Dass Italiener:innen zum Kommunizieren nicht nur ihren Mund, sondern auch viel mit ihren Händen machen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Eine Geste die vielen besonders in Erinnerung bleibt sind sie aufeinandergelegten Zeigefinger und Daumen. Doch gerade Menschen, die nicht aus Italien kommen, wissen gar nicht, wie viele italienische Gesten es wirklich gibt. Was sie bedeuten und warum du diese keinesfalls nachmachen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Gesten in Italien: Eine eigene Sprache

Tatsächlich nutzen Italiener:innen ihre Handgesten wie eine eigene Sprache. So hat jede Geste ihren Sinn und ihren Zweck. So wie eine Vokabel steht die Geste für eine besondere Aussage oder eine Frage. Sie zu verwechseln oder allzu generisch zu nutzen kann dich nicht nur als Italien-Banaus:in outen, sondern trägt auch noch dazu bei, dass die Italiener:innen dich mit hochgezogenen Brauen und großer Skepsis betrachten. Diese beiden Gesten solltest du auf keinen Fall miteinander verwechseln.

1. Finger unter das Kinn in Italien

Die wohl berühmteste Geste der Italiener ist leider auch die missverstandendste. Jede:r kennt sie: Man legt die Finger zusammen und lässt sich Daumen und die anderen Fingerkuppen berühren. Dann legt man die Finger nah unters Kinn, doch sie berühren das Kinn nicht. Die meisten würden diese Geste als eine universelle Begrüßung unter Italiener:innen verstehen. Sowas wie „Hey, schön dich zu sehen.“ In Wahrheit ist diese Annahme aber grundfalsch. Die Geste heißt nämlich eigentlich nur: „Was willst du?“ und ist deshalb als weit weniger freundlich zu verstehen. Wenn Italiener:innen beispielsweise ohne ersichtlichen Grund angestarrt werden, dann greifen sie auf diese Geste zurück.

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Das Nachmachen der Zeichensprache im Urlaub ist nicht akzeptabel. Foto: Getty Images/ Maskot /

2. Die italienischen Hörner

Niemand sollte italienische Gesten nachahmen. Auch die anderen Gesten wie beispielweise die Geste der Hörner ist den meisten Menschen bekannt, doch wird sie hier vollkommen anders genutzt als in Italien. Die Rede ist von der in Deutschland als „Pommesgabel“ bekannten Geste. Diese Gesten wird ausgeführt, indem man den kleinen Finger und den Zeigefinger ausstreckt, während der Rest der Finger eingeknickt sind.

Die Pommesgabel ist in Deutschland vor allem unter Metall-Fans bekannt. Auf Konzerten wird sie oft gezeigt, um eine gewisse Nähe zu Metallmusik und zum Satan auszudrücken. In Italien ist das anders. Hier wird die Geste „mano cornuta“ genannt (die gehörnte Hand). Es ist eine ziemlich heftige Beleidigung. Man sagt damit aus: „Dein:e Partner:in hat dich gehörnt.“ Gehörnt ist hier ein Synonym für das Betrügen. Die Geste der Pommesgabel, die bei uns auf fröhlichen Metallkonzerten in die Luft gehalten wird, ist Italien also eine echt harte Beleidigung. Du solltest die Geste lieber sein lassen, wenn du dich mit den Italiener:innen gutstellen willst.

Gesten in Italien nachmachen? Lieber nicht!

Natürlich sind die Italiener:innen nicht umsonst dafür bekannt, dass sie den lieben langen Tag irgendwelche Gesten mit Händen vollführen und damit kommunizieren. Da ist etwas Wahres dran. Allerdings müssen wir uns als Touristen immer darüber im Klaren sein, dass wir die volle und eigentlich Aussage hinter diesen Gesten nur selten verstehen.

Sich also eine Geste anzueignen, nur weil es cool aussieht, kann ein Fehler sein und sogar zu Streitigkeiten führen. Lass es im Zweifelsfalle in einem Italienurlaub lieber weg und lass einfach die Gesten der Italiener:innen auf dich wirken.

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