Kleeschen, Samichlaus, Tag der spanischen Verfassung – und Nikolaustag: Der 6. Dezember hat in vielen Ländern eine große Bedeutung. Während er hierzulande nur ein Gedenktag ist, ist er in anderen Ländern sogar ein gesetzlicher Feiertag. Hinter so manchem Brauch steckt außerdem eine wahre Geschichte. Das sind die spannendsten Fakten rund um den Nikolaustag.

Den Nikolaus gab es wirklich

Der Nikolaustag verdankt seinen Namen dem heiligen Bischof von Myra. Der wurde im dritten Jahrhundert im Südwesten von Antalya, der heutigen Türkei, geboren und erhielt den Namen Nikolaus. Dieser stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Sieg des Volkes“.

Heiliger Bischof mit 19

Mit gerade einmal 19 Jahren wurde Nikolaus von Myra von seinem Onkel zum Priester geweiht. Sein Ruf als Heiliger kam nicht von ungefähr. Nikolaus war für seine guten Taten bekannt, verteilte sein Vermögen an die Armen.

Der Stiefelbrauch hat Geschichte

Aus seinen Heldentaten entstand auch der traditionsreiche Brauch mit dem Stiefel. So hat Nikolaus von Myra mehrere junge Frauen vor der Prostitution bewahrt, indem er nachts Geld in Schuhen und Socken durch den offenen Kamin geschmuggelt hat.

Warum der 6. Dezember?

Nikolaus von Myra soll angeblich am 6. Dezember 343 n. Chr. verstorben sein. Als Dank für seine Heldentaten soll man ihm jedes Jahr an genau diesem Tag gedenken.

Feiertag in Spanien und Finnland

Während der 6. Dezember in Deutschland lediglich als Gedenktag angesehen wird, ist er in Finnland und Spanien ein gesetzlicher Feiertag. In Spanien trat am 6. Dezember 1978 die neue Verfassung in Kraft, die sogenannte Dia de la Constitucion. In Finnland hingegen zelebriert man an diesem Tag die Unabhängigkeit vom russischen Reich. In Luxemburg nennt man den Nikolaustag Kleeschen, Kinder der Vor- und Grundschule haben dort am 6. Dezember frei.

Bräuche in aller Welt

Im Norden und Osten Frankreichs ehrt man den „Saint Nicolas“ am ersten Dezemberwochenende mit einer großen Fackelprozession und einer feierlichen Messe. Wie in Deutschland bringt er auch hier den Kindern Geschenke und Süßes – und das in Begleitung seines in schwarz gekleideten Helfers „Père Fouettard“ (dt. Papa Peitsche), dem französischen Knecht-Ruprecht-Pendant.

In den Niederlanden kommt der „Sinterklaas“ schon Mitte November mit dem Schiff aus Spanien – wo er der Legende nach die restliche Zeit des Jahres verbringt. Er zieht dann wochenlang durch die Lande und verteilt mit seinem Helfer „Zwarte Piet“ (dt. Schwarzer Peter) Pfeffernüsse, Goldmünzen und Schokoladenbuchstaben an die Kinder. In den Niederlanden ist der Nikolaustag sogar wichtiger als der Heilige Abend.

In der Schweiz kommt der „Samichlaus“ in Begleitung des „Schmutzli“ und bringt den Kindern einen Sack mit Mandarinen, Nüssen und Lebkuchen. Unartige Kinder müssen fürchten, selbst im Sack zu landen. In Österreich kommt der „Nikolo“ samt einem ganzen Rudel finsterer Gestalten, den „Krampussen“. Um den 6. Dezember werden in vielen österreichischen Städten sogenannte Krampusläufe veranstaltet. In der Heimat des Nikolaus, der Türkei, ist der Heilige heute als „Noel Baba“ beliebt – er bringt die Geschenke allerdings erst zu Silvester.

(ncz/eee/spot)