Es ist ein völliger Irrtum, dass nur deine Frauenärztin sich mit der weiblichen Anatomie und deiner Vulva auskennen sollte. Auch du selbst solltest dich trauen, genauer hinzugucken. Denn seinen Intimbereich gut zu kennen, hat eigentlich nur Vorteile. Keine falsche Scham, schnapp dir den Vergrößerungsspiegel aus dem Bad und studiere dein eigenes Königinnenreich.

Eine Sache, die aber tatsächlich sehr viele Frauen, nicht über die weibliche Anatomie wussten: Wir haben nicht nur 1 Loch – Auch nicht 2, sondern 3 Löcher.

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Hier sehen wir ein Beckenboden von innen. Foto: Foto: istock.com/ilbusca /

Der allgemeine Aufbau der weiblichen Anatomie

Zunächst aber einmal zum allgemeinen Aufbau und den einzelnen Funktionen unseres Geschlechtsorgans. Ganz oben, außen befindet sich der Venushügel, besser bekannt als Schamhügel. Den kennen wir alle vom Rasieren. Er dient zum Schutz unseres Schambeins und besteht aus einer Fettschicht, die den Knochen gut polstert.

Weiter unten geht der Venushügel in die großen Schamlippen über, das sind quasi zwei Hautlappen, ebenfalls durch Fett gepolstert, die sich links und rechts über unsere Vagina legen. Sie sehen bei jeder Frau unterschiedlich aus, mal klein, mal groß, mal weich, mal fest, mal platt, mal dick.

Klappst du die großen Schamlippen zur Seite, kommen die kleinen Schamlippen zum Vorschein. Diese Hautlappen sind mit besonders vielen Nerven ausgestattet und spielen aus diesem Grund eine wichtige Rolle beim Sex.

Weibliche Anatomie: Wir haben 3 Löcher

Wir sollten uns auf jeden Fall gut mit der weiblichen Anatomie und unseren Körperöffnungen auskennen, da jede von ihnen ihre eigene wichtige Rolle auszuführen hat. Da hat sich die Natur echt Gedanken gemacht.

Verschiedene Vulven
Vulven gibt es in allen Formen und Farben. Foto: istock / sabelskaya /

1. Vulva mit sich anschließender Scheide

Der Eingang zu Scheide ist umschlossen von einer kleinen Hautfalte, die als Hymenalsaum bezeichnet wird – oder auch einfach: der Rest des Jungfernhäutchens.

Denn dieses stellt eine dünne Membran dar, die sich um den Eingang der Scheide legt. Ist sie einmal durchbrochen worden, bilden ihre Überbleibsel eben den Hymenalsaum (kannst du dir ein bisschen wie ein um den Eingang gespanntes Gummi vorstellen).

Direkt dahinter befinden sich die Bartholinischen Drüsen, die die Skene-Drüsen beim Befeuchten der Vulva und des Scheideneingangs unterstützen.

Am Eingang vorbei, ein paar Zentimeter ins Innere der Scheide findest du dann deinen G-Punkt, der bei vielen Frauen als unerreichbar gilt, da er leicht um die Ecke liegen kann. Noch ein Stück weiter oben ragt der Gebärmutterhals in die Vagina.

Tampons Periode TSS Zyklus Regelblutung Toxisches Schock Syndrom
Durch die Harnröhre, können wir bedenkenlos Pinkeln, obwohl wir ein Tampon drin haben. Foto: istock/Alina Indienko /

2. Die Harnröhre

Ein paar Zentimeter unterhalb unserer Klitoris befindet sich eine sehr kleine Öffnung, die Harnröhre. Sie dient zur Ableitung unseres Urins.

Nice To Know: Während du den Tampon in die Scheide einführst, kommt der Urin aus der Harnröhre. Ist er tief genug in die Scheide eingeführt – was du, wenn nicht, als unangenehmen Druck spüren würdest – kommt er mit Urin gar nicht in Berührung. Ein Tampon wird also beim Wasserlassen nicht von Urin verunreinigt.

Anal Play
Ohne After keine Entleerung. Jede Öffnung erfüllt ihren Zweck. Foto: Getty Images/ Karl Tapales

3. Der After

Last but not least: der Anus (After, Analkanal)

Er bildet das Ende des Mastdarms. Über ihn findet die Stuhlentleerung statt.

Fazit: Löcher ohne Scham

In ihrem Aufsatz „Cycles of Shame: Menstrual Shame, Body Shame, and Sexual Decision-Making“ klären Deborah Schooler, Monique Ward, Ann Merriwether and Allison Caruthersdie über die weibliche Körperscham auf und fordern die Umbenennung einiger Bestandteile des weiblichen Intimbereichs. Sie finden, dass der einem durch einige Begriffe der weiblichen Anatomie vermittelt wird, dass sie sich für ihre Vulva schämen müssen. Schamlippen, Schambereich, Schamhügel sollen stärkere und ausdrucksvollere Bezeichnungen bekommen.