Die einen, wie Donald Trump mit seinem nach ihm benannten „Trump Tower“ in New York, setzen sich mitten in der Stadt ein Denkmal. Andere, wie Automagnat Henry Ford, versuchten ihr Bauglück im tiefsten Dschungel: Fordlandia war ein ehrgeiziges Projekt, das grandios scheiterte.

Eine florierende Stadt im Urwald von Brasilien sollte sie werden: Fordlandia entpuppte sich am Ende als 25-Millionen-Dollar-Grab. Doch zunächst fing alles recht vielversprechend an. In den 1920er-Jahren erwarb die Ford Motor Company ein 10.000 Quadratkilometer großes Stück Land am Rio Tapajós in Amazonien. Man wollte dort eine Kautschukplantage errichten und so Rohmaterial für Autoreifen, Scheibenwischer und Co. gewinnen, die dann in Fords Automobilen verbaut werden sollten – soweit der Plan.

Henry Ford ging die Errichtung der Stadt mit einem guten Schuss Naivität an: Er verzichtete auf Experten und versuchte den einheimischen Arbeitern, die dort leben sollten, die US-amerikanische Lebensweise aufzuzwingen: Man konnte sich nicht an das Modell der Stechuhr gewöhnen, auch fand die amerikanische Küche wenig Anklang. Der ganze Unmut gipfelte letztendlich in einem Aufstand, der vom brasilianischen Militär niedergeschlagen wurde.

Walt Disney drehte Werbefilm „The Amazon awakens“

Auch aus der Gummigewinnung durch die Kautschukplantage wurde nichts. Die Bäume wurden zu dicht gepflanzt und schließlich von Schädlingen und Pilzen befallen. Bis auf ein paar einzelne Proben, konnte keine nennenswerten Mengen gewonnen werden. Mit der Zeit wurden die Investoren ungeduldig und begannen dem Projekt „Fordlandia“ ihre Unterstützung zu entziehen.

Nachdem Henry Fords Sohn die Stadt für ein symbolisches Butterbrot an Brasilianer verkaufte, sind von den asphaltierten Straßen, Schulen und Lebensmittelläden heute nur noch Ruinen übrig. Daran konnten weder die wenigen Bewohner, noch der von Walt Disney gedrehte Werbefilm „The Amazon awakens“ etwas ändern.

(kms/spot)