Eine neue Studie belegt: Die Deutschen haben so wenig Angst wie lange nicht mehr – und das trotz Corona. Dennoch kam die Studie zu einem überraschenden Ergebnis, denn auf der Angstskala der Deutschen steht ein bekannter Politiker an oberster Stelle.

Die Langzeitstudie kommt zu einem überraschenden Ergebnis

Seit 28 Jahren führten Forscher im Auftrag der Raiffeisen- und Volksbanken Versicherung R+V eine Umfrage zu den Ängsten der Deutschen durch. Dabei fiel besonders auf, dass sich die Ängste im Corona-Jahr 2020 nicht verstärkten.

Tatsächlich sind die Deutschen so wenig ängstlich, wie sie es seit Jahrzehnten nicht mehr waren. Laut der Leiterin des R+V Infocenters, Brigitte Römstedt, reagieren die Menschen keineswegs panisch auf die Pandemie. 

Vielmehr hätte sie das Gefühl, dass Deutschland die Pandemie gut im Griff hat. Anders sah dies in den letzten Jahren aus, als die Angst vor Terrorismus, Zuwanderung und Krieg wesentlich größer war.

Trump vs. Coronavirus: Die größte Angst der Deutschen

Insgesamt nahmen an der Studie 2400 Männer und Frauen im Alter von 14 Jahren teil. Zwischen Anfang Juni und Ende Juli wurden diese nach ihren größten wirtschaftlichen, politischen, persönlichen und ökologischen Ängsten befragt. 

Anhand der Ergebnisse wurde deutlich, dass die Corona-Pandemie dabei in den Hintergrund rückte. Stattdessen belegte Trump Platz eins auf der Angstskala, gefolgt von der Angst bezüglich der steigenden Lebensunterhaltungskosten.

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Die größte Angst der Deutschen ist nicht der Coronavirus.(Photo: Anna Tryhub/Shutterstock)

Nur 32 % (Platz 17) befürchten eine schwere Erkrankung mit dem Virus. Im Vergleich: 53 % der Befragten machen sich Sorgen um eine gefährliche Welt durch die Trump-Politik. Auch der Zuzug von Ausländern belegte lediglich Platz sechs.

  1. Gefährliche Welt durch Trump-Politik (53 %)
  2. Steigende Lebenshaltungskosten (51%)
  3. Kosten für Steuerzahler durch EU-Schuldenkrise (49%)
  4. Schlechtere Wirtschaftslage (48%)
  5. Naturkatastrophen/Wetterextreme (44%)
  6. Spannungen durch den Zuzug von Ausländern (43%)
  7. Überforderung des Staates durch Flüchtlinge (43%)
  8. Schadstoffe in Nahrungsmitteln (42%)
  9. Häufiger Pandemien durch Globalisierung (42%)
  10. Pflegefall im Alter (41%)

Laut Brigitte Römstedt haben die Menschen deutlich mehr Angst davor, dass das Virus ihren Wohlstand bedroht, als dass sie sich mit der Krankheit anstecken.

Die größten Ängste: Donald Trumps Politik & die wirtschaftlichen Sorgen 

Beides sind die Top-Themen 2020, wenn es um die Ängste der Deutschen geht. Die Befragten befürchten, dass die Politik des US-Präsidenten die Welt deutlich gefährlicher mache. Daher ist es nicht verwunderlich, dass diese Angst bereits zum zweiten Mal nach 2018 auf Platz 1 steht.

Besonders beschäftigt die Deutschen die US-Wahl am 3. November, bei der Donald Trump erneut gewählt werden könnte. Mit seinem ersten Platz auf der Liste der Ängste wird deutlich, dass eine Wiederwahl für viele Deutsche eine absolute Horrorvorstellung wäre (Alles zu Trump oder Biden findest du hier).

Dahingegen hat das deutsche Krisenmanagement in Coronazeiten die Menschen überzeugt. So glauben lediglich 40 Prozent der Befragten, dass die Politiker mit ihrere Arbeit überfordert sind – das sind so wenige wie noch nie.

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Die Deutschen machen sich Sorgen um steigende Lebensunterhaltungskosten.(Photo: Anastasia Gubinskaya, shutterstock)

Zugenommen haben jedoch die wirtschaftlichen Sorgen der Deutschen. Durch die Corona-Krise stieg die Angst vor steigenden Lebensunterhaltungskosten an. Damit nahm sie erstmals seit fünf Jahren zu.

Auch die Sorge, dass die EU-Schuldenkrise für den deutschen Steuerzahler teuer werden könnte, erhöhte sich..

Insgesamt sinkt der Angstindex mit 37 %

Der Angstindex ist der Durchschnitt aller abgefragten Ängste. Mit 37 % erreicht er den niedrigsten Wert seit Beginn der Studie. 

Auch lassen sich Unterschiede zwischen den Ängsten von Männern und Frauen erkennen. Während die Angst der Frauen vor der Trump-Politik bei 57 % liegt, liegt sie bei den Männern bei 49 %.

Bei den Schadstoffen in Nahrungsmitteln haben Männer ebenfalls weniger Ängste, sodass Frauen mit 48 % mehr Ängste davor haben als Männer mit 36 %.

Die Angst vor Corona ist geringer als erwartet

Viel mehr sorgen sich die Deutschen um die wirtschaftliche Lage und die politischen Entscheidungen des US-Präsidenten. Auch der Klimawandel und Flüchtlingskrise spielen noch immer eine Rolle. Jedoch haben die meisten während der Corona-Krise neues Vertrauen in die Politik gewonnen.

Warum Donald Trump den Coronavirus noch immer für einen Witz hält, erfährst du hier.

Außerdem findest du hier alles über die Politikgehälter von Trump & Co.