das Endocannabinoidsystem. Auch die Cannabinoide binden an verschiedene Rezeptoren, um ihre Wirkung zu entfalten. Jeder Mensch reagiert allerdings anders auf THC, da die Wirkung von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Dosierung abhängig ist. 

Wie wirkt Koffein mit Cannabis? 

Koffein und Cannabis haben demnach zum Teil gegenteilige Wirkungen auf unseren Körper, können aber in Kombination einiges auslösen. Die meisten Auswirkungen lassen sich aus der Kombination von Ergebnissen aus Studien ableiten, die entweder zu Koffein oder Cannabis entstanden sind. 

1. Gedächtnisprobleme 

Eine Studie aus dem Jahr 2012 belegt, dass Kaffee und Cannabis Gedächtnisprobleme fördern können. Gerade bei jungen Menschen, deren Gehirn noch in der Entwicklung steckt, kann die Kombination problematisch sein. 

2. Koffein kann THC-Auswirkungen blocken 

Wenn du viel Kaffee trinkst, kannst du laut einer Studie aus dem Jahr 2011 gegenteilige Effekte verspüren zu einem Zustand, in dem man „high“ wäre. 

Hände mit Kaffeebecher
Die Kombination ist nicht immer gegenteilig. Foto: Pexels / Rachel Claire

3. Beide Stoffe können Euphorie auslösen 

Laut Forscher:innen lösen sowohl Koffein als auch Cannabis Euphorie in uns aus. Allerdings tun sie das auf verschiedene Weisen an verschiedenen Stellen im Gehirn. Zusammen kann es demnach zu einer gesteigerten Euphorie führen. 

4. Weniger Hektik  

Fühlst du dich nach dem Kaffeekonsum manchmal auch ein wenig zitterig? Da Cannabis den genau gegenteiligen Effekt zu Koffein hat und unser Nervensystem eher verlangsamt erscheinen lässt, kann Cannabis zur Folge dieser Studie, die aufputschende Wirkung von Kaffee lindern. 

5. Gesteigerter Bluthochdruck 

Beide Stoffe allein können Herzprobleme und einen erhöhten Plusschlag hervorrufen. In Kombination laut Experten:innen steigert sich das Risiko dafür. 

Cannabis und Kaffee: Eine gegenteilige Mischung

Wenn Kaffee und Cannabis zusammen konsumiert wird, schließen sich die gegenteiligen Wirkungen laut Expert:innen nicht gegenseitig aus. Viel mehr können sie sogar gemeinsam auftreten. Wir können demnach beispielsweise Kurzzeitgedächtnisprobleme haben und trotzdem fit sein.  

Die tatsächlichen Auswirkungen sind allerdings noch nicht vollends erforscht. Fest steht bisher nur, welche Auswirkungen die Stoffe einzeln auf unser System haben und welche sie in Kombination haben könnten. Wie sich letztendlich der Konsum von Cannabis in unterschiedlich großen Mengen Kaffee auswirkt, hängt von verschiedenen Faktoren und vor allem von der Person ab.  

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