In der Debatte ums Gendern haben sich in den vergangenen Monaten auch immer mehr Prominente geäußert. Jürgen von der Lippe (73) hat sich nun im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ gegen das Gendern ausgesprochen. In der Debatte geht es unter anderem darum, wie männliche Formen in der deutschen Sprache angepasst werden können, um diese inklusiver zu machen – etwa durch das Nutzen eines Sternchens (Beispiel: Bürger*innen).

„Das stimmt doch alles hinten und vorne nicht“

Der 73-Jährige erklärt, was ihn daran stört: „Wenn ich selbst queer wäre, also schwul, lesbisch, bi-, trans- oder intersexuell, wäre ich beleidigt, dass ich nur von so einem kleinen Zeichen repräsentiert werden soll.“ Zudem frage die Entertainer-Legende sich, „was mit all den anderen Menschen ist, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind“.

Was sei etwa „mit Ausländern oder Behinderten? Wie gehen wir mit ihnen um? Sollen wir für sie auch etwas einführen? Ein Emoji vielleicht? Das stimmt doch alles hinten und vorne nicht.“ Jürgen von der Lippe frage sich, warum man nicht einfach weiterhin das generische Maskulinum nutze, denn damit könne sich „jeder zu Hause fühlen“. Für von der Lippe sei es „ein Skandal, dass Universitäten verlangen, dass Arbeiten von den Studenten gegendert und so in einem falschen Deutsch eingereicht werden“.

Auch wenn es nach „alter weißer Mann“ klinge und er wisse, dass diese mancherorts als Grund für Übel wie dem Klimawandel gelten, steht der Entertainer dazu. „Na und, ich bin ein alter weißer Mann. Nur wenn man es als Dreifach-Diskriminierung nutzt, ist es unzulässig.“ Er dürfe Aufgrund seines Geschlechts, seines Alters und seiner Hautfarbe „nicht beleidigt werden. Da muss schon gleiches Recht für alle gelten“.

Sprache wird „verschandelt und verhunzt“

Am 10. Januar erscheint von der Lippes neues Buch „Sex ist wie Mehl“ (Penguin Verlag). Darin gehe es zwar immer wieder auch um Sex, Sexismus könne man ihm jedoch „nun wirklich nicht vorwerfen. Schließlich kriegen ja immer die Männer von mir einen auf den Deckel“, meint von der Lippe. „Ich bin ja auch Feminist und finde es toll, was die Frauen in den letzten 70 Jahren alles erreicht haben und ganz ohne Gendern.“

Mit dem Gendern werde „die Sprache verschandelt und verhunzt“, erzählt von der Lippe zudem im Interview mit „t-online“. Er bekomme etwa Ohrenschmerzen, wenn er Moderatorinnen und Moderatoren im Fernsehen oder Radio gendern höre. „Selbstverständlich bin ich für die gleiche Bezahlung von Mann und Frau. Aber die Sprache wird dieses Problem nicht lösen“, meint der Entertainer weiter. „Im Gegenteil: Die Mehrheit wendet sich ab, fühlt sich gegängelt. Auch ich fühle mich persönlich angegriffen, wenn man meine Sprache ganz bewusst und willentlich verhunzt.“

(wue/spot)