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#Bridechilla: Warum mein Heiratsantrag zu Hause nicht schöner hätte sein können

In der Kolumne #Bridechilla nimmt dich unsere Autorin mit in ihren ganz privaten Hochzeitsalltag. Heute schwelgt sie in Erinnerungen an ihre Verlobung.

Heiratsantrag Zuhause oder nicht
Jede Frau hat verschiedene Vorstellungen von der Verlobung. Mein Heiratsantrag Zuhause war für mich das Schönste. Foto: IMAGO/ Westend61

Hätte man mir vor fünf Jahren gesagt, dass ich heute verlobt sein und in weniger als fünf Monaten den Bund der Ehe eingehen werde, hätte ich die Person höchstwahrscheinlich ausgelacht. Ich war nie die Art von Mädchen, die, seit sie klein ist, von der perfekten Hochzeit träumt und schon ihr ganzes Leben daraufhin spart.

Im Gegenteil: Ich wollte nie heiraten. Vielleicht liegt das daran, dass meine Eltern sich scheiden ließen, bevor ich richtig reden konnte. Vielleicht aber auch daran, dass ich nie wirklich an die Liebe geglaubt habe. Denn was ich, seit Männer in mein Leben traten, wirklich sehr gut konnte, war wegrennen. Besonders schnell rannte ich, wenn aus den Raupen in meinem Bauch plötzlich Schmetterlinge wurden.

Glücksmonat Mai: Der Beginn meiner Liebesgeschichte

Doch im Mai vor ein paar Jahren, als ich meinen Verlobten kennenlernte und plötzlich keine Schmetterlinge, sondern ganze Drachen in meinem Bauch spürte, blieb ich zum ersten Mal einfach stehen. Und in diesem Moment warf ich all meine Ängste über Bord und war bereit, mich in das Abenteuer Liebe zu stürzen und seit über einem Jahr auch in das Abenteuer Hochzeit.

Und dieses Abenteuer hat uns schon einige Steine in den Weg gelegt. Eine Hochzeit zu planen, kann immer nervenaufreibend und stressig sein, aber eine Hochzeit während einer weltweiten Pandemie zu planen IST nervenaufreibend und stressig

In solchen Momenten denke ich oft an den Tag zurück, als mein Verlobter um meine Hand anhielt. Wie meine Verlobung war und warum der Heiratsantrag zu Hause für mich der perfekte Ort ist, erfährst du hier. 

Mein Heiratsantrag zu Hause: Zum Glück war es nicht New York 

Mein ganzes Leben lang konnte ich mir nie vorstellen zu heiraten. Ich war sogar der festen Überzeugung, nie einen Antrag zu bekommen. Als ich dann aber meinen Verlobten kennenlernte und zum ersten Mal in meinem Leben wirklich verliebt war, konnte ich mir ein weißes Kleid immer mehr vorstellen. Meinen perfekten Heiratsantrag hatte ich mir ein Jahr vor der Verlobung auch schon genaustens ausgemalt.

Hochzeitskleid Paar
Mit dem richtigen Mann kam auch der Wunsch einer Hochzeit. Foto: IMAGO/ Westend61

So sah ich uns beide im Dezember in New York und während wir auf der Brooklyn Bridge stehen und auf die beleuchtete Stadt schauen, fängt es plötzlich an zu schneien. Ich drehe mich um, weil ich meinem Freund eine perfekte Schneeflocke zeigen möchte und da kniet er schon vor mir und öffnet ein leuchtendes Schmuckkästchen. Spätestens hier nehme ich es dir nicht mehr übel, wenn du den Artikel wegklickst. Ich weiß, dafür, dass ich niemals heiraten wollte, war meine Vorstellung eines Heiratsantrags voll von Rosamunde Pilcher-Klischees. Dieser Mann hatte es tatsächlich geschafft, dass ich nichts sehnlicher wollte, als vor den Altar zu treten.

Doch dieser Mann wusste auch, wie sehr ich es hasste, im Mittelpunkt zu stehen und da wäre die Brooklyn Bridge mit 4.000 Besucher:innen täglich definitiv die falsche Wahl gewesen. Am 13.11.2020 befanden wir uns also statt in New York im Lockdown in Berlin und auch von der perfekten Schneeflocke war weit und breit nichts zu sehen und dennoch werde ich diesen Abend niemals vergessen.

Wie die Zahl 13 alles veränderte 

In vielen Kulturen gilt die 13 als eine Unglückszahl. In Bezug auf meine Beziehung hat diese Zahl jedoch alles ins Positive gelenkt. Nicht nur das unsere Liebesgeschichte am 13. anfing auch fiel unsere Verlobung auf einen 13. und an einem Freitag, den 13. werden wir offiziell Mann und Frau sein. 

Am 13. November, als alle Restaurants geschlossen hatten und wir nicht wie üblich in unser Lieblingsrestaurant gehen konnten, schlug mein Freund mir vor, sich trotzdem herauszuputzen und Zuhause eine Date-Night zu veranstalten. Als ich fertig war und ins Wohnzimmer kam, fühlte ich mich, als hätten wir uns kurzerhand nach New York gebeamt.

Vor mir lag ein großes Picknick mit all meinen Lieblingsspeisen, einer Flasche Champagner und als ob das nicht ausreichen würde, war der gesamte Raum mit Lichterketten geschmückt. Auf dem Fernseher war die Brooklyn Bridge abgebildet und man konnte New York bei Nacht bestaunen. Bis auf den Schnee war alles so, wie ich es mir in meiner Rosamunde Pilcher-Fantasie ausgemalt hatte, nur eben ohne Menschenmassen.

Der Heiratsantrag Zuhause war mehr als romantisch. Credit: IMAGO/ Westend61

Halte mich für naiv, aber auch in diesem Moment habe ich nicht daran gedacht, dass mein Freund vorhatte, mich zu fragen, ob ich ihn heiraten möchte. Erst als er ganz ruhig wurde, meinen linken Ringfinger minutenlang streichelte und mir nicht in die Augen schauen konnte, wusste ich, was gleich passieren würde. Mir schossen direkt die Tränen in die Augen, als er auf die Knie ging und – wie in meiner Vorstellung – ein Schmuckkästchen öffnete, welches leuchtete und den schönsten Ring offenbarte, den ich bis dato gesehen hatte. So verheult wie ich war, konnte ich nur ein leises, aber bestimmtes „Ja“ herausbringen. Noch heute kommt mir all das so unfassbar surreal vor und dennoch würde ich diesen Tag gerne noch einmal erleben.

Heiratsantrag zu Hause: Perfekt für alle, die es intimer möchten 

Dass der Heiratsantrag Zuhause stattfand und nicht in New York oder in einem anderen unbekannten Ort hat mir noch einmal gezeigt, wie gut mein Verlobter mich eigentlich kennt. Oft lässt man sich von den sozialen Medien blenden, die uns weiß machen wollen, dass der Heiratsantrag nur perfekt ist, wenn man dafür einen Flash Mob vor dem Eiffelturm organisiert oder sonst eine große Aktion startet.

Mein Heiratsantrag in unseren eigenen vier Wänden an einem kalten Novemberabend im Lockdown war einer der schönsten Momente in unserer Beziehung und ich würde kein einziges Detail davon verändern wollen. Sollten wir jedoch irgendwann gemeinsam über die Brooklyn Bridge laufen und die perfekte Schneeflocke sehen, hätte ich gegen einen zweiten Kniefall nichts einzuwenden…

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