Die Booster-Impfung wird gerade in ganz Deutschland verimpft. Gut ein Drittel der bereits geimpften Personen haben milde oder stärkere Nebenwirkungen dabei verspürt. Eine US-Amerikanische Studie hat nun herausgefunden, dass der Nocebo-Effekt allerdings bei gut 50 % der Menschen anschlägt.

Nocebo-Effekt bei der Corona-Impfung

Das Forscher:innenteam rund um Dr. Julia Haas des Beth Israel Deaconess Medical Centers in Boston fanden in einer Metaanalyse heraus, dass etwa jede dritte Corona-Placebo-Impfung zu Nocebo-Wirkungen führt. Außerdem ist auch die Hälfte der gewöhnlichen Nebenwirkungen einer echten Impfung auf den sogenannten Nocebo-Effekt zurückzuführen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal JAMA Network Open.

Was ist der Nocebo-Effekt? Wir alle kennen den Placebo-Effekt. Dieser entsteht im Körper, wenn wir beispielsweise ein eigentlich deckungsloses Medikament bekommen, daran aber so stark glauben, dass es dennoch Wirkung zeigt. So kann es auch andersherum sein: Ein wirkungsloses Medikament kann Nebenwirkungen auslösen.

Nocebo-Nebenwirkungen: Wie verlief die Studie?

In der Analyse wurden sich die Daten von insgesamt 45.380 Proband:innen angeschaut. Diese hatten 22.578 Placebo-Injektionen bekommen, der Rest war mit einer echten Corona-Impfung geimpft worden. Von der Placebogruppe hatten 35,2 % Nebenwirkungen. Die andere Gruppe hatte zu 46,3 % Nebenwirkungen. Nach der zweiten Impfung hatten 31,8 % der Placebogruppe und 61,4 % der Impfgruppe Nebenwirkungen.

Diese Nebenwirkungen hatten die Empfänger:innen der Placebo-Impfung:

  • Kopfschmerzen (19,3 %)
  • Müdigkeit (16,7 %)
  • lokale Reaktionen wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle (16,2 %)

Keine Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung? Was bedeutet das für uns?

Die Untersuchung kann uns als Impfempfänger:innen ein wenig Entspannung bringen. Gut 50 % der leichten Impfnebenwirkungen sollen ihr zufolge an dem Nocebo-Effekt liegen. Dieser trägt dazu bei, dass man als gerade geimpfter Mensch alltägliche Gefühle, Wehwehchen und Gebrechen mehr Aufmerksamkeit schenkt. So machen wir sie unterbewusst zu einem Problem oder zu einer Beschwerde.