John Gottmann, der als Einstein der Liebe gilt, hat die Liebe systematisch untersucht. Der Mathematiker und Psychologie beobachtete nicht nur zahlreiche Paare, sondern veröffentlichte Studien und entwickelte Formen, um die Zukunft von Paaren und Affären vorauszusagen. Welche Formel verrät, ob sich ein Paar trennen wird oder nicht, erfährst du in diesem Artikel.

Paar trennt sich: Daran erkennt man es

Nach vier Jahrzehnten Forschungsarbeit teilt Gottmann Paare in fünf Typen ein. Jeder Typ unterscheidet sich von den anderen. Drei der Paartypen zählen zu den Glücklichen, zwei zu den Unglücklichen. Die Bewertung von Paaren basiert auf einem Modell von dem Autor Harold Raush.

Die Phasen einer Beziehung erklären wir euch hier.

1. Die Konfliktvermeider

Wie der Name schon erahnen lässt, vermeiden diese Paare Streitereien. Stattdessen suchen diese Partner nach Gemeinsamkeiten und sagen sich immer wieder, dass sie eine glückliche Beziehung haben. 

Wichtig ist für sie das Gleichgewicht zwischen Unabhängigkeit und Abhängigkeit. Sie haben klare Grenzen und unterschiedliche Interessen. Dennoch sind sie in bestimmten Bereichen abhängig voneinander und können sehr fürsorglich sein. Sie drücken ihre Emotionen nicht sehr stark aus, sodass Gottmann sie nach dem „Magic Relationship Ratio“ bewertet und ihnen ein Verhältnis von fünf positiven Faktoren zu einem negativen bewertet.

2. Die Sprunghaften

Im Gegensatz zu den Konfliktvermeidern sind die Sprunghaften sehr emotional. Sie haben zwar starke Meinungen, die sie in Diskussionen auch hartnäckig vertreten können, dennoch bleiben sie immer respektvoll und werden nicht beleidigend. In den Diskussionen lachen sie viel miteinander.

Paar
Die Sprunghafen führen eine respektvolle Beziehung. Foto: Foto: istock.com/ oleg66

Jeder Partner hat zwar auch seine eigene kleine Welt und dennoch teilen beide sehr viel miteinander. Für sie steht vor allem die Verbindung zueinander und die Ehrlichkeit an erster Stelle. Ihr Positiv-Negativ-Wert liegt ebenfalls bei fünf zu einem.

3.  Die Einfühlsamen

Diese Paare zeichnet vor allem eine Leichtigkeit und Ruhe aus. Sie drücken ihre Gefühle aus, sind aber meistens neutral. Und bilden die perfekte Mitte zwischen den Konfliktvermeidern und den Sprunghaften. Sie legen viel Wert darauf, den anderen zu unterstützen und zu verstehen. Sie konfrontieren sich mit den Unterschieden – allerdings nicht bei jedem Thema. Allerdings kommt es bei diesen Paaren auch mal schnell zu einem Machtkampf, doch am Ende finden sie oft einen Kompromiss. Ihr Positiv-Negativ-Wert liegt ebenfalls bei fünf zu eins. Und ist damit sehr positiv. Von einer Trennung? Ist hier nicht die Rede.

4. Die Feinde

Die feindlichen Paare weisen Ähnlichkeiten zu den Einfühlsamen auf. Mit einem entscheidenden Unterschied: Beide Partner sind sehr defensiv. Diese Paare nutzen oft die Formulierungen, wie etwa: „Immer machst du“ oder „nie …“ In einem Konflikt behaart jeder auf seinem Standpunkt. Es fehlt Unterstützung und Verständnis für den anderen. Und die Partner begegnen sich mit wenig Respekt. Obwohl sie unglücklich sind, trennen sie sich nicht voneinander, sondern bleiben zusammen. Anders sieht es bei den feindlich-gleichgültigen Paaren aus.

Narzisst ignorieren
In dieser Beziehung fehlt Unterstützung und Verständnis. Foto: Getty Images/ miniseries

5. Die feindlich-gleichgültigen 

Diese Paare stehen sich gegenüber wie zwei Armeen. Sie finden emotional kaum zueinander. Was unheimlich frustrierend ist und einsam macht. Die Stimmung zwischen den Paaren ist oft gereizt. Und die Wahrscheinlichkeit, sich zu trennen, ist wesentlich höher als bei den anderen beiden Paaren.

Während die feindlichen Paare ihre Negativität immer wieder ausbügeln können, finden die feindlich-gleichgültigen keinen gemeinsamen Nenner. Diese Paare werden sich laut Gottmann auch schneller voneinander trennen.

Diese Faktoren deuten auf eine Trennung hin

Laut Gottmann sind es vor allem die Kritik am anderen Partner, eine Abwertung, eine defensive Haltung und der innerliche Rückzug, der die Kommunikation verschlechtert und zu Konflikten führt. Wirken sich diese Faktoren negativ auf die Beziehung aus, ist das Risiko, sich zu trennen, auch wesentlich höher.

Hier erfährst du außerdem, aus welchen drei Gründen sich Paare streiten und welche die besten Tipps für eine glückliche Beziehung sind.

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