Dem Online- und Offline-Handel steht erneut das größte Spektakel des Jahres bevor: der Black Friday 2021 naht. Auch in diesem November wird am Freitag nach Thanksgiving die Weihnachtssaison im Handel eingeleitet ­– und zwar mit satten Rabatten, den scheinbar besten Angeboten und mordsmäßigen Deals. In diesem Artikel verraten wir dir, warum man als Konsument:in allerdings nicht bei jedem Deal blind zuschlagen sollte…

Der Black Friday gehört zu den umsatzstärksten Tagen im Jahr

Der Black Friday ist ein wichtiger Tag für das Weihnachtsgeschäft, doch vor allem einer der umsatzstärksten Tage im Jahr – sowohl in Amerika, als mittlerweile auch in Deutschland. Top-Deals und Top-Produkte ziehen auch hierzulande immer mehr kaufkräftige Kunden in ihren Bann.

In den USA öffnen viele Geschäfte ihre Türen am Schnäppchen-Tag schon früh morgens um fünf Uhr. Tausende von Menschen campen die Nacht davor bei jedem Wetter vor den Läden, um die besten Schnäppchen mit den günstigsten Preisen zu ergattern. 

Werden die Türen erst geöffnet, gibt es kein Halten mehr: Jedes Jahr verletzen sich Menschen beim Run auf die Läden. Doch das ist bei Weitem nicht das einzige Problem am Schnäppchen-Tag.

Auch der Online-Handel lässt es sich nicht entgehen, am darauffolgenden Montag – dem Cyber Monday, mit Angeboten zu locken. Der Marketingexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU stellt im Südkurier fest: 

„Black Friday und Cyber Monday sind heute schon sehr wichtig für den Handel – und sie werden immer wichtiger. Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen.“

Am Black Friday kaufen? Ja, aber…

Noch mehr zu kaufen, kann aber nicht die Lösung sein. So warnt Fassnacht im Südkurier selbst: „Aber solche Aktionen stärken auch den Trend zur Discount-Gesellschaft. Rabatte sind eine starke Droge. Es wird dadurch immer schwieriger, Produkte noch zu normalen Preisen zu verkaufen.“ 

Um dieser Entwicklung hin zur Discount-Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, stellen wir dir hier einige gute Gründe dafür vor, den Black Friday und den Cyber Monday zu überdenken:

1. Die Rekord-Rabatte am Black Friday sind trügerisch.

Wie groß der allgemeine Einfluss von Rabatten tatsächlich ist, stellt eine Umfrage fest. Hier geben 52 % der Deutschen an, dass sie vor allem dann zu viel kaufen, wenn Rabatte im Spiel sind. Das Problem mit den Black-Friday-Rabatten? Sie halten nicht, was sie versprechen.

Verbraucherschützer kritisieren, dass Rabatte künstlich aufgeblasen werden. Wie das geht? Indem der Rabatt nicht auf den eigentlichen Verkaufspreis, sondern auf die unverbindliche Preisempfehlung angewendet wird. 

Diese sogenannten Mondpreise dienen dann als Ausgangslage der Berechnung des Rabatts und sorgen teils für Rabatthöhen von bis zu 60 %, obwohl teilweise nur 10 bis 25 % gespart werden. Vermeintliche Top-Deals sind also gar nicht so top.

Sale-Schild
Die Rabatte am Black Friday sind oft trügerisch.

2. Es gibt keinen Kauf zum langfristigen Glück.

Wir werden am Black Friday zum Kaufen animiert, obwohl wir die meisten Dinge überhaupt nicht brauchen. Rabatte, unser soziales Umfeld und auch die sozialen Medien beeinflussen uns laut einer Umfrage bei dieser Kaufentscheidung wesentlich. Doch die Freude über unsere Käufe hält immer kürzer an. 

Vielleicht hast du das auch schon bei dir bemerkt? In der Umfrage gaben ganze 50 % an, dass die Freude über ihren Kauf binnen eines Tages weicht. Nach der Kauforgie folgt der Hangover.

3. Wir alle besitzen mehr, als wir brauchen.

Schon heute kaufen wir mehr, als wir überhaupt tragen und nutzen. Das beweist eine Greenpeace-Umfrage: Demnach werden 40 % der Kleidungsstücke in unseren Schränken selten oder nie getragen. Anstatt neue Teile beim Black Friday zu ergattern, sollten wir alle dieser Verschwendung entgegentreten.

Eine einfache Lösung kann eine selbst organisierte Kleidertauschparty sein. Warum genau eine Kleidertauschparty eine gute Idee ist und wie du sie selbst organisierst, erfährst du von uns hier.

4. Die Umwelt wird belastet

Zu guter Letzt belasten Tage wie der Black Friday und der Cyber Monday die Erde zusätzlich. Es werden Unmengen an Ressourcen verschlungen, die zur Herstellung handelsüblicher Materialien benötigt werden und zusätzlich werden Wasserquellen sowie Ozeane mit Chemikalien verschmutzt. Die Verwendung fossiler Brennstoffe beschleunigt den Klimawandel zusätzlich. Ganz zu schweigen von den CO₂-Emissionen, die durch Retouren des Black Friday oder des Cyber Monday entstehen.

Protestschild
Boykottiere den Black Friday der Umwelt zuliebe!

Der Buy Nothing Day bildet die Gegenbewegung

Wie ihr seht, sprechen einige Gründe dafür, den Black Friday und den Cyber Monday zu boykottieren. Doch damit nicht genug. 1992 hat der kanadische Künstler Ted Dave den Buy Nothing Day eingeführt. 

Er soll seither ein Zeichen gegen den Konsumwahn, umweltschädliche sowie unzumutbare Herstellungsbedingungen setzen. Als Gegenbewegung zum Black Friday sollen am Buy Nothing Day (ebenfalls am Freitag nach Thanksgiving) keine Käufe getätigt werden. Der 24-stündige Verzicht auf Konsum soll anregen, unser eigenes Kaufverhalten zu hinterfragen. In Deutschland hat sich der Buy Nothing Tag allerdings noch nicht im großen Stil durchgesetzt.

Black Friday boykottieren? Nicht immer ist das der richtige Weg

Den Black Friday boykottieren – das geht leicht über die Lippen, vor allem wenn man so privilegiert ist, dass man bereits alles hat und sich zu jeder Zeit etwas Neues kaufen könnte. Menschen mit weniger finanziellen Mitteln können dagegen wahrlich von diesem Tag profitieren.

Allerdings sollten auch sie beachten, dass nicht jedes Angebot wahrgenommen werden sollte – so verlockend es auch daherkommt. Wir empfehlen daher, sich eine Wunschliste zum Black Friday zu schreiben. Das hilft, wirklich nur das zu kaufen, was man braucht. Außerdem sollte man vor jedem Kauf verschiedene Angebote vergleichen und nicht auf aufgeblasene Mondpreise hereinfallen.

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