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Keine Tiere mehr auf dem Karussell – PETA Forderung stößt auf heftige Kritik

Die Tierschutzorganisation PETA fordert, Tiere vom Karussell zu verbannen und durch Fahrzeuge zu ersetzen. Die Begründung hat es in sich.

© Valerii Apetroaiei - stock.adobe.com

Das sind die gefährlichsten Tiere der Welt

Löwen, Hyänen und Feuerquallen möchte man in der freien Wildbahn nicht gerne über den Weg laufen. Es gibt aber noch gefährlichere Tiere:

Auf Pferden, Einhörnern oder Schwänen reiten – das gibt es nur auf dem Rummel! Während einige Kinder unbedingt eine Runde mit dem Feuerwehrauto drehen wollen, sichern sich andere sofort einen Platz in der Pferdekutsche. Eine Fahrt auf dem Karussell ist ein Spaß für Groß und Klein. Doch Tierschützende sehen hinter der Unterhaltung ein ernstes Problem. Daher fordert PETA Tiere auf dem Karussell künftig zu unterlassen. Welche Begründung haben sie dafür?

PETA kritisiert Tier-Figuren auf Karussellen

Den lieben langen Tag fahren sie im Kreis, werden von lauter Musik beschallt und den Kindern in Beschlag genommen – auch wenn die Tiere auf dem Karussell nur aus Plastik bestehen, sei der Einsatz dieser Figuren problematisch. So seien auch Tiere aus Plastik keine Unterhaltung, erklärt Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA in Deutschland.

Drehendes Karussel
Ein Karussell bringt Kinderaugen zum Leuchten.

Das Problem liege darin, dass Menschen durch das Karussellfahren schon in der Kindheit lernen, es sei in Ordnung, auf Tieren zu reiten ohne deren Bedürfnisse und Gefühle zu hinterfragen. Selbst wenn diese Figuren nicht echt sind, so übernehmen viele Tourist:innen dieses Mindset auch bei lebendigen Tieren. Die Kamele in Ägypten, die Elefanten in Thailand und die Esel auf Santorini seien die Leidtragenden. Um das Tierwohl zu schützen, sollten Kinder daran gewöhnt werden, Autos oder Gegenständen als Transportmittel zu nutzen, aber eben keine Tiere.

„Die Zeiten ändern sich“ – Produktion von Tierfiguren soll eingestellt werden

Wie die BILD-Zeitung berichtete, habe sich die Tierschutzorganisation bereits an den niederländischen Themenpark Efteling gewandt und gefordert, künftig auf Karussells mit Tiermotiven zu verzichten. „Der Freizeitpark hat eine Vorbildfunktion und einen großen Einfluss auf andere Freizeitparks“, erklärt PETA-Beraterin Janneke Hogervorst. „Wenn er allein andeutet, dass er darüber nachdenkt, dann lösen wir eine sehr wichtige Diskussion aus. Die Zeiten ändern sich.“ Allerdings würde dann auch das älteste Karussells das Landes stillstehen, welches bereits seit 1865 in Betrieb ist und 16 Pferde, zwei Schlitten, eine Henne und ein Löwe an Bord hat.

Auch der größte Hersteller Hersteller von Fahrgeschäften in den USA erhielt einen Brief von PETA, in dem er dazu aufgefordert wurde, den Verkauf und die Produktion von Tierfiguren auf Karussellen einzustellen. Die Alternative: Autos, Motorräder, Flugzeuge, Raumschiffe, Besen oder Regenbögen – in Bezug auf Gegenstände sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Heftige Kritik an der Karussell-Forderung

Die Tierschutzorganisation PETA gilt damit in Deutschland nun als Vorreiter. Die niederländischen Kollegen und Kolleginnen haben sich bereits an die Forderung angeschlossen. Je größer sie werden, desto lauter wird auch die Kritik in den sozialen Medien. Dort liest man kontroverse Aussagen zu der Karussell-Forderung. Einige sprechen sogar von einem „Karussell-Verbot“. Vielmehr sei es jedoch eine Thematisierung, findet ein Nutzer auf X (ehemals Twitter):

„Ich finde, sie haben recht. Da werden Bilder geformt in Kinderköpfen und -herzen. Natürlich tut das keinem Tier direkt weh. Aber es tradiert ein unethisches Bild von der Benutzung von Tieren.“

Anonym

Schauspieler Armin Rohde mischt sich ebenfalls in die Debatte ein und verkündet: „Mit alarmistischen Hysterikern möchte ich nichts zu tun haben“. In Bezug auf die Forderung kündigt er an: „Sollte sich diese Meldung bewahrheiten, kündige ich meine Mitgliedschaft, Zahlungen und jedweden Einsatz für PETA auf.“ Hinzu fügt er, dass ihm der Tierschutz am Herzen liege und er die Arbeit der Organisation gerne unterstützt. Die Karussell-Forderung ginge ihm allerdings einen Schritt zu weit.

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