Jede Woche stellen wir euch bei wmn eine starke Frau vor, die uns inspiriert und zeigt, dass es sich lohnt seine Ziele zu verfolgen. Heute ist das Modedesignerin, Businessfrau und Mutter Monika Wagner-Schulze und ihr Label Female Empowerment Label Bodyguard Activewear.

Sie hat sich getraut wovon viele in unserer Generation träumen: Ihr eigenes Unternehmen gründen und damit erfolgreich sein. Ihr nachhaltiges Label stellt Bikinis und Sportswear aus recycelten Fischernetzen her und ist gleichzeitig ein Statement für mehr Frauenpower und Selbstbestimmung.

Die Bodyguard-Gründerin Monika Schulz-Wagner kurz & knackig:

  • Monika ist Geschäftsfrau, Modedesignerin & Gründerin des Activewear Labels Bodyguard.
  • Bodyguard wurde schon in den 90ern gegründet. Die erste Namensidee war eigentlich Leibwächter, die englische Variante klang allerdings viel knackiger.
  • Um ihre drei Kinder großzuziehen, musste das Label erst einmal auf Eis gelegt werden, denn die Kinderbetreuung hatte sie damals etwas unterschätzt. Dann kam plötzlich auch noch Krebs. 
  • Genesen und mit neuer Energie arbeitet sie seit 6 Jahren wieder hart an Bodyguard und selbst Corona konnte dem nachhaltigen Bademodenlabel nichts anhaben. Im Gegenteil: Die Nachfrage ist sogar gestiegen.
  • Hinter Bodyguard steckt kein großes Schneideratelier, sondern nur eine Frau. Monika kümmert sich um alles: Herstellung, Versand, Presse, Verkauf & Online-Shop.

bodyguard active wear female empowerment
Bodyguard stellt sportliche Badeanzüge aus recycelten Fischernetzen her.(Photo: Bodyguard Activewear 2020)

Bodyguard-Gründerin Monika Schulz-Wagner im Interview mit wmn

Bei unseren Recherchen zum Thema nachhaltige Mode sind wir immer wieder auf das Label Bodyguard Activewear und die Gründerin Monika Schulz-Wagner gestoßen. Der Verbindungen aus einem nachhaltigen Ansatz und dem female Empowerment Slogan konnten wir nicht widerstehen. Ihre Geschichte hat uns gefesselt und motiviert:

wmn: Dein Unternehmen wurde ja bereits in den 90ern gegründet und dann für deine Kinder erst einmal verschoben. Was war der ausschlaggebende Grund wieder zu beginnen?

Monika Schulz-Wagner: Noch vor der Geburt meiner ersten Tochter dachte ich, dass Kinder in den ersten Monaten ja fast nur schlafen und ich locker meine Kollektion noch nebenher handeln könnte. Aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Ich ließ die Kollektion ruhen, aber der Gedanke sie wieder aufzunehmen, war immer mal wieder da. 

Der Grund, weshalb es dann doch noch so lange dauerte war meine Krebserkrankung vor gut 19 Jahren. Früher respektierte ich meine Grenzen nicht und glaubte, dass das auch ein Grund für die Erkrankung war. 

Deshalb zögerte ich, aus Angst ständig über meine Grenzen hinauszugehen. In der Zeit hatte ich unter dem Namen ‚Mach.bar – die Modemacher‘ ein offenes Nähatelier, mit Nähkursen und fertigte auch gleichzeitig exklusive Abend-, Brautkleider und Anzüge an. Letztendlich überzeugten mich meine Töchter aber, diesen Schritt zu wagen. 

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Ihre drei Kinder unterstützen Monika als Models, Fotografen, bei Social Media, aber auch bei ersten Ideen für neue Kollektionen oder etwa im Versand.(Photo: Bodyguard Activewear 2020)

wmn: Was genau steckt hinter dem Slogan #beyourownbodyguard?

Monika Schulz-Wagner: Ich wollte mich mit meiner Marke auch sozial engagieren. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass Mädchen immer noch eine Lobby fehlt. Unter dem Slogan #beyourownbodyguard wollen wir das Selbstbewusstsein und die Rechte von Mädchen und Frauen stärken. Natürlich gilt unser Slogan aber für jedermann. Bedeutet er doch ‚Stehe für dich ein, bestimme selbst über dich‘. Die Basics für Empowerment! Das ist MEIN Statement.

Außerdem unterstützen wir Projekte, die sich dieses Ziel auf die Fahne geschrieben haben, wie z.B. Selbstverteidigungskurse für Mädchen. Und in circa einem Monat wird unser ‚be your own bodyguard‘-Shirt in Produktion gehen. Von dem Verkauf jedes T-Shirts spenden wir dann einen Euro an die Organisation ‚Terre des femmes‘. 

wmn: Da freuen wir uns schon darauf. Wie denkst du, passen female Empowerment und sexy Bikinis zusammen?

Monika Schulz-Wagner: Das eine schließt das andere nicht aus. Empowerment bedeutet auch eine Stärkung der Selbstbestimmung. Demzufolge bleibt es doch jeder Frau überlassen, sich zu kleiden wie sie will, auch in sexy Badeanzügen. 

Durch die Umkehrung dieser Behauptung erkennt man das noch besser. Demnach würden sehr bedeckende Badeanzuge gut zu Empowerment passen. Aber wenn man sich nicht aus eigener Überzeugung so kleidet, sondern auf Druck von anderen, oder sozialen Zwängen, gibt man seine Selbstbestimmung auf. Das gilt für verhüllende, wie auch für sexy Kleidung.

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Mit Bodyguard setzt sie auf kurze Transportwege. Sie will sich dafür einsetzen, wieder mehr Produktion in kleine lokale Betriebe zu bringen.(Photo: Bodyguard Activewear 2020)

wmn: Wann und woher kam der Anstoß nachhaltig zu arbeiten bei deinem Label?

Monika Schulz-Wagner: Ich wurde noch so erzogen, dass man nichts wegschmeißt. Weshalb ich heute noch darauf achte, nicht in kurzlebige Gegenstände zu investieren. Bei mir hinterlässt es ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun. Trotzdem bin ich auch nicht immer perfekt in meiner Nachhaltigkeit. Aber ich finde, jeder kann auf seine Weise etwas dazu beitragen.

Als ich wieder anfing an der Kollektion zu arbeiten, war ich nach vielen Jahren wieder auf den Stoffmessen unterwegs und entdeckte dort Stoffe aus recycelten Fischernetzen. Die Idee fiel bei mir auf fruchtbaren Boden. Es gibt viele Non-Profit Organisationen wie z.B. Healthy Seas, die mit freiwilligen Tauchern tonnenweise verloren gegangene, aber auch illegal entsorgte Fischernetzte aus unseren Meeren bergen. Diese werden dann aufbereitet und zu neuen Stoffen verarbeitet. 

So hat man mit seinem Badeanzug auch gleichzeitig geholfen die Meere ein bisschen sauberer zu machen. Bei der Wäsche und teilweise bei der Fitness Kollektion hingegen ist der Einsatz von natürlichen Rohstoffen einfach und ein Muss. Hier sind alle verwendeten Stoffe nachhaltig mit Öko-100 oder GOTS-zertifiziert

wmn: Im Moment bist du ja quasi ein Ein-Frau-Unternehmen. Wie schaffst du es, dich selbst zu motivieren bei Arbeiten, die dir vielleicht nicht so sehr liegen?

Monika Schulz-Wagner: Es gibt eigentlich wenige Arbeiten, die mir nicht liegen. Aber bei denen hilft nur: Deadlines setzen und fest in meinem Kalender einplanen. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ungeliebte Arbeiten ihren Schrecken verlieren, wenn man sie öfter macht. Als ich z.B. das erste Mal Pressearbeit für meine Kollektion gemacht habe, hatte ich richtig Bauchschmerzen, als es darum ging alle Redakteure auf meiner Liste anzurufen. 

Heute gehört diese Arbeit immer noch nicht zu meinen Favoriten, weil ich mich nicht gerne vermarkte. Sie hat aber ihren Schrecken verloren, da ich durchweg positive Gespräche hatte, auch wenn sie nicht alle von Erfolg gekrönt waren. Wichtig ist, diese positiven Erfahrungen für das nächste Mal abzuspeichern. Durch diese Rückkopplung muss man sich dann auch nicht mehr so motivieren.

Bodyguard Activewear female empowerment
Monika macht fast alles selbst. Nur eine weitere Näherin und ihr Sohn unterstützen sie.(Photo: Bodyguard Activewear 2020)

wmn: Wenn du dich selbst noch einmal zur Gründung des Labels in den 90er treffen könntest, welche Ratschläge würdest du dir selbst mit auf den Weg geben?

Monika Schulz-Wagner: Davon abgesehen, dass mein jetziges Ich nicht so gerne Ratschläge erteilt, und mein damaliges Ich gar nicht darauf gehört hätte, würde ich sagen „Relax and take it easy!“

Was wir alle von Monika Schulz-Wagner lernen können

Und das sind ganz wunderbare Schlussworte von der Bodyguard-Gründerinn Monika Schulz-Wagner. Warum haben wir euch diese tolle, aber eher unbekannte Frau vorgestellt? Eben genau deshalb! Weekly heroines findet man eben nicht nur auf Scoial Media oder in der Öffentlichkeit, sie sind überall. Was wir von Monika Schulz-Wagner über female Empowerment lernen können:

  • Eine erfolgreiche Frau muss nicht alles auf einmal wuppen.
  • Es ist immer Zeit, beruflich einen Neustart zu wagen & zu gründen.
  • Female Empowerment heißt Selbstbestimmung, aber auch Selbsterkenntnis.
  • Grüne Mode made in Germany zu bezahlbaren Preisen? Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
  • Routine besiegt deine Selbstzweifel.

Du hast dich in die nachhaltigen Bikinis verliebt? Hier gehts zur Shopseite.

Du willst noch mehr noch mehr Interviews mit inspirierende Frauen lesen? Dann möchten wir die gern Katharina von Heilen vorstellen. Ihr Beruf ist Girlpower pur. Oder erinnerst du dich noch an Wüstenblume-Autorin Waris Dirie? Wir haben sie getroffen.