Die Schulvorschriften in Japan sind ziemlich streng, verglichen zu den Deutschen. Den Schulkindern wird vorgeschrieben, wie sie ihre Haare tragen sollen und welche Unterhosen sie anziehen dürfen. Manche dieser sexistischen Regeln stehen auch des Öfteren unter Kritik. In einem Interview mit der Vice hat eine Ex-Lehrer die Regeln genauer erklärt.

Was dürfen japanische Schülerinnen tragen, was nicht?

Laut dem Ex-Lehrer Motoki Sugiyama dürfen Schülerinnen in Japan keinen Pferdeschwanz tragen. Diese sexistische Regel gibt es, damit die Schülerinnen ihre männlichen Mitschüler mit ihrem Nacken nicht sexuell erregen können. Aus demselben Grund dürfen Schülerinnen auch keine weiße Unterwäsche tragen, da man weiße Unterwäsche nicht durch die Schuluniform sehen würde.

Sugiyama sagt, er hätte diese sexistischen Regeln öfters kritisiert und angesprochen. Dennoch seien die Regeln schon so normalisiert, sodass die Schülerinnen keine andere Wahl hatten, als die Regeln zu akzeptieren.

Laut Vice gibt es keine landesweiten Statistiken darüber, an wie viele Schulen es immer noch ein Pferdeschwanzverbot gibt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2020 legt allerdings nahe, dass etwa jede zehnte Schule in der südlichen Präfektur Fukuoka die Frisur verboten hat.

Stellt jemand die sexistischen Regeln infrage?

Sugiyama ist nicht der einzige, der diese sexistischen Regeln infrage stellt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die unzumutbare Forderungen an Schüler aufzudecken. Er hat sich einem wachsenden Aufruf an Schulen angeschlossen, der veraltete, offenkundig sexistische oder die Selbstentfaltung von Kindern einschränkende Regeln fallen zu lassen. Dies macht er unter anderem über seinen TikTok Account.

Im Juni 2020 veranlasste ein Aufschrei von Schülern und Eltern über diese Regeln die japanische Regierung. Sie haben gefordert, dass alle Bildungsbehörden der Präfekturen die drakonischen Schulregeln überarbeiten. Daraufhin haben einige Institutionen tatsächlich ihre Vorgehensweise geändert. Aber diese Jahrzehnte alten sexistischen Regeln verblühen nur langsam.

Sind die sexistischen Regeln noch die Norm?

Sugiyama hat gegenüber der Vice gesagt, dass er ständig Beschwerden von Schüler:innen erhalten würde. Sie beschweren sich, dass ihre Schulen die Aufforderung der japanischen Regierung, ihre Regeln zu ändern, einfach ignorieren.

Dies liegt daran, dass es für die Schulen keine rechtlichen Konsequenzen hat, wenn sie die Regeln nicht ändern. In manchen Schulen hat sich allerdings was geändert. Der Pferdeschwanz ist zwar immer noch in vielen Schulen verboten, allerdings dürfen Schülerinnen an manchen Schulen anders-farbige Unterwäsche tragen.

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