Faszien umschließen unsere Muskeln und Organe. Sie sind wie ein Netz, das den ganzen Körper durchzieht und alles zusammenhält. Die weißen, fast durchsichtigen Faszien bestehen aus Kollagen, Wasser, Zucker und Eiweißen. Das Gewebe besitzt viele Schmerzrezeptoren, die Signale ans Gehirn senden. Zudem speichert es rund ein Viertel des gesamten Körperwassers.

Faszien können allerdings Schmerzen verursachen, wenn sie verklebt, verdreht oder verhärtet sind. Dafür kann eine Fehlhaltung, Bewegungsmangel oder eine falsche Belastung die Ursache sein. Die Folge sind Verspannungen in der Nacken-, Schulter- oder Rückenmuskulatur. Mit Faszien-Training können diese wieder gelöst werden.

Schmerzen wegrollen

Ziel des Trainings ist es, den Körper stabil und entspannt zu halten. Das Bindegewebe soll elastisch und belastbar, flexibel und geschmeidig werden. Am besten bereits am Morgen mit dem Training beginnen: Ausgiebig strecken, um die Faszien sowie Muskeln zu dehnen, ist dann angesagt.

Eine Faszienrolle ist ebenfalls eine gute Möglichkeit: Mit der Hartschaumrolle über die Muskeln der Arme, Beine oder Rücken rollen und dadurch die Verklebungen lösen. Für die Waden eignet sich ein Tennisball. Einfach so lange rollen, bis der Schmerz langsam abnimmt. Immer auf Schmerzpunkte, sogenannte „Triggerpunkte“, achten und diese gezielt ausrollen. Es kann zwar etwas unangenehm werden, Schmerzen sind allerdings dabei normal. Jedoch nicht übertreiben – Höllenqualen sollten es nicht sein.

Mit Yoga die Faszien dehnen

Yin Yoga eignet sich hervorragend dafür, Verklebungen der Faszien zu lösen. In dieser Form des Yogas werden die Positionen länger gehalten – in der Regel zwei bis fünf Minuten pro Asana. Es geht vor allem um Entspannung und ums Loslassen, weniger um die perfekte Ausführung. Die einzelnen Übungen werden überwiegend liegend und sitzend ausgeführt, was den Yoga-Stil sehr passiv macht. Die Dehnung der Muskeln steht beim Yin Yoga ganz klar im Vordergrund.

(amw/spot)