Wer regelmäßig mit der Deutschen Bahn fährt, der lästert auch regelmäßig darüber, dass sie immer, wirklich immer (oder wenigstens doch meistens) zu spät kommt. Wir wollen hier niemanden in die Pfanne hauen, aber wir müssen trotzdem die Zahlen nennen: Die Deutsche Bahn hatte im Jahr 2019 auf der Strecke zwischen Berlin und Hannover eine Verspätungsrate von gut 50%, so berichtete damals das Handelsblatt. Es spielt sich also nicht nur in unseren Köpfen ab, dass die Bahn ein echtes Problem mit Verspätungen hat. Aber woran liegt das wohl? Wir haben herausgefunden, wofür ein großer Teil der Unpünktlichkeiten der Bahn herrührt.

Warum kommt die Bahn immer zu spät?

Die Bahn hat einige Problemchen und steht seit Jahren vor der Mammutaufgabe, sie alle zu lösen. Das scheint aber durchaus schwerzufallen. Die Deutsche Bahn äußerte sich natürlich bereits zu dem Vorwurf, dass sie immer zu spät kämen. Die Wirtschaftswoche berichtete bereits, dass der Deutschen Bahn durchaus bewusst sei, dass sie die meisten ihrer Verspätungen selbst zu verschulden habe. Der Grund sind fehlerhafte Züge und alte Gleise.

Die Bahn kommt zu spät wegen: Fehlerhafter Züge

Eine interne Statistik der Bahn lässt uns verstehen, wie die Strukturen im Bahnkonzern funktionieren. Aus dieser geht hervor, dass die meisten Züge der Deutschen Bahn komplett fehlerhaft sind: Im Schnitt werden die Züge mit 45 Fehlermeldungen (von der Kaffeemaschine bis zu ausgefallener Elektronik) in die Werkstatt gebracht.

Dort werden die Züge von den Fahrzeuginstandhalter:innen notdürftig geflickt. Allerdings sind schon hier die Verspätungen ein Problem: Die Bahnen kommen nicht pünktlich in der Werkstatt an, so haben die Handwerkenden weniger Zeit, um die Bahnen zu reparieren. Sie können nur die gröbsten Fehler beseitigen und lassen die Züge dann wieder zurück auf die Schienen rollen. Im Schnitt haben die Bahnen nach einer Wartung noch immer 21 Fehler. Es ist ein Teufelskreis.

Die Bahn kommt zu spät wegen: Alter Gleise

Der zweite Grund, warum die Deutsche Bahn sich immer zu verspäten scheint, sind alte Gleise. Deutschlands Schienen wurden zum großen Teil im Jahr 1995 gebaut und sind heute bereits ziemlich veraltet. Seit Jahren ist die Bahn und der Staat bereits dabei, das Schienennetz zu erneuern und zu verbessern. Das ist aber gar nicht so einfach, denn die Schienen sind gleichzeitig im Dauerhochbetrieb. Verrückterweise ist das Schienennetz sogar um gut 14 % geschrumpft, während der Personen- und der Güterverkehr um gut 200 % angestiegen sind. Neue Bahnschienen zu verlegen ist leider teuer und zeitaufwendig.

Es müssen außerdem diverse Stellen in dem gut 33.000 Kilometer langen Streckennetz erneuert werden, so berichtete die Tagesschau gestern Abend. Der Bund und die Bahn entschieden sich aber nun endlich für einen langfristigen Plan: Bis 2030 sollen 280 Millionen Euro in den Aufbau der Bahnschienen gesteckt werden. Danach sind hoffentlich die gröbsten Fehler beseitigt und die Bahn kann pünktlicher werden.

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