Die Mietspiegel in Deutschland steigen und steigen. Sie scheinen in vielen Städten ein Fass ohne Boden zu sein. Die meisten Menschen können nur hilflos daneben stehen und zuschauen, wie sich ihre Mieten und die ihrer Nachbarn stets erhöht. Denn wirklich etwas tun können sie dagegen nicht. Es sind jedoch nicht alle Städte von dieser Explosion der Mieten betroffen. Einige deutsche Städte bieten noch immer recht günstigen Wohnraum an. Wir haben uns schlaugemacht und wollen euch einige Tipps geben, in welche anderen Städte es sich demnächst immer mehr lohnen wird, umzuziehen. Darunter sind einige alte Bekannte, aber auch ein echter Geheimtipp.

Welche Städte sind die günstigsten in Deutschland?

Die durchschnittlichen Mietpreise in Deutschland errechnen sich nach der Kaltmiete und dem Mietspiegel. Der Mietspiegel ist ein Richtwert, an dem man festmachen kann, wie hoch oder niedrig die Mietpreise für vergleichbare Wohnungen in der unmittelbaren Umgebung sind. Dabei spielen natürlich auch die Ausstattung und die Lage eine entscheidende Rolle.

Derzeit sind die günstigsten Mieten in Deutschland vor allem in den neuen Bundesländern, der ehemaligen DDR. Auch im Ruhrgebiet sind die Mietpreise sehr günstig. Hier ist die durchschnittliche Miete gut 1/3 bis 1/4 so hoch wie in Städten wie Berlin (16 € pro Quadratmeter) oder München (21 € pro Quadratmeter).

Willst du in eine andere Stadt ziehen? Dann schau nach den günstigsten und schönsten Städten Deutschlands. Credit: Hinterhaus Productions

Neue Bundesländer

  • Magdeburg, durchschnittliche Kaltmiete: 5,60 €
  • Chemnitz, durchschnittliche Kaltmiete: 5,00 €

Ruhrgebiet

  • Recklinghausen, durchschnittliche Kaltmiete: 5,56 €
  • Remscheid, durchschnittliche Kaltmiete: 5,51 €
  • Duisburg, durchschnittliche Kaltmiete: 5,50 €
  • Herne, durchschnittliche Kaltmiete: 5,46 €
  • Gelsenkirchen, durchschnittliche Kaltmiete: 5,21 €
  • Hagen, durchschnittliche Kaltmiete: 5,20 €

Andere

  • Salzgitter, durchschnittliche Kaltmiete: 5,10 €
  • Bremerhaven, durchschnittliche Kaltmiete: 5,00 €

Die günstigsten Städte Deutschlands sind trügerisch

Seid euch darüber im Klaren, dass auch die Einkommen in diesen Städten meist eher gering sind. Das Leben mag günstig sein, gleichzeitig bekommen Arbeitnehmer:innen aber auch nicht besonders viel Geld zum Leben. In Städten wie Hamburg oder Köln sind die Gehälter deutlich höher, weswegen sich die Menschen hier auch eine teurere Wohnung leisten können. Zum Vergleich: In Berlin liegt das Durchschnittsgehalt bei 3.980 € brutto für Angestellte. In Hamburg liegt es bi 4.966 €. In Chemnitz dagegen liegt es bei ungefähr 2.700 €. Das sind wirklich große Unterschiede.

Ein Ausweg: Homeoffice

Seit Corona haben die meisten von uns gemerkt, dass das Homeoffice eine echte Alternative zum normalen Arbeiten in einem Büro ist. Klar kann man nicht in jedem Job ins Homeoffice gehen, denn bei manchen Arbeitgeber:innen muss man einfach vor Ort sein.

Doch das Homeoffice hat uns die Möglichkeit des Remote-Arbeitens näher gebracht. Dezentral arbeiten zu können, würde in Deutschland einen echten Unterschied bedeuten: Die Menschen können leben, wo sie wollen und sind nicht an eine bestimmte Stadt gebunden. Manche von uns werden vielleicht auf eine einsame Insel ziehen wollen und von dort auf am Laptop arbeiten. Andere wollen in eine andere Stadt umziehen oder aufs Land. All das ist mit Remote Work möglich.

Geheimtipp zum Umziehen: Hier sind die Mieten günstig und das Wohnen ist wunderschön

Wir haben bereits die günstigen Städte Deutschlands kennengelernt. Jede für sich hat ihren ganz eigenen Charme, doch wir wollen euch noch einen echten Geheimtipp zum Wohnen mit auf den Weg geben: die Stadt Wuppertal. Viele kennen sie nur wegen der Schwebebahn – die einzige ihrer Art auf der gesamten Welt.

Wuppertal hat einen Mietspiegel von gut 7 €, ist also sehr günstig. Allerdings ist das Wohnen hier wirklich wunderschön: Die Landschaft ist grün, die Stadt ist pittoresk und die Wohnhäuser bestehen zum großen Teil aus alten Villen reicher Geschäftsleute. Wuppertal wurde dank der Industrie im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört (Das Tal an der Wupper war einfach zu vernebelt, als dass die alliierten Bomber hier viel hätten sehen können.) So besteht die Stadt aus wunderschönen Altbauten, in die man einziehen kann.

Psst: Besser nicht weitersagen, sondern direkt eine Wohnungsanfrage stellen, sonst ist es dort bald genauso teuer wie überall sonst.