Monatelang war Dating wegen der Corona-Pandemie nur auf Distanz möglich. Mittlerweile ist es wieder erlaubt, sich real zu treffen. Doch der Trend geht in die entgegengesetzte Richtung: Auch nach der Quarantäne wollen sich viele lieber digital verabreden.

Coronavirus hat „dramatischen“ Effekt

Tinder-Geschäftsführer Elie Seidman spricht bei BBC News von einem „dramatischen“ Effekt, den das Coronavirus auf das Nutzerverhalten der Community habe. Und Charly Lester, Dating-Experte für die Plattform The Inner Circle bemerkt große Veränderungen: „Wir verzeichnen einen Anstieg der Aktivität„, erklärte er gegenüber BBC News. „Die Anzahl der Matches ist um 15% und die Anzahl der gesendeten Nachrichten um 10% gestiegen.

Pre-Dating wird zur Normalität

Besonders großer Beliebtheit erfreut sich das sogenannte Pre-Dating. Ob Tinder, Bumble, eHarmony, OKCupid oder Match – fast alle Dating-Portale haben auf die ungewöhnlichen Umstände reagiert und bieten mittlerweile Video-Chats an.

„Jeder dritte Nutzer in Großbritannien plant weiterhin, Videoanrufe zu nutzen, um jemanden kennenzulernen, bevor er ihn im wirklichen Leben trifft“, sagt Naomi Walkland, stellvertretende Marketing-Chefin für Bumble Europe, gegenüber Reuters. „Also gehen wir davon aus, dass Pre-Dating zur neuen Normalität wird. Bereits Ende März verzeichnete Bumble einen 77-%igen Anstieg der Videoanrufe.“

Tinder arbeitet bereits daran, seine App so umzugestalten, dass sie die User mehr darin unterstützt, online zu daten statt sich live zu treffen. Dazu gehören neuartige Orte und Veranstaltungen wie Swipe Nights und Quizze, bei denen sich Flirtwillige virtuell treffen können. Auch bei Bumble gibt es ein Corona-Update. Die Dating-App bietet den Usern die Möglichkeit anzugeben, ob sie sich lieber virtuell oder real verabreden möchten. 

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Nach dem Lockdown ist die Lust auf ein reales Date bei vielen geringer als sonst.

Nach Binge Dating kommt Slow Dating

Bei so vielen Möglichkeiten, den anderen erst einmal virtuell kennenzulernen, ergibt sich nahezu automatisch das Gegenstück zum Binge Dating: Das Slow Dating.

Statt spontan einem Live-Date zuzusagen, gehen es Singles in Zeiten von Corona langsamer an. Mit vielen Chats und Calls wird erst einmal gecheckt, ob es sich überhaupt lohnt, sich außerhalb der virtuellen Welt zu sehen. Dazu passen die Zahlen einer aktuellen Umfrage unter den Bumble-Usern. Demnach sind 55% nach der Einsamkeit des Lockdowns an ernsthaften Beziehungen interessiert. Ob dieser Trend allerdings anhält, werden erst die nächsten Monate zeigen. 

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