Aviophobie bedeutet Flugangst. Zemmiphobie, schon etwas weniger populär, beschreibt die Angst vor Mäusen oder Ratten. Alles Ängste, die man irgendwie kennt und nachvollziehen kann. Aber hast du auch schon mal von der Angst vor schönen Frauen gehört? Die gibt es tatsächlich und hat sogar einen Namen: Venustraphobie. Wir klären auf, was dahinter steckt und was Betroffene tun können.

Venustraphobie – Was genau ist die Angst vor schönen Frauen?

Der Begriff Venustraphobie setzt sich aus den lateinischen Begriffen „phobos“ (Angst oder Furcht) und „venus“ (Göttin der Liebe und Schönheit) zusammen. Die Ausprägungen dieser Angst können sehr unterschiedlich sein. In jedem Fall wirkt sie sich negativ auf das soziale Leben Betroffener aus.

Venustraphobie ist eine spezifizierte Angststörung, nicht zu verwechseln mit Gynophobie, die eine Angst vor Frauen im Allgemeinen beschreibt. Anders als die Gynophobie kann die Venustraphobie nicht offiziell diagnostiziert werden und ist daher nicht in den ICD der Weltgesundheitsorganisation (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten) gelistet. Venustraphobie ist aber als Unterform der Gynophobie zu betrachten und muss demnach sehr ernst genommen werden.

Dieser hübschen Dame verdankt die Venustraphobie ihren Namen. Hier im Gemälde von Botticelli. Foto: Imago/ World History Archive

Ursachen für Venustraphobie

Ängste und damit auch die Angst vor schönen Frauen liegen meistens einer Kombination externer und interner Auslöser zugrunde. Ein häufig auftretender interner Auslöser wäre hier eine traumatische Erfahrung. Mit internen Auslösern sind genetische Faktoren gemeint. Ein Teil des Auslösers der Venustraphobie findet sich also in der persönlichen Geschichte der Betroffenen. Oft liegen die (traumatisierenden) Auslöser-Momente in der Kindheit oder Jugend und wurden von der betroffenen Person verdrängt. In diesem Fall kann man versuchen, sie mit therapeutischer Hilfe aufzuarbeiten.

Symptome für Venustraphobie

Die Betroffenen, die übrigens meistens männlich sind, reagieren wie die meisten Patienten von Angststörungen. Symptome sind demnach oft Schweißausbrüche, Atemprobleme, Übelkeit und Zittern. Viele Betroffene berichten außerdem von dem unangenehmen Gefühl, sich nicht mehr richtig artikulieren zu können. Sie geraten ins Stottern oder stammeln hilflos vor sich hin. Manche verstummen aus Angst, sich zu blamieren.

Da Schönheit und Attraktivität immer im Auge des Betrachtenden liegen, hängt die Ausgeprägtheit der Reaktion Betroffener von ihrem Gegenüber ab. Frauen, die auf die Betroffenen besonders schön und attraktiv wirken, lösen zum Teil massive Angstsymptome aus. Dass unter solchen Umständen ein gesundes Sozialleben fast unmöglich wird, liegt auf der Hand. 

Tipps im Umgang mit Venustraphobie

Scham ist wohl der Hauptgrund, warum viele Betroffene der Venustraphobie keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Diesen Umstand machen sich vermehrt unseriöse Ratgeber und sogenannte “Pick-Up Artists” zunutze, indem sie in (meist frauenfeindlichen) Kursen und Ratgebern Angstgeplagte zu Frauenhelden umzumodellieren versprechen.

Dabei ist die Venustraphobie kein Einzelfall und kann mit professioneller Hilfe behandelt werden. Diese erhält man in Deutschland bei Psychotherapeuten und verschiedenen Ärzt:innen. Wenn du an dir oder an jemandem, den du kennst, Symptome für Venustraphobie wahrnimmst, kannst du Folgendes tun:

  • mit deinem Hausarzt sprechen, der dich an einen Psychotherapeuten überweist
  • selbstständig einen Psychotherapeuten aufsuchen
  • eine Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse beginnen
  • einen Facharzt hinzuziehen (Psychiater, Neurologe)
  • ggf. medikamentöse Therapie gegen Angst beginnen
  • Hypnosetherapien und NLP (Neuro-Linguistische Programmieren, d.h. Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen)
Venustraphobie, schöne Frau, Profil
Da kann man schon mal ins Schwitzen kommen: Venustraphobie ist die Angst vor schönen Frauen. Foto: Getty Images/ CoffeeAndMilk /

Venustraphobie ist eine Angststörung & muss als solche behandelt werden

Auch wenn der erste Impuls vieler Leute ist, Venustraphobie eher witzig zu finden und weniger bedrohlich als andere Ängste, darf es bei dieser ersten Einschätzung nicht bleiben. Betroffene sollten sich nicht davon abhalten lassen, sich Hilfe zu suchen. Eine Angststörung erschwert das Sozialleben massiv und muss behandelt werden. Deshalb unser Rat: Hab keine Angst – Kein Arzt oder Therapeut wird über dich lachen. Und ein Leben ohne Angststörung macht definitiv mehr Spaß. 

 

Wenn’s dann wieder klappt mit den Dates, bitte auf diese Themen verzichten.

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