Chef:innen können einem das Leben schwer machen. Entweder sie fordern zu viel, sind selten im Büro oder sie sind aufbrausend und aggressiv. Gerade der letzte Fall führt zu einem vergifteten Arbeitsklima. Fast noch schlimmer als ein aufbrausendes Verhalten, ist passive Aggressivität. Wie du erkennst, dass du einen passiv-aggressiven Chef hast und welchen Fehler du nicht machen solltest, erfährst du hier.

Passive Aggressivität am Arbeitsplatz: So erkennst du sie

Passive Aggressivität hat zunächst einmal nicht mit physischer Aggressivität zu tun und ist deshalb auch etwas schwerer zu erkennen. Es gibt jedoch einige Anzeichen, die es dir erleichtern, unangenehmes Verhalten einzuordnen.

  • Dir werden unsinnige Aufgaben zugeschoben oder welche, die nicht in deinen Aufgabenbereich fallen.
  • Dein:e Chef:in ist nie anwesend oder kommt häufig zu spät.
  • Er/sie versucht, persönlichen Gesprächen aus dem Weg zu gehen.
  • Dein:e Chef:in spricht schlecht über dich oder deine Kolleg:innen. Dazu gehören auch fiese Witze.
  • Antworten erfolgen schroff, kurz oder sarkastisch, aber nie zielführend.
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Passive Aggressivität solltest du nicht persönlich nehmen. Foto: getty images/ rudi_suardi

Wenn du diese Punkte an deinem Chef/deiner Chefin feststellst, handelt es sich wahrscheinlich um passive Aggressivität. Wie du dagegen vorgehen und was du auf keinen Fall tun solltest, erfährst du jetzt.

Diese Fehler sollten dir nicht passieren

Zunächst einmal gibt es einen Fehler, den du auf keinen Fall machen solltest – das Verhalten persönlich nehmen. Wenn sich dein:e Chef:in zu so einem Verhalten herablässt, sagt das viel mehr über ihn/sie aus, als über dich. Glaube nicht, dass du das Problem bist. Das Problem liegt bei ihm/ihr. Ein weiterer Fehler, der dir nicht unterlaufen sollte, ist ebenfalls passiv-aggressiv zu handeln. So lässt du dich auf das Niveau herab und kämpfst mit denselben unfairen Mitteln.

So gehst du gegen passive Aggressivität vor

Wenn dein:e Chef:in dir mit passiver Aggressivität entgegentritt, solltest du nicht klein beigeben. Wenn du heraushörst, dass es irgendein Problem gibt, sprich es direkt an. Wenn dein:e Vorgesetzte:r sowas sagt wie „Ich hätte gar nicht gedacht, dass du das so gut hinkriegst“ solltest du das nicht so stehen lassen. Sprich ihn/sie direkt darauf an, wie diese Aussage gemeint ist und warum er/sie dir die Aufgabe nicht zugetraut hätte. Oftmals merkst du dann, dass es keine echte Begründung gibt und diese Aussage nur aus Unzufriedenheit getroffen wurde.

Passive Aggressivität lebt von Doppeldeutigkeit. Beispielsweise kann eine Aussage wie „Ach, schön dass sie auch noch anwesend sind“ auch genau das heißen. Jedoch macht der Ton die Musik. Es hilft immer, wenn du auf solche doppeldeutigen Kommentare eingehst und nochmal nachfragst. Entweder es kommt das wahre Problem ans Licht oder dein:e Chef:in versteckt sich hinter der Doppeldeutigkeit. So oder so merkt er oder sie, dass du nicht alles mit dir machen lässt.

Fazit: Lass passive Aggressivität nicht das Arbeitsklima vergiften

Wenn es offensichtlich ist, dass durch die passive Aggressivität nur Unzufriedenheit verschleiert werden soll, solltest du dagegen vorgehen. Lass nicht zu, dass du zum Spielball der Launen deines/r Chef:in wirst. Wenn die passiv-aggressiven Kommentare nicht aufhören, solltest du auch durchaus den Weg zu deinen Kolleg:innen oder dem Personalrat in Betracht ziehen. Dort findest du sicher Hilfe.