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Trotz Gender Pay Gap gibt es mittlerweile viele Berufe, in denen Frauen gut verdienen.

Diese Berufe für Frauen werden richtig gut bezahlt

Weibliche Arbeitnehmer verdienen noch immer 20 % weniger als männliche. Lies hier, in welchen Berufen Frauen mittlerweile gut bezahlt werden.

Traurig aber wahr: Wir schreiben das Jahr 2020 und noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. Laut dem Statistischen Bundesamt lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im Jahr 2019 um 20 % nied­ri­ger als der Verdienst der Männer. Das heißt: Sie haben im letzten Jahr insgesamt durchschnittlich 77 Tage umsonst gearbeitet.

Und noch trauriger: So schnell wird sich daran auch nichts ändern. Seit Jahren ist der Gender Pay Gap nahezu konstant. Schaut man sich den bereinigten Wert an, der ausschließlich die Gehälter auf vergleichbaren Positionen und in vergleichbaren Berufen gegenüberstellt, ergab sich 2014 ein Wert von  6 %. Und die Bundesregierung will den unbereinigten Ver­dienst­ab­stand erst in 10 Jahren auf 10 % gesenkt haben. Na, gute Nacht!

Da hilft nur: Ärmel hochkrempeln und Jobs suchen, die lukrativ sind. Das Statistikportal statista hat dazu eine Top 10 der Berufe erstellt, in denen Frauen gut bezahlt werden. Da ist bestimmt auch einer für dich dabei!

Bei gleicher Leistung und Qualifikation verdienen Frauen in Verkauf, Vertrieb und bei Banken  weiterhin deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.

Top 10: Gut bezahlte Berufe für Frauen

Wer finanziell abgesichert sein will, der sollte sich folgende Berufe aussuchen:

Platz 10: Marktforscherin

Gehalt: 70.000 – 80.000 ‎€ pro Jahr

Wenn du diesen Beruf ausübst, kannst du dich über ein ordentliches Polster auf deinem Konto freuen. Je nach Branche bekommst du als Frau ein Gehalt von bis zu 80.000 ‎€ im Jahr. Als Marktforscherin führst du Zielgruppenanalysen durch und checkst den Markt. Mit der Auswertung von Umfragen und Statistiken berätst und unterstützt du beispielsweise Unternehmen, die neue Produkte einführen und wissen wollen, wie ihre Innovation beim Zielpublikum ankommt.

Es gibt zwar ein paar Marktforschungs-Studiengänge, doch die meisten MarktforscherInnen sind QuereinsteigerInnen und haben vorher z.B. BWL, Psychologie oder Marketing studiert.

Platz 9: PR-Beraterin

Gehalt: 60.000 – 90.000 ‎€ pro Jahr

Als Public-Relations-Beraterin arbeitest du in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Du erarbeitest Kommunikationsstrategien und entwickelst Konzepte für das Image von Unternehmen oder Organisationen. Damit kommst du im Jahr als Spitzenverdienerin auf 90.000 €

Meistens verfügen PR-BeraterInnen über ein abgeschlossenes Studium, vorzugsweise im Bereich der Kommunikationswissenschaft, Publizistik Medienmanagement oder Marketing. Aber auch GeisteswissenschaftlerInnen oder SozialwissenschaftlerInnen arbeiten in der PR.

Platz 8: Einkäuferin

Gehalt: 70.000 – 90.000 ‎€ pro Jahr

Ähnlich viel verdienst du als Einkäuferin. Nein, damit ist nicht das klassische Shoppen gemeint. Als Einkäuferin ermittelst du den Bedarf, vergleichst Angebote und verhandelst mit Lieferanten. Passt alles, schließt du mit den Dienstleistern Verträge. So beschaffst du zwar auch Waren, Lebensmittel, Material oder Dienstleistungen, doch in einem ganz anderen Umfang.

EinkäuferInnen finden sich in fast allen Wirtschaftsbereichen. Meist haben EinkäuferInnen Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

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Als Personalreferentin verdienst du ein echt gutes Gehalt.(Photo: Schmuck Juwelier ringe mode frau hände)

Platz 7: Personalreferentin

Gehalt: 70.000 – 90.000 ‎€ pro Jahr

Ebenfalls über bis zu 90.000 ‎€ jährlich kannst du dich als Personalreferentin freuen. In diesem Job suchst du Mitarbeiter für offene Stellen. Auch im Arbeitsalltag hast du viel Verantwortung für das Personal. Zusammen mit dem Personalchef und den Vorgesetzten wird über die Zukunft vieler MitarbeiterInnen entschieden. Zusätzlich bist du mit der Lohnabrechnung beauftragt und bist dafür zuständig, die Entwicklung der MitarbeiterInnen im Auge zu behalten und dich um Weiterbildung für sie zu kümmern.

PersonalreferentInnen gibt es in nahezu allen Arbeitsbereichen. Einen klassischen Weg zur Personalreferentin gibt es nicht. Es gibt sowohl die Option einer Ausbildung als auch eines dualen Studiums. Auch Studiengänge mit dem Schwerpunkt Personalmanagement passen gut.

Platz 6: Immobilienmaklerin

Gehalt: 70.000 – 90.000 ‎€ pro Jahr

Naja, so lukrativ wie bei dem Netflix-Hit "Selling Sunset" ist es in Deutschland vielleicht nicht – trotzdem lässt sich als Immobilienmaklerin hierzulande gutes Geld verdienen. Bis zu 90.000 ‎€ pro Jahr ist in diesem gut bezahlten Beruf für Frauen drin. In diesem Job bist du die Vermittlerin zwischen den Anbietern von Immobilien und den Interessenten. Du berätst und betreust die Kunden und hilfst Ihnen in allen Fragen der An- und Vermietung sowie des An- und Verkaufs. 

Um Immobilienmaklerin zu werden, brauchst du weder eine klassische Ausbildung noch ein Studium, lediglich eine Lizenz. Alternativ kannst du eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau machen.

Gut bezahlte Berufe für Frauen
In der Top der der bestbezahlten Berufe für Frauen gibt es einen klaren "Gewinner".(Photo: Grafik Statista/wmn)

Platz 5: Pharmareferentin

Gehalt: 80.000 – 90.000 ‎€ pro Jahr

Auch als Pharmareferentin kannst du gehaltstechnisch nicht klagen. Bis zu 90.000 ‎€ pro Jahr verdienst du, wenn du in der Pharmaindustrie arbeitest und ÄrztInnen oder ApothekerInnen über Produkte informierst. Auch das Dokumentieren von Nebenwirkungen gehört zu deinen Aufgaben. 

PharmareferentInnen haben meist naturwissenschaftliches Studium absolviert und lassen sich anschließend zum Pharmareferenten oder Pharmareferentin ausbilden. Diese wird grundsätzlich in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) durchgeführt.

Platz 4: Anlageberaterin

Gehalt: 80.000 – 110.000 ‎€ pro Jahr
Als Anlageberaterin ist finanziell gesehen einiges drin. Und zwar nicht nur für die Privat- und Firmenkunden, die du bei ihren Kapitalanlagen berätst. Auch für dich bleibt dafür ein großes Stück vom Kuchen übrig. Bis zu 110.000 € verdient Frau pro Jahr als Anlageberaterin. Du arbeitest dafür u.a. in Kreditinstituten und Investmentunternehmen.

Viele AnlageberaterInnen haben vorher meist Wirtschaftswissenschaften oder BWL studiert. Sie arbeiten oft als FreiberuflerInnen auf Provisionsbasis.

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Unternehmensberaterinnen werden immer gesucht.(Photo: undrey istock)

Platz 3: Unternehmensberaterin

Gehalt: 110.000 – 180.000 ‎€ pro Jahr

Noch mehr klingelt die Kasse, wenn du als Unternehmensberaterin arbeitest. Hierbei schaust du dir als externer Dienstleister genau die Abläufe und Strukturen in dem jeweiligen Unternehmen an. So kannst du Empfehlungen aussprechen, die den wirtschaftlichen Erfolg sichern oder sogar erhöhen. 

Die meisten Unternehmensberater haben ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert, darunter BWL, VWL, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsrecht. Hierbei sind nicht nur sehr gute Noten Voraussetzung für eine Anstellung, sondern ein umfangreiches Knowhow. Oft bleibt bei einem äußerst hohen Arbeitspensum die Work-Life-Balance auf der Strecke.

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Als Unternehmensberaterin hast du nicht viel Freizeit und arbeitest oft ohne Pause.

Platz 2: Headhunterin

Gehalt: 130.000 – 180.000 ‎€ pro Jahr

In ähnliche hohe finanzielle Sphären kommst du als Headhunterin. In diesem Job suchst du im Auftrag eines Unternehmens nach Fach- und Führungskräften. Da diese oft ein ordentliches Gehalt bekommen, darf sich ein Headhunter oder eine Headhunterin über eine großzügige Vermittlungsprovision freuen.

Geschützt ist der Begriff des Headhunters nicht, auch eine vorgeschriebene Aus- oder Weiterbildung gibt es nicht. Headhunter oder Headhunterinnen sind oftmals QuereinsteigerInnen, die lange im Personalwesen gearbeitet haben oder  auf einem branchenspezifischen Gebiet hochqualifiziert sind.

Platz 1: Fondsmanagerin

 Gehalt: 150.000 – 300.000 ‎€ pro Jahr

Am meisten Geld kannst du in dem gut bezahlten Beruf der Fondsmanagerin verdienen. Unglaubliche 300.000 € im Jahr sind hier möglich. Doch wenn du in diesem Job arbeitest, musst du gut mit hohem Druck umgehen können. FondsmanagerInnen nehmen Investments so vor, dass ihre Kunden möglichst viel Gewinn mit ihren Wertpapieren erzielen. Um das überblicken zu können, musst du den Markt im Auge behalten und aktuelle Entwicklungen in der Weltwirtschaft oder Politik berücksichtigen. 

FondmagerInnen haben ein abgeschlossenes Studium im Bereich der Wirtschafts- oder Finanzwirtschaften  oder der Mathematik oder Statistik. Aber  auch Bankkauffrauen mit jahrelanger Börsenerfahrung können als Fondmanagerinnen arbeiten.

Fazit: Frauen verdienen trotzdem weniger als Männer

Auch für Frauen gibt es mittlerweile gut bezahlte Berufe. Allerdings gilt auch hier, dass sie gehaltstechnisch noch immer hinter ihren männlichen Kollegen liegen. Denn in keinem einzigen Wirt­schafts­zweig verdienen Frauen mehr als Männer

Besonders deutlich ist der Unterschied im Bereich der Information und Kommunikation (25 %) und bei Ban­ken und Ver­si­che­run­gen (28 %). Am größten ist die Gender Pay Gap laut dem Statistischen Bundesamt bei wis­sen­schaft­li­chen und tech­nischen Dienst­leistungen sowie Kunst, Unterhaltung und Er­holung. 31 % weniger verdienen Frauen hier als die Männer. Es ist also noch viel zu tun. Und trotz der hohen Verdienstmöglichkeiten als Unternhemensberaterin, Headhunterin oder Fondmanagerin ist noch immer Luft nach oben.

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