Der Arbeitsplatz war immer klar vom Arbeitgebenden dominiert. Sie entschieden darüber, wer eingestellt wurde, wie viel Arbeit geleistet wurde und wann man Feierabend machen konnte.

Das ändert sich mit der neuen Generation Z drastisch. Eine neue Studie hat gezeigt, dass die junge Generation lieber arbeitslos wäre als unglücklich in ihrem Job zu sein. Was das für die Zukunft des Arbeitens bedeuten kann, wollen wir euch in diesem Artikel zeigen.

Studie über neue Arbeitsdynamiken

Die globale Workmonitor-Studie von „Randstad“  mit mehr als 35.000 Arbeitnehmer:innen hat ergeben, dass gut die Hälfte der jungen Mitarbeitenden aus der Gen Z und Gen Y lieber gar nicht arbeiten würden, als unglücklich in ihrem Job zu sein.

Die Studie zeigt, dass zwei von vier Menschen aus der jungen Generation ihr eigenes Glück über ihre Karriere stellen. Anstatt „irgendetwas“ zu arbeiten, wollen sie etwas finden, das zu ihnen passt.

56 % der Gen Z und 55 % der Gen Y würden ihren Job kündigen, wenn es ihr Privatleben beeinflussen würde.

Außerdem ist der jungen Generation immer wichtiger, dass das Unternehmen ihre eigenen sozialen und ökonomischen Ansichten widerspiegelt. Die jungen Leute wollen sich mit ihrem Arbeitgebenden identifizieren können und stolz darauf sein, was sie wo tun.

Warum bekommen Arbeitgebende keine neuen Mitarbeiter:innen? Das fragen sich derzeit viele. Viele Stellen sind leer und es sieht nicht so aus, als würden sie bald besetzt werden können. Im Jahr 2022 haben wir den höchsten Stand an freien Stellen, der jemals gemessen wurde. Gut 817.000 Stellen sind in Deutschland nicht besetzt. Im Gegensatz zum Jahr 2020 sind das über 200.000 mehr freie Stellen. Die Coronakrise trägt dazu natürlich einen großen Teil bei.

Frauen arbeiten, Empathie lernen
Empathie zu lernen hilft dir auch in deinem Berufsalltag! Foto: IMAGO / Addictive Stock

Was hat sich in der Arbeitsdynamik verändert?

Im Gegensatz zur Generation X hat sich einiges in der Einstellung der Arbeitnehmenden verändert. Die Gen Z und die Gen Y haben die Oberhand über das Arbeiten gewonnen, da sie sich und ihre Bedürfnisse über die Bedürfnisse des Arbeitgebenden stellen.

So zwingt die junge Generation ältere Arbeitgebende dazu, ihre Bedürfnisse neu zu bewerten und die Arbeitsweise anzupassen. Ansonsten wird es immer schwieriger für die Firmen werden, ihre Stellen mit jungen Talenten zu besetzen.

„Unsere Ergebnisse sollten als Weckruf für Arbeitgeber dienen. Es ist eine klare Machtverschiebung im Gange, da die Menschen ihre Prioritäten überdenken“, so Sander van’t Noordende, Chef von Randstad.

Die junge Generation verkauft sich nicht unter Wert

Die Studie von Randstad zeigte zudem, dass die jungen Arbeitnehmenden zu einem großen Teil stetig auf Arbeitsuche sind. Ganze 70 % seien neuen Stellenangeboten offen gegenüber. 32 % der Gen Z und 28 % der Millennials sind sogar aktiv auf Jobsuche – auch wenn sie bereits einen Job haben.

Das zeigt nicht nur eine hohe Flexibilität, sondern auch die große Zuversicht der jungen Menschen, dass sie neue und bessere Stellen finden können.

Was ist den Arbeitnehmenden wichtig?

Die junge Generation setzt alteingesessene Arbeitgebende unter Druck. Sie erwarten nicht nur einen guten Arbeitsplatz, sondern auch die Möglichkeit, sich in die Arbeit einzubringen und mitzubestimmen, was passiert. Sollten die Arbeitgebende das nicht leisten können, verlieren sie Fachpersonal an die Konkurrenz.

Das müssen Unternehmen in Zukunft verändern

Die Studienleiter:innen sind sich sicher, dass die Suche und die Bindung der Mitarbeitenden in Zukunft komplett anders laufen muss. Der berühmte Obstkorb und Freibier an jedem zweiten Freitag im Monat reichen bei weitem nicht mehr.

Stattdessen sollten sie Leistungspakete anbieten, die die mentale und die physische Gesundheit der Arbeitnehmenden in den Vordergrund stellt. Dazu gehören Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, eine gute Gesundheitsversorgung, gute Chancen auf eine berufliche Entwicklung. Weitere Maßnahmen sollten sein:

  • 22 % sind höhere Leistungen in der Gesundheitsvorsorge und der Rente wichtig.
  • 71 % ist das Arbeiten von überall besonders wichtig.
  • 53 % gaben an, dass sie derzeit diese Flexibilität nicht hätten.
  • 40 % sagten aus, dass sie ein niedriges Gehalt eingehen würden, wenn sie stattdessen einen Beitrag in der Gesellschaft leisten.
  • 49 % der Gen Z und 46 % der Gen Y wollen in einem Unternehmen arbeiten, wenn Vielfalt und Inklusion dort großgeschrieben werden.
Frau sitzt vor Laptop
Manchmal wird der Arbeitsalltag zu viel. Foto: IMAGO Images / Westend61

Arbeitnehmer:innen in der neuen Generation: Gut oder schlecht?

Mit den neuen Erkenntnissen über die Gen Z und Gen Y kommen die meisten Arbeitgebenden schnell in eine Bewertung. Die einen bewerten das Selbstbewusstsein der Gen Z negativ, da sie sich viele Dinge nicht bieten lassen, die früher ganz normal waren.

Die anderen sind sich sicher, dass die Gen Z und die Gen Y es genau richtig machen. Anstatt sich ein schlechtes Arbeitsklima und bieten zu lassen, kennen sie ihre eigenen Erwartungen.

Bewertungen sind hier aber eher fehl am Platz. Arbeitgebende und Arbeitnehmende sollten sich auf die Veränderungen einstellen, denn sie werden die Einstellung der Generationen nicht verändern. Gemeinsam müssen nun alle Generation herausfinden, wie sie miteinander arbeiten können, auch wenn sich die Arbeitsmotivation teilweise grundlegend voneinander unterscheidet.

Noch mehr Business-Themen?

Gelassenheit lernen beim Arbeiten: 22 Prinzipien, die du sofort anwenden kannst

Integrität, Leidenschaft & Co.: Diese 7 Eigenschaften benötigt eine gute Führungskraft

Diese 5 Denkfehler können dich deine Karriere kosten

6 Homeoffice-Tricks: Für manche Fehler kannst du entlassen werden