Das Sexualitätenspektrum ist unglaublich weit gefächert und das ist auch gut so. Schließlich sind wir alle Individuen, die unterschiedliche Bedürfnisse und Neigungen haben. Die Welt wäre sonst doch langweilig, richtig? In diesem Artikel erklären wir dir deshalb, was es bedeutet, gynosexuell zu sein.

Was bedeutet es, gynosexuell zu sein?

Gynosexualität zu erklären ist nicht so einfach, wie es vielleicht bei Homosexualität der Fall ist. Der Begriff gehört in die Gruppe der sexuellen Orientierungen, die mit einem offenen Verständnis von Geschlecht einhergehen. Dieses geht davon aus, dass es mehr als nur die zwei Geschlechter „männlich“ und „weiblich“ gibt und schließt die Non-Binäre Community in diesem Sinne mit ein.

Da gynosexuell in einem nicht-binären Geschlechtersystem operiert, kann dieser Ausdruck Aussagen über die sexuelle Orientierung einer Person treffen, ohne das eigene Geschlecht dieser Person zu offenbaren. Es geht also nicht um das Geschlecht an sich, sondern um bestimmte Eigenschaften, die sich im Spektrum der sexuellen Orientierung befindet.

Grob gesagt, fühlen sich gynosexuelle Menschen zu Weiblichkeit hingezogen. Das bedeutet, dass die Menschen, in denen sich gynosexuelle Personen verlieben können, der ‚weibliche‘ Sphäre angehören, oder weibliche Eigenschaften haben.

Beispiele für Gynosexualität: Zu diesen Menschen fühlen sich gynosexuelle Personen hingezogen

Wie du siehst, ist es nicht unbedingt einfach, das Thema Gynosexualität zu erklären. Wir wollen aber versuchen, dir diese sexuelle Orientierung an ein paar Beispielen zu illustrieren. Gynosexuelle Menschen fühlen sich zum Beispiel zu Männern hingezogen, die androgyn sind und dementsprechend weibliche Eigenschaften aufweisen.

Ein Beispiel hierfür wäre Harry Styles, der sich oft in Frauenkleidung präsentiert. Gynosexuelle Menschen finden gerade diese ‚weibliche Seite‘ an ihm attraktiv – weswegen auch viele lesbische Frauen Harry Styles als ‚männliche Ausnahme‘ bezeichnen, obwohl sie an sich nur Frauen daten würden.

Gynosexuelle Flagge
Das ist die Flagge für gynosexuelle Menschen. Foto: Vector bucket / shutterstock

Übrigens: Die andere Seite zu Gynosexualität wäre die Androsexualität. Hier fühlen sich Menschen zu Personen hingezogen, die männliche Eigenschaften aufweisen.

All dies bedeutet allerdings nicht, dass sich gynosexuelle Menschen nur in Frauen verlieben können oder in nicht-binäre Personen. Die Person, die die weiblichen Eigenschaften aufweist, kann sich in jedem Fall als männlich identifizieren oder auch als weiblich. Gynosexuelle Menschen fühlen sich also nur zum Konstrukt der Weiblichkeit hingezogen.

Gynosexualität: Es kommt nicht auf das Geschlecht an

Viel mehr Menschen könnten sich sicherlich zur Gynosexualität bekennen, wissen aber vermutlich nicht genau, was hinter diesem Begriff steckt. Denn die meisten heterosexuellen Männer fühlen sich sicherlich zu weiblichen Attributen hingezogen – und wären damit auch gynosexuell.

Im Gegensatz zu heterosexuellen Menschen, die sich nur in das andere Geschlecht verlieben, kommt es gynosexuellen Menschen allerdings nicht auf das Geschlecht an sich an. Es ist also völlig egal, ob eine weibliche, eine männliche oder eine non-binäre Person diese weiblichen Eigenschaften aufweist.

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