Gefühlt ist der erste Lockdown gerade erst vorbei, da wird schon über den nächsten spekuliert. Viele Menschen fühlen sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie einsam. Kein Urlaub, Home Office und dann wird auch noch das Oktoberfest abgesagt. Da kann man schon mal verzweifeln.

Manch eine einsame Seele kommt da vielleicht auf die Idee, das eigene Wohlbefinden mit einem Haustier aufzupolieren, einer sogenannten Corona-Katze zum Beispiel. Denn die positiven Auswirkungen auf Stresslevel, Wohlbefinden und Einsamkeitsgefühl, die die Interaktion mit Tieren haben können, sind unumstritten.

Corona-Katze, Katzenbaby
Klar, so ein Katzenbaby ist unfassbar süß. Aber willst du wirklich 15 Jahre lang Katzenklos sauber machen?(Photo: krakenimages)

Corona-Katze gegen die Einsamkeit?

Und tatsächlich haben in den vergangenen Monaten sehr viele Menschen Welpen oder Katzenbabies adoptiert, um der Einsamkeit in der Pandemie zu entfliehen. Nur leider werden solche überstürzt getroffenen Entscheidungen oft sehr schnell wieder bereut. Denn so eine Corona-Katze hat wesentlich mehr Bedürfnisse, als nur die Psyche ihres Besitzers zu heilen.

Falls du also gerade auf ebay Kleinanzeigen „Katzenbaby“ eingibst – lass es besser. Denn die gute Nachricht ist: Du kannst von den positiven Auswirkungen, die Tiere in unserem Alltag auf uns haben, profitieren, ohne dir selbst eine Corna-Katze ans Bein zu binden. 

Studie: Haustierbesitzer kommen besser durch die Pandemie

Die University of York hat herausgefunden, wie du deine Psyche auch in Pandemie-Zeiten austricksen kannst und dich ohne Corona-Katze genau so glücklich und entspannt fühlen kannst, als würdest du in einem Raum voller Labradoodle-Welpen leben.

Es wurde eine Studie durchgeführt, an der 6.000 Menschen teilgenommen haben. 90 Prozent davon waren Haustierbesitzer. Es stellte sich heraus, dass die meisten davon Trost und Aufheiterung in ihren tierischen Mitbewohnern während des Lockdowns fanden. Vielleicht also doch eine Corona-Katze zulegen?

Corona-Katze, Goldfisch
So ein Goldfisch hat ungeahnte Vorteile.(Photo: ahmed-hasan)

Corona-Katze oder doch lieber Goldfisch?

Nein! Denn anders als erwartet machte es kaum einen Unterschied, ob die Probanden Halter von einem menschennahem Tier wie einem Hund oder einer Katze waren oder von etwas weniger arbeitsintensiven Tieren wie einem Fisch oder einem Hamster. Der Happiness-Faktor war derselbe.

Und noch ein Ergebnis überraschte: Die beliebteste und als sehr positiv wahrgenommene Interaktion mit nicht domestizierten Haustieren ist die Vogelbeobachtung. Für Stressabbau brauchst also keine Corona-Katze, sondern nur vor die Tür zu gehen.

So wirst du auch ohne Corona-Katze glücklich

Die Psychologin Carla Marie Manly erklärt, dass Interaktionen mit Tieren Stress, Angstzustände und Depressionsgefühle reduzieren können – und das ganz ohne sich eine eigene Corona-Katze zuzulegen.

Wer keine Zeit oder die finanzielle Möglichkeiten für ein eigenes Haustier hat, kann trotzdem von den psychischen Vorteilen der Interaktion mit Tieren profitieren. Geh einfach mit Hunden aus der Nachbarschaft Gassi oder sitte die Katzen von Bekannten übers Wochenende.

Es gibt Plattformen und Apps, die auf die Vermittlung von Haustiersittern spezialisiert sind. Klarer Pluspunkt hierbei: Du verdienst auch noch Geld dabei. Denn auch wenn gerade nicht so viel in den Urlaub gefahren wird – manch ein Haustierbesitzer freut sich über ein paar Tage Pause von seinen elterlichen Verpflichtungen.

Corona-Katze, Park
Um zu entspannen, reicht es schon, einfach mal in den Park zu gehen.(Photo: allison-louise)

Noch ein Tipp für Schüchterne

Wenn dir das noch nicht reicht, um dich vom überstürzten Kauf einer Corona-Katze abzuhalten, hat Dr. Manly noch einen Tipp, der in der Umsetzung keinerlei menschliche Interaktion erfordert:

„Achte auf die Geräusche der Natur im Park um die Ecke oder im Wald. Ob Vogelgezwitscher oder das Geschnatter von Eichhörnchen: Naturgeräusche beruhigen Körper, Geist und Seele.“

Auch Natur-Filme haben laut Dr. Manly einen positiven Effekt auf deine Stimmung. Beim Betrachten von kuschelnden Bären oder Baby-Schneeleoparden werden Wohlfühl-Neurochemikalien ausgeschüttet. So fühlst du dich schnell besser, ganz ohne die Verantwortung für eine Corona-Katze.

Im Zweifelsfall Goldfisch

Und wenn du trotz allem unbedingt ein eigenes Haustier haben willst, rät Dr. Manly (kein Scherz) zu einem Goldfisch. Für Beginner eine solide Wahl im Vergleich zu einer kosten- und zeitintensiven Corona-Katze. Der Entspannungseffekt ist derselbe, so ein Goldfischglas kann sehr dekorativ sein und hast das Bad nicht voller Katzenstreu.

Falls du gerade in Quarantäne bist oder dich auf einen eventuellen Lockdown vorbereitest, haben wir schon mal Tipps für dich, was du in der Isolation machen kannst. Außerdem haben wir uns gefragt, in welchem Alter Frauen am glücklichsten sind und verraten dir das eindeutige Ergebnis.