Ist dir eigentlich schon einmal aufgefallen, dass du komischerweise eine neue Kleidergröße zu haben scheinst, obwohl du weder ab- noch zugenommen hast? Nein, du wirst nicht verrückt und du hast auch keine komische Körperwahrnehmung. Was sich verändert hat, sind die Kleidergrößen an sich. Tatsächlich verkaufen H&M, Zara, Shein und Co. heute kleinere Größen als noch vor wenigen Jahren. Der Grund dafür ist die Fast Fashion Industrie. Was genau dahinter steckt, zeigen wir dir hier.

Deswegen wird dir deine Kleidergröße bald nicht mehr passen

Die Modeindustrie funktioniert heute ganz anders als noch vor wenigen Jahren. Kleidung wird heute viel schnelllebiger und kurzfristiger hergestellt. Neue Trends gibt es nicht mehr zur Saison zu kaufen, sondern jede Woche, teilweise sogar jeden Tag, gibt es einen Trend, der von den Social Media Plattformen in die Fabriken herüberschwappt und danach unter die Leute gebracht wird. Dadurch, dass alles schneller und effizienter gehen muss, leidet aber die Qualität der Ware natürlich massiv.

Die TikTokerin @laracallon ist Modedesignstudentin ist erklärt das Phänomen der Fast Fashion und warum sich deshalb die Kleidergrößen verändern. Sie beantwortet damit eine Frage, die sich bereits viele Frauen aus ihrer Community gestellt haben. „Warum ist mir meine normale Kleidergröße beim Shoppen auf einmal zu eng?“

  1. Idee
  2. Sketches/Designs
  3. Samples (Musterproduktion)
  4. Fitting (Anprobieren)
  5. Publish (Verkauf)
  1. Idee
  2. Sketches/Designs
  3. Publish (Verkauf)

Ihr seht also: In der neuen Modeindustrie, die gerade heranwächst, werden zwei sehr wichtige Schritte einfach ausgelassen: Die Produktion von Musterstücken und das Anprobieren. Diese beiden Schritte kosten einfach zu viel Zeit, als dass sich Firmen dies leisten können. Es kostet Zeit, die Stücke anzufertigen, an Models in verschiedenen Größen anzuprobieren und mögliche Fehler auszumerzen. So wird die Kleidung ohne erneutes Überarbeiten einfach in die Stores gebracht.

Deine Kleidergröße ist die zu klein, weil…

Der zweite wichtige Aspekt, warum dir deine Größe nicht mehr passt, ist einleuchtend, aber mindblowing: Die Klamotten werden immer kleiner, weil sie weniger Stoff benötigen. Wer mehr Stoff einsparen kann, der kann mehr produzieren und mehr verkaufen. Ergo: Mehr Geld machen.

Ein hypthetisches Beispiel: Ein Kleid in Größe S benötigt 20 cm² weniger Stoff als ein Kleid in Große L. Diese 20 cm² kosten im Einkauf gut 12 Cent. Herstellende produzieren 20.000 Stück dieser Kleider. So haben sie, wenn sie nur Kleider in Größe S verkaufen, bereits im Einkauf 2.400 € gespart.

@laracallon

Why clothes don’t fit anymore @gemmamasella ♬ original sound – Lara 🐉

Bist du noch geschockt von der Fast Fashion Industrie?

So funktioniert die neue Art des Modemachens laut Lara Callon. Es ist nicht sonderlich überraschend, dass die Modeindustrie auf das schnelle Geld aus ist und das Wohlgefühl der Kund:innen dabei völlig zweitrangig zu sein scheint. Wirklich etwas dagegen zu tun ist sehr schwierig, da die Größen Label eine große Machtposition innehaben. Doch alle, die es sich leisten können, können auf kleinere und nachhaltigere Label umsteigen. Diese verkaufen nämlich Kleidung in viel kleinener Stückzahl, sind besser für die Umwelt und ihnen liegen ihre Kund:innen viel mehr am Herzen.

Wir von wmn lieben nachhaltige Modelabel:

Noch mehr spannende Themen