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Diese 5 Dinge hätte ich gerne vor meinem ersten Hund gewusst

Der erste Hund ist immer etwas unglaublich besonderes. Unsere Autorin hat diese Erfahrung erst vor kurzem gemacht und erzählt, was sie gerne vor der Anschaffung von ihrem Zukunfts-Ich über ihren Hund gewusst hätte.

© IMAGO Images / Addictive Stock

Hunde-Studie: Das verrät die Wahl der Hunderasse über deinen Charakter

Hunde gehören zu den besten Freunden vieler Menschen. Doch gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Charakter der Hunderasse und dem Charakter des Besitzers? Eine Studie gibt Hinweise.

Bevor mein Hund Sherlock zu uns nach Hause kam, hatte ich mehrere schlaflose Nächte, wo ich die ganze Zeit gegrübelt habe, wie das Leben mit meinem ersten Hund sein würde. Würde ich noch Zeit für mich haben? Wie streng muss man als Frauchen sein, wenn es darum geht, einen kleinen Welpen zu erziehen? Und wird mein Hund mich auch lieben? All diese Fragen habe ich mit der Zeit beantwortet bekommen – und hätte sie trotzdem so gerne früher gewusst. Deshalb erzähle ich dir nun von fünf Dingen, die ich gerne vor meinem ersten Hund gewusst hätte – und wie sich diese Dinge nun entwickelt haben.

Anika ist selbst Hundemama.

Unsere Autorin Anika ist mit ihrem Hund Sherlock das Dream-Team schlechthin. Alle Tipps und Tricks, die Anika in ihren Artikeln gibt, sind deshalb Hunde-approved und vorher gemeinsam mit Sherlock ausprobiert worden.

Mein erster Hund: 5 Dinge, die ich damals schon gerne gewusst hätte

Mir war klar, dass mein erster Hund eine riesige Herausforderung für mich und meine Familie sein würde. Wir hatten uns monate- wenn nicht sogar jahrelang damit beschäftigt, uns einen kleinen Welpen ins Haus zu holen und 2020 war es dann endlich so weit. Durch Home-Office und Home-Schooling hatten wir Zeit, um uns voll und ganz auf den Kleinen zu konzentrieren. Ich schrieb mehrere Züchter:innen an, machte mich über die von uns ausgewählte Rasse des Havanesers schlau und verbrachte stundenlang auf Hunde-Foren, um mich auf Sherlock vorzubereiten.

Und gerade durch diese ganze Recherche, fragte ich mich mehr als einmal, ob das alles eine gute Idee war. Ob ich mir nicht zu viel zugemutet hatte mit der Erziehung eines Hundebabys. Schließlich braucht dieser genauso viel Aufmerksamkeit, wie ein Menschenbaby zu Beginn seines Lebens. Manche Dinge, die ich erst später herausfand, hätte ich deshalb schon gerne früher gewusst.

Frau mit Welpen
Der erste Hund ist immer ein riesiges Abenteuer – vor allem, wenn er als Welpe zu einem kommt. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

Vielleicht geht es dir so wie mir und du bist auch sehr unsicher oder hast Angst, wie das Leben mit einem Hund werden wird. Deshalb präsentiere ich dir jetzt fünf Dinge, die ich vorher gerne gewusst hätte und die mir meine Angst genommen hätten.

1. Du wirst noch immer Zeit für dich haben

Einer meiner schlimmsten Ängste war es, dass ich nie wieder Zeit für mich haben würde. Dass ich nie wieder ausgehen könnte, weil dieser kleine Hund meine Aufmerksamkeit brauchte, welche ich ihm auch gebührend geben wollte. Meine Familie versicherte mir, dass sie mir mit ihm helfen würden – schließlich ist Sherlock ein Familienhund und wurde nicht nur von mir allein adoptiert. Und trotzdem war da ein wenig diese Angst, dass mein soziales Leben nun zu Ende sein würde.

Wenn es dir auch so geht und du denkst, dass deine Zeit für dich jetzt zu Ende sein wird, kann ich dich beruhigen. Denn dem ist nicht so. Ich kann trotzdem noch abends weggehen, ich kann mich auch am Tage mit Freund:innen treffen oder ohne ihn ins Büro, weil wir ihm von Anfang an beigebracht haben, dass es okay ist, auch mal allein zu sein. Beginne also mit dem Alleine-bleiben Training so früh wie möglich, um so viel Freiheit zu haben, wie es geht.

Welpe liegt auf dem Bauch einer Frau
Bringe deinem ersten Hund so früh wie möglich bei, allein zu sein, damit du deine Freiheit auch genießen kannst. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

Natürlich musst du Abstriche machen, wenn du dir deinen ersten Hund anschaffst. Spazieren gehen, feste Essenszeiten und einfache Kuscheleinheiten sollten jetzt mit zu deinem Alltag gehören. Schließlich hast du nun eine Verantwortung für ein kleines Lebewesen. Aber wenn du diesen Weg gehst, bist du dir dessen sicherlich bewusst.

2. Deine Kostenkalkulationen werden absolut nicht stimmen

Um meine Familie von der Anschaffung eines Hundes zu überzeugen, habe ich einen sogenannten Hunde-Hefter angefertigt, in welchem ich alle Informationen zur Rasse des Havanesers herausgesucht habe. Unter anderem habe ich auch eine Kostenkalkulation aufgestellt, um meine Familie davon zu überzeugen, dass ein Hund nicht so extrem teuer ist.

Nun, heute kann ich sagen, dass diese Kostenkalkulation absolut nicht stimmt. Du musst auf jeden Fall viel mehr Geld für deinen ersten Hund einberechnen, als es vielleicht in diversen Foren steht. Manche Menschen haben Glück und müssen nicht so oft zum Tierarzt, wie wir mit Sherlock, allerdings kann einem so ein kleiner Hund auch mal die Haare vom Kopf fressen – im wahrsten Sinne des Wortes. Sei dir also bewusst, dass dein Vierbeiner einiges an Geld kosten wird – vor allem, wenn es um den ersten Hund geht.

3. Er wird dir so manchen Nerv rauben, aber er macht es wieder gut mit seiner Liebe

Meine mentale Gesundheit war an einem Tiefpunkt, als wir Sherlock zu uns nach Hause holten. Ich war übermüdet, überfordert und einfach fertig mit den Nerven. Ich hatte etwas, was sich Welpenblues nennt – genauso wie Menschen von einem Babyblues berichteten, kam ich nicht mit der Verantwortung und dem neuen Lebewesen in meinem Leben klar. Und das ist okay. Es ist okay, so zu fühlen. Denn glaube mir: Diese Phase verschwindet.

Bei mir hat es ungefähr einen Monat gedauert, bis ich Sherlock wirklich in meinem Zuhause und in meinem Herzen willkommen heißen konnte. Und ja, auch heute raubt er mir noch so manchen Nerv. Doch all das ist es wert, wenn er mich mit wedelnder Rute begrüßt oder fröhlich mit mir spielt. Er bereichert unser aller Leben mit seiner Anwesenheit und seiner frechen Art und jegliche Hürden sind es wert, genommen zu werden, wenn dein Hund dir solche bedingungslose Liebe entgegenbringt.

Frau streichelt Hund
Auch wenn es mit deinem ersten Hund mal schwierig sein sollte – er macht alles wieder gut mit seiner Liebe. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

4. Du wirst dir nie wieder ein Leben ohne ihn vorstellen können und wollen

Ein Hund verändert das Leben von Grund auf. Schließlich hast du nicht nur dich zu versorgen oder deine Familie, sondern auch ein weiteres Lebewesen, für welches du eine große Verantwortung trägst. Denn ohne dich würde dein Hund vermutlich schnell eingehen. Als ich meinen Welpenblues hatte, wusste ich nicht, ob ich bereit für diese Verantwortung bin. Doch schon nach wenigen Wochen wurde mir klar, dass mich nichts und niemand auf dieser Welt abhalten könnte, alles für diesen Vierbeiner zu tun.

Ja, vielleicht vermenschlichen wir ihn in unserer Familie zu sehr und machen viel mehr als andere Hundebesitzer:innen. Doch kann man es uns verdenken, wenn er einem so viel Liebe und Zuneigung entgegenbringt und uns jeden Tag zeigt, wie lieb er uns hat? Sherlock ist ein Hund, der sehr auf uns fixiert ist und diese Bindung kann jede:r mit seinem oder ihrem Hund von Anfang an aufbauen – indem man Zeit miteinander verbringt, für den Vierbeiner da ist und ihm als Rudelführer:in zeigt, dass man ihn immer beschützen wird.

Frau am Laptop, Hund auf dem Bett
Dein erster Hund wird dein Leben auf besondere Art und Weise bereichern. Foto: IMAGO Images / Addictive Stock

Bei mir ging dieses Beschützen sogar so weit, dass ich mich von einem Hund habe beißen lassen, damit dieser meinen Kleinen nicht angreift. Zurückgeblieben sind zwei große Narben an meinem Arm – aber mein Vierbeiner lebt noch und deshalb würde ich diese Situation genauso immer wieder lösen. Es geht so schnell, dass man alles für dieses Lebewesen machen würde – und ich weiß, dass es vielen mit ihrem ersten Hund auch so geht.

5. Die Regeln, die du selbst aufgestellt hast, wirst du andauernd brechen

Bevor man sich einen ersten Hund anschafft, werden innerhalb der Familie Regeln aufgestellt, die im Leben des neuen Familienmitglieds Gesetz sind. Allerdings kannst du dich in vielen Fällen hier schon einmal darauf vorbereiten, dass fast jede Regel, die du selbst aufgestellt hast, gebrochen wird. Wir selbst haben gesagt, dass unser Hund niemals ins Bett kommt. Plot Twist: Es hat keine zwei Wochen gedauert, bis wir gerutscht sind, um Sherlock genug Freiraum in UNSEREM Bett zu lassen.

Wichtig ist es jedoch vor allem für den ersten Hund, dass es Grenzen und Regeln gibt, die nicht umgestoßen werden – auch für den Vierbeiner und dessen Orientierung in deinem Leben selbst! Sherlock darf zwar aufs Bett, schläft aber nachts in seinem eigenen Bereich und darf dann auch nicht nach oben hopsen. Allerdings hätte ich selbst von mir niemals gedacht, dass ich in manchen Situationen so ‚fahrlässig die Regeln sausen lassen‘, als wir die Ankunft von Sherlock geplant hatten. Zwei große Hundeaugen können eben das Herz sehr erweichen.

Mein erster Hund: Es kommt meistens anders, als man denkt

Die Moral von der Geschichte? Egal, wie viel du planst und alles minutiös durchorganisierst – es wird anders kommen, wenn dein erster Hund dein Leben betritt. Er wird deinen Alltag durcheinanderbringen, ihn auf den Kopf stellen und ja, manchmal auch schwieriger machen. Aber dennoch ist ein eigener Hund ein riesiges Geschenk, welches man jeden einzelnen Tag auch so behandeln sollte. Denn wer auf dieser Welt gibt, gibt und gibt und erwartet im Gegenzug dazu eigentlich nichts? Die bedingungslose Liebe von diesen Tieren ist allein ein Grund, warum man alle Strapazen und Co. auf sich nehmen sollte – ich würde es immer wieder genauso tun.

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