Schon in der Schwangerschaft können viele Frauen ihr Glück kaum fassen. Die Hormone zaubern ein traumhaftes Dekolleté. Leider ist das aber oft nur von kurzer Dauer. Oftmals verändern sich die Brüste nach dem Stillen, sind kleiner, schlaffer und manchmal sogar unterschiedlich groß. Doch wie viele Frauen betrifft das wirklich? Und was können sie tun, wenn sie unzufrieden mit ihrer Oberweite sind? Darüber sprach wmn mit einer Ärztin.

Dass sich Brüste sind nach dem Stillen verändern, ist normal

„Es ist zum Verzweifeln“, schreibt einer Userin in einem Mama-Forum. „Meine Brust ist irgendwie aus der Form geraten. Von meinem B-Körbchen ist kaum noch was da. Und das, was da ist, hängt und ist schlaff.“ Eine weitere hat ganz andere Erfahrungen gemacht: „Ich hab nach zwei Schwangerschaften meine 75 B zurück. Nur meine Brustwarzen sind etwas prominenter.“ Dass sich die Brüste nach dem Stillen verändern, ist ein Thema, dass sehr viele Frauen umtreibt. Dabei scheinen die Erfahrungen weit auseinanderzugehen.

Doch woran liegt es überhaupt, dass sich die Brüste nach dem Stillen verändern? Das fragte wmn Dr. Mandy Mangler, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin im Vivantes Klinikum Neukölln und im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum.

Ihre Antwort: „Beim Stillen und in der Schwangerschaft vergrößert sich die Brust, sie leistet sehr viel und produziert Milch über die Brustdrüse“, so die Ärztin. „Nach dem Stillen kann sie sich zurückbilden und mitunter verändern. Interessanterweise ist hier alles möglich: größere, kleinere und gleiche Brüste, zufriedenere Frauen und unzufriedenere.“

Lese-Tipp: Es gibt 7 verschiedene Kategorien von Brustformen bei Frauen. Finde hier heraus, welche Brustform du selbst hast & welcher BH genau richtig passt!

Schwangerschaft oder Stillen: Was lässt die Brüste wirklich hängen?

Immer wieder ist zu lesen, dass gar nicht das Stillen die Brüste verändert, sondern bereits die Schwangerschaft. Das stimmt laut Dr. Mangler so aber nicht. „Es wirken sich sowohl die Schwangerschaft als auch die Stillzeit auf die Brust aus, aber in unterschiedlicher Weise„, so die Ärztin. Während bei der Schwangerschaft die Brustdrüsen wachsen, wird zwangsläufig auch die Brust größer und die Haut gedehnt. „Stillen ist eher ein Training, bei dem Muskeln und Fasern der Brust trainiert werden.“

make up schminke Frau Spiegel badezimmer brüste titten handtuch duschen
Brüste nach dem Stillen sehen nicht immer so aus wie vorher. Credit: imago images/Addictive Stock / iStock/Deagreez

30 Prozent haben nach dem Stillen größere Brüste

Ob nun Schwangerschaft oder Stillzeit – an dem eigenen Empfinden, eine veränderte Oberweite zu haben, ändert das freilich nichts. Doch jetzt mal Hand aufs Herz, oder in diesem Fall auf die Brust: Wie viele Frauen haben nach dem Stillen „andere“ Brüste? Die überraschende Antwort der Ärztin: „Das Verhältnis liegt ungefähr bei einem Drittel: 30 Prozent der Frauen haben nach dem Stillen mehr Brust, 30 Prozent gleich viel und 30 Prozent weniger.“

Doch was tun, wenn man zu denjenigen gehört, die mit der Veränderung nicht glücklich sind? Dr. Mangler hat darauf eine recht pragmatische Antwort: „Ich würde den Frauen raten, sich nicht gängigen Schönheitsidealen zu unterwerfen, sondern zu akzeptieren, dass ein Körper eine Hülle ist und sich um diesen Körper wiederum zu kümmern durch gute Ernährung, Sport und Pflege.“

Lese-Tipp: Stillen in der Öffentlichkeit sollte nun wirklich kein Thema mehr sein, oder?! Weit gefehlt! Laut einer neuen Studie ist es der Mehrzahl der Mütter unangenehm. Aber warum?

Fazit: Brüste nach dem Stillen dürfen anders aussehen

Es kann sein, dass sowohl die Schwangerschaft als auch das Stillen die Brustform verändern – müssen sie aber auch nicht. Klar ist, dass Brüste nach dem Stillen anders aussehen dürfen; immerhin haben sie Unglaubliches geleistet und ein Baby ernährt.

Wenn eine Frau aber tatsächlich unzufrieden mit ihrer „neuen“ Oberweite ist und ihren Körper so nicht akzeptieren möchte, sollte genau abgewogen werden, welche Schritte sie gehen möchte. Eine Schönheitsoperation ist ein großer Eingriff, der viele Risiken birgt, was dieser Fall von krankmachenden Silikonimplantaten zeigt. Auch Methoden, bei denen Brustvergrößerungen ohne OP vorgenommen werden, sollten kritisch betrachtet werden. Deswegen ist es ratsam, sich nicht nur von einem plastischen Chirurgen aufklären zu lassen, sondern das Problem auch mit einem Psychologen zu besprechen.