Das Bundesarbeitsgericht hat vor kurzem beschlossen, dass Vertrauensarbeit verboten werden soll und Arbeitgeber:innen von nun an die Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer:innen erfassen müssen. Diese Entscheidung hat natürlich Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer:innen, denn durch die Arbeitszeiterfassung fällt natürlich ein gewisses Maß an Flexibilität weg. Wir haben uns mal angeschaut, wie du diese Flexibilität immer noch beibehalten kannst.

Arbeiten vortäuschen im Homeoffice: Bringt das was?

Einer der Vorteile von Vertrauensarbeit ist, dass man nach seinem eigenen Rhythmus arbeiten kann. Das heißt, wenn man früh morgens besser arbeitet, steht man einfach früh auf, erledigt seine Arbeit und hat dafür früh auch schon Feierabend. Solange die Arbeit gemacht wird, war die Arbeitszeit egal. Mit der neuen Vorschrift müssen sich Arbeitnehmer:innen an ihre vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten halten und ihrem oder ihrer Vorgesetzten Bescheid geben, wann sie anfangen und aufhören.

Während dieser Zeit muss man auch im Homeoffice immer verfügbar sein, entweder per Telefon oder per E-Mail. Und genau wie bei der Vertrauensarbeit muss hier auch die Arbeit erledigt werden. Vortäuschen zu Arbeiten ohne seine Arbeit zu erledigen bringt hier also gar nichts. Trotzdem gibt es ein paar Tipps, wie du nach deinem Rhythmus arbeiten kannst.

1. Teil dir deine Mittagspause auf

Im Normalfall hast du eine 60-Minuten-lange Mittagspause. Wenn du im Homeoffice arbeitest, solltest du deine Mittagspause auf jeden Fall einhalten. Um deinen Arbeitstag flexibler zu gestalten, kannst du deine Pause halbieren und zweimal 30 Minuten machen. Die erste am Mittag und die zweite später am Nachmittag.

2. Kommunikation mit deine:r Chef:in

Wenn dir die vorgeschriebene Arbeitszeit überhaupt nicht passt, weil du dich zum Beispiel abends nicht mehr konzentrieren kannst, solltest du darüber ganz offen mit deinem oder deiner Vorgesetztem reden. Wenn diese oder dieser im Voraus mit Vertrauensarbeit einverstanden war, kannst du deine Arbeitszeiten bestimmt flexibler gestalten. Das hat überhaupt keine Auswirkung auf die Arbeitszeiterfassung, da die Arbeitszeiten im Voraus abgesprochen sind.

3. Arbeiten in Cafés

Um deinen Arbeitsalltag abwechslungsreicher zu gestalten, kannst du in einem Café arbeiten. Die einzigen Voraussetzungen sind hier, dass das Café Laptop-freundlich ist und du nicht den ganzen Tag in Meetings sitzt. Das ist nämlich nicht nur nervig für deine Mitmenschen im Café, sondern auch deinem Gegenüber im Meeting.

Das Ende der Vertrauensarbeit hat keine Auswirkung auf deine Arbeit

Wenn du während der Vertrauensarbeit deine Arbeit vortäuschen konntest, wird die neue Regelung der Arbeitszeiterfassung keinen Einfluss auf dich haben. Denn, das einzige, was sich ändern wird, ist, dass du deinem Vorgesetzten mitteilen musst, wann du anfängst und aufhörst. Die Arbeit muss erledigt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, verbrichst du gegen deinen Arbeitsvertrag und riskierst deinen Job.