Zumping ist ein neues Phänomen der Corona-Pandemie. Was es bedeutet & was wir davon halten, erfährst du hier.

Das Datingverhalten hat sich während der Corona-Krise verändert – und auch die Art und Weise den Partner zu verlassen. Eine Möglichkeit ist das sogenannte Zumping. Eine Mischung aus persönlichem Treffen und digitaler Distanz. 

Warum das traditionelle Schlussmachen an Attraktivität verloren hat und das Zumping zunehmend beliebter wird, erfährst du hier.

Zumping: Zoom als Plattform für wichtige Entscheidungen

Der Name ‚Zumping‘ besteht aus Zoom und dem englischen Begriff ‚Dumping‘. In Kombi hat es keine andere Bedeutung als das Schluss machen per Zoom. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Plattform Zoom, sondern es zählen auch alle anderen Live-Chat-Anbieter dazu, wie Skype oder Teams.

Die Vorgehensweise ist bei allen die Gleiche. Wer eine Beziehung oder Affäre beenden will, erstellt einfach einen Termin. Besonders jene, die zu ungeduldig sind, ein persönliches Treffen abzuwarten, entscheiden sich zunehmend fürs Zumping. Geht schließlich schneller und ist deutlich angenehmer.

Zumping beschreibt das Schluss machen über Zoom & Co. Ein Phänomen der Corona-Pandemie? Credit: IMAGO / Panthermedia

Und notfalls kann der Laptop auch einfach untergeklappt werden – die feine englische Art ist das irgendwie nicht.

Woher kommt das Zumping?

Die Erste, die Zumping zum Thema machte, war die US-Produzentin Julia Moser. In einem Tweet fragte sie, ob sie die Erste wäre, die über Zoom einen Laufpass bekommen hat.

Bin ich eigentlich die Erste, die via Zoom abgesägt wurde?

Julia Moser

Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten. Sie erhielt unzählige Antworten von anderen Usern, die ebenfalls betroffen waren. Manche berichteten über Trennungen via FaceTime, andere über das Schlussmachen bei Skype.

The Guardian hat bereits versucht, eine Erklärung für das Zumping zu finden und bezieht sich auf die weitreichenden Kontaktbeschränkungen. Sie sind sich sicher: Die Menschen wollen nicht warten, bis sie sich wieder persönlich Treffen können. Stattdessen lieber Nagel mit Köpfen machen und die Beziehung sofort beenden.

Rein theoretisch würde das genauso gut am Telefon gehen – ein wenig persönlicher soll es dann aber schon sein. Um wenigstens irgendwie das Gesicht zu wahren. Stellt sich die Frage, ob das wirklich die fairste Variante ist.

Wir finden: Man würde es sich zu einfach machen, wenn man Zumping als unangemessen betiteln würde. Denn nicht immer lassen es die aktuellen Umstände zu, sich persönlich zu treffen und nicht immer ist es ratsam, an einer Beziehung oder Affäre festzuhalten – besonders in Zeiten, die ohnehin schon unsicher sind.

Beim Zumping kommen dennoch zwei Gefühle zusammen. Die von denen, die sich in einer Beziehung nicht mehr wohlfühlen, für die es eine Tortur sein kann den Schein zu wahren und die, die von denen die unpersönlich und im schlimmsten Fall vollkommen aus dem nichts per Live-Chat abserviert werden. 

Letztere können es jetzt gerade besonders schwer haben sich abzulenken und fühlen sich demzufolge extrem einsam.

Beim Zumping kommt es auf die Art und Weise an

In den meisten Fällen wird die Trennung nicht vollkommen überraschend sein. Es gab häufig bereits im Vorfeld große Unstimmigkeiten, endlose Diskussionen oder er hat sich länger nicht gemeldet. Eine Beziehung infolgedessen per Video-Call zu beenden, ist nicht die beste Lösung. Aber: Es ist eine Lösung. Viel entscheidender ist jedoch die Art und Weise.

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Nicht immer ist es sinnvoll, den Schein zu wahren und eine Trennung heraus zu zögern. Credit: IMAGO / Photocase

Außerdem: Nicht immer muss der nächste Schritt eine Trennung sein. Auch eine Beziehungspause kann hilfreich sein, um wieder zueinander zu finden. Falls die Trennung unausweichlich ist, solltest du dich an diese Tipps halten:

1. Ehrlich sein statt Gefühle vernebeln

Schlussmachen per Zoom ist kein Ort, an dem man lange herumschwafeln sollte. Vielmehr solltest du dich klar ausdrücken. Zu groß ist die Gefahr, dass die Verbindung schlecht ist und der andere nur die Hälfte mitbekommt. Das kann schnell zu Missverständnissen führen. 

Falls die Verbindung ganz abbrechen sollte, scheue dich nicht davor, es erneut zu versuchen und notfalls auf dein Handy umzuschwenken. Nichts ist schlimmer als die Ungewissheit – gerade in so intimen Momenten.

Redaktionstipp: Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du dich wirklich trennen willst, dann empfehlen wir dir, deine Zweifel nicht per Zoom zu äußern. Sätze wie: “Ich weiß nicht, ob ich noch genug Gefühle habe” sind immer schwer – per Zoom wird es den anderen dann noch mehr treffen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass du darauf verzichten solltest, Probleme anzusprechen. Aber nehme die Zeit, wenn es darum geht, eine Beziehung zu beenden. Hin und wieder lässt sich auch eine Beziehung nach der Trennung noch retten.

2. Social-Media-Verbindungen abbrechen

Ob als Betroffener oder Schlussmacher: Es ist wichtig, alle digitalen Brücken abzubauen. Du verbringst zwangsläufig mehr Zeit auf Social-Media-Seiten als gewöhnlich und wirst immer wieder an die gemeinsame Zeit erinnert werden.

Daher solltest du alle Verbindungen abbrechen und im besten Fall eine Zeit lang Digital Detox versuchen. Das wird dir dabei helfen, deine Gedanken zu sortieren und den Schmerz zu verarbeiten.

Zumping: Mit Ehrlichkeit und Respekt Schluss machen

Wenn du nicht warten willst oder dein Freund sich in der Beziehung nicht mehr wohlfühlt, dann ist Zumping während der Corona-Krise eine Möglichkeit – aber nicht die Beste.

Sofern es möglich ist, sich persönlich zu trennen, solltest du den Weg immer vorziehen, auch wenn er mehr Mut erfordert. Du solltest immer im Hinterkopf behalten, dass es für den anderen ohnehin schon schwer ist.

Diese Fairnessregeln hat auch der Ex-Freund von Julia Moser beherzigt. Denn in ihrem Twitter-Thread macht sie deutlich, dass sie froh sei über seine Ehrlichkeit.