Selbstliebe

Weibliche Beschneidung – die größten Mythen über FGM

Female Genital Mutilation (FGM) wird auch weibliche Beschneidung genannt. Wir klären die wichtigsten Fragen & räumen mit Mythen auf.

Vagina
Weibliche Beschneidung wird leider noch immer in vielen Teilen der Welt als normal angesehen. (Credit: istock/Adene Sanchez)

Weibliche Beschneidungen sind nichts anderes als brutale Genitalverstümmelungen. Noch immer wird dieses barbarische Verfahren viel zu viel praktiziert – sogar in Deutschland! Wir klären die wichtigsten Fragen und erklären, was es mit den Begriffen FGM und weibliche Genitalverstümmelung auf sich hat.

Weibliche Beschneidung: Was ist das?

Bei der weiblichen Beschneidung werden jungen Mädchen unter großem Schmerz Teile ihrer Vulva genommen. Es wird zwischen vier Formen der Genitalverstümmelung unterschieden:

Typ 1

Die Klitrorisvorhaut wird entfernt. Nicht immer wird die gesamte Klitoris mit entfernt.

Typ 2

Hier wird die Klitoris ganz oder halb entfernt. Außerdem werden Teile der Schamlippen abgenommen.

Typ 3

Die inneren und äußeren Schamlippen werden entfernt. Die Klitoris wird den Mädchen genommen und anschließend wird die blutige Öffnung zugenäht. 

Zur Typ 3 der weiblichen Genitalverstümmelung gehört auch die schlimmste Form: Die Infibulation oder die pharaonische Beschneidung. Hier werden die Frauen so weit zugenäht, dass nur noch eine winzige Öffnung für das Urin bleibt.

Damit die Wunde ‘heilen’ kann, werden die Beine der Mädchen oft über Wochen zusammengebunden, sodass sie sich nicht bewegen können.

Typ 4

Es gibt noch viele weitere Formen, die aber zu unterschiedlich sind, um sie genau einzuteilen. Darunter zählen das Einritzen, Ausbrennen oder auch das Einführen verschiedener Substanzen, um die Vaginalöffnung zu verengen.

Frau Vagina Schnee, Barbiepuppe
Keine Frau sollte sich wegen ihrer Vagina schämen.

Weibliche Beschneidung: Das Gleiche wie Beschneidung bei Männern?

Nein. Definitiv nicht! Der Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Beschneidung ist gravierend und trotzdem stecken es manche noch immer in eine Kiste. Wer einen Nachilfekurs zum Thema Vagina und Penis benötigt, dem helfen wir gerne.

Bei der weiblichen Beschneidung werden Teile der Vagina weggeschnitten, die existenziell sind, um ein normales Leben führen zu können. Die Frauen, die beschnitten wurden, sind ihr Lebtag lang eingeschränkt und zudem psychisch verstört.

Die männliche Beschneidung ist harmlos, wenn nicht sogar vorteilhaft. Da nur die Vorhaut beschnitten wird, haben die Jungen weder besonders große Schmerzen noch Einschränkungen in ihrem weiteren Leben und Liebesleben. Manche Männer schwören sogar darauf, dass der Sex intensiver und stimulierender ist als unbeschnitten.

Female Genital Mutilation
Gegen FGM (Female Genital Mutilation) wird vielerorts vorgegangen.

Was ist FGM?

FGM bedeutet Female Genital Mutilation. Dieser englische Ausdruck beschreibt die Beschneidung der weiblichen Geschlechtsorgane sehr treffend, denn es handelt sich hierbei vielmehr um eine Verstümmelung (mutilation) als nur um eine Beschneidung.

Wen betrifft weibliche Beschneidung?

FGM sollte uns alle betreffen, denn sie passiert überall auf der Welt. In bestimmten Ausprägungen des Islams wird FGM noch immer familienintern durchgeführt, um die Mädchen rein zu halten und auf die Ehe vorzubereiten.

Vor allem in zentralafrikanischen Ländern und in Ländern Asiens mit islamischer Prägung gehört FGM zum Alltag. Auch wenn in Afrika und Asien wegen Gesetzesbeschlüssen die Zahl der Betroffenen sinkt, sind noch immer täglich Tausende Mädchen betroffen. 

In Deutschland in Europa steigen die Zahlen der beschnittenen Frauen aufgrund des Zuwachses islamisch geprägter Familien. Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen 1.500 und 5.700 Mädchen betroffen.

Waris Dirie Wüstenblume
In vielen Teilen Afrikas und Asiens gilt FGM noch immer als gewöhnlich. (Wüstenblume, der Film)

Warum wird FGM durchgeführt?

FGM muss es in ähnlicher Form bereits zur Zeit der alten Ägypter gegeben haben. Es heißt nicht umsonst die pharaonische Beschneidung. Die Muslime sollen FGM übernommen und in der Welt verbreitet haben. Es gibt verschiedene Begründungen für Anhänger dieser kranken Praxis:

  • Hysterie und Selbstbefriedigung soll damit unterbunden werden.
  • Ein Mädchen wird erst damit zur Frau.
  • Eine unbeschnittene Frau wird gesellschaftlich geächtet und kann niemals heiraten.
  • Die Frau geht ihrem Mann nicht mehr fremd.
  • Durch die winzige Öffnung wird die männliche Lust gesteigert.
  • Unbeschnittene Scheiden gelten als hässlich.
  • Da nur wenig Vaginalsekret und Ähnliches austreten kann, gelten beschnittene Vaginas als rein.
  • Manche glauben, dass die Frau unbeschnitten nicht in der Lage ist, Kinder zu gebären. 
  • Auch die Angst, dass die Vulva ohne eine Beschneidung nicht aufhört, zu wachsen ist nicht ungewöhnlich. Mehr über Vagina Größen erfährst du hier.
Waris Dirie FGM
Waris Dirie macht sich mit ihren Büchern, Filmen und Projekten für die Frauen stark, die wie sie FGM erleiden mussten.

Wie kann man FGM bekämpfen?

Unsere weekly heroine Waris Dirie machte bereits 1990 mit ihrem Buch Wüstenblume auf das Problem der weiblichen Beschneidung aufmerksam. Seither hat sie Organisationen und Kampagnen ins Leben gerufen, die Familien bilden und Kinder zur Schule schicken.

Dirie selbst ist sich sicher, dass die einzige Möglichkeit weibliche Beschneidung aus der Welt zu verbannen Bildung ist. Nur mit großflächiger Aufklärung können die Mythen und Vorurteile gegen unbeschnittene Frauen aus den Köpfen der Anhänger von FGM vertrieben werden. Mehr über Alltagssexismus erfährst du auch bei uns.