„Ich hasse Katzen. Die sind mir zu arrogant!“, ist etwas, was Katzen-Liebhaber:innen öfters zu hören bekommen. Seitdem ich selbst eine Katze habe, ist mir das auch aufgefallen. Mich erinnert dieser Satz immer an den Sexismus gegenüber Frauen. Warum das so ist, erkläre ich dir hier.

Was genau hat Katzen-Hass mit Sexismus zu tun?

Katzen und Femininität wurden schon vor Jahren in der Literatur miteinander assoziiert. In der Popkultur findet man das auch immer wieder: zum Beispiel der Kater Salem aus der Kult-Serie Sabrina oder die „Crazy Cat Lady“ Eleanor Abernathy aus den Simpsons.

Die Geschichte zeigt zudem viele Parallelen beim Hass gegenüber Frauen und dem Hass gegenüber Katzen. In den 1730ern wurden zum Beispiel Katzen als Revolte benutzt, indem sie massakriert wurden, berichtete die Washington Post. Frauen wurden in der Geschichte ebenfalls immer wieder aufgrund ihrer Existenz getötet. Denken wir nur mal an die Hexenverbrennungen des 15ten und 16ten Jahrhunderts.

1. Die Grenzen von Tieren und Frauen werden nicht respektiert

Die Grenzen von Frauen werden gerade beim Sex oft nicht akzeptiert. Alleine 2020 kam es laut BKA-Statistik zu 119.164 Fällen von Partnerschaftsgewalt gegen Frauen. Das sind nur die dokumentierten Zahlen.

Wenn Menschen in einem Haushalt nicht respektiert werden, dann ist das oft bei den Tieren genauso. Das beobachten auch Tierschutz-Organisationen wie zum Beispiel Vier Pfoten. „Misshandlung von Tieren kann sowohl ein Indiz als auch ein Hinweis sein, ein frühes Warnzeichen für bestehende als auch für zukünftige Gewalttaten“, schreibt die Organisation auf ihrer Webseite.

Katzen Sexismus
Katzen können zwar nicht reden, dennoch können sie genauso wie Menschen kommunizieren, wenn sie etwas nicht wollen. Foto: Liukov / Getty Images via Canva

2. Das Bild von Katzen und Frauen ähnelt sich

Katzen werden in der Regel als sehr eigenständige Tiere gesehen. Schließlich gehen freigehende Katzen raus, wann auch immer sie wollen. Zudem machen sie oft auch zu Hause, was sie wollen. Hunde folgen laut Stereotyp ihren Besitzer:innen, wo auch immer sie hingehen.

Im Feminismus besteht die Theorie, dass das Patriarchat über die Frauen bestimmen will. Das sieht man zum Beispiel bei den Schwangerschaftsabtreibungs-Gegnern. Einige von ihnen schließen sogar einen Schwangerschaftsabbruch aus, wenn das Leben des Kindes und der Mutter in Gefahr steht.

3. Ein Zeichen von Männlichkeit, Hunde lieber zu mögen?

Hunde werden von einigen als „die stärkeren Tiere“ angesehen. Schließlich werden sie als Wachhunde benutzt, viele Rassen sind größer als Katzen und sie werden auch zu Jagd-Zwecken ausgebildet. Katzen werden ganz anders gesehen, was auch die Literatur beweist.

„Die Katze wird auch von der Hälfte der Menschheit bevorzugt, die sich mehr um häusliche Sorgen kümmert; denn es ist ein heimeliges Tier und eines in seinen Gewohnheiten außerordentlich reinlich und ordentlich und empfiehlt sich daher selbstverständlich dem Wohlwollen der sparsamen Hausfrau.“ Das war die Theorie von dem Autoren St. George Jackson Mivart im Jahr 1881.

Fazit: Katzen liebhaben ist nicht schlimm

Wenn du aus den oben genannten Gründen Hunde lieber magst als Katzen, solltest du vielleicht deine eigenen Verhaltensweisen reflektieren und sie überdenken. Katzen sind weder weibliche Tiere, noch sind sie schwach oder arrogant. Sie sind Lebewesen mit Gefühlen und Gewohnheiten.

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