Psychologie

Burnout entwickelt sich in Phasen: So kannst du helfen

Burnout betrifft nicht nur Workoholics, sondern auch besonders hilfsbereite Menschen. So erkennst du, in welcher Phase du steckst und was du tun kannst.

Burnout Phasen erkennen
Burnout passiert nicht von heute auf morgen, sondern es gibt verschiedene Stadien. Das sind die Phasen des Burnout.

Burnout ist Volkskrankheit Nummer eins und betrifft besonders junge Leute. Oft ist es für Betroffene schwer Symptome selbst zu erkennen, hier ist man oft aus Hilfe aus dem Bekanntenkreis angewiesen. Wir erklären dir die Phasen von Burnout und was du tun kannst, wenn du diese erkennst.

Die Phasen des Burnout und was du tun kannst

Das Burnout-Syndrom hat mehrere Stadien, bis es zur totalen Erschöpfung und inneren Leere kommt. Dabei können diese Phasen individuell schnell oder langsam voranschreiten. Für Betroffene ist es oft schwer, ihre Symptome selbst zu erkennen. Hier ist man als Freund oder Familienmitglied gefragt, zu intervenieren.

Burnout gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und häuft sich besonders bei jungen Erwachsenen und Studenten. Auch wenn Burnout gern als Wehwehchen abgetan wird, kann es zu ernsthaften Erkrankungen oder völligen Selbstaufgabe führen. 

Burnout Phasen
Burnout hat 12 Phasen.

Die gute Nachricht ist, dass es behandelbar ist. Je früher es erkannt wird, desto einfacher ist die Therapie. Burnout unterteilt sich in 12 Phasen. Je nach Phase kann man auch ohne ärztliche Hilfe gegen das Burnout-syndrom vorgehen. Wie du Burnout vorbeugen kannst, liest du hier.

Burnout kann verschiedene Ursachen haben, aber meistens ist erhöther Stress, Leistungsdruck, ein schwindendes Selbsbewusstsein oder Unselbstständigkeit Teil des Problems.

Mann hüpft begeistert
Burnout startet in der ersten Phase mit Tatendrang, Begeisterung und Freude. deshalb ist diese Phase besonders schwer zu erkennen.

1. Burnout-Phase: Begeisterung

In der ersten Phase sind Betroffene oft voller Energie, Tatendrang und stürzen sich in neue Projekte, Aufgaben oder die Arbeit. Dabei stellen sie hohe Ansprüche an sich selbst. Viele Burnout-Betroffenen haben extreme Ideale, die oft nur schwer zu erfüllen sind.

Für diese kämpfen sie dann auch mit vollem Einsatz und beginnen sich selbst zu vernachlässigen. Das kann gesundheitlich sein, zum Beispiel durch zu wenig Schlaf oder unregelmäßige Mahlzeiten, aber auch Wünsche und Ziele betreffen.

Was kannst du tun

Diese tatkräftigen Phasen hat vermutlich jeder Mal im Leben, ob im Studium, oder im Privaten. Das ist auch völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass man sich selbst dabei nicht vergisst. Wenn du weißt, dass ein Herzensprojekt ansteht und du dich in den nächsten Monaten voll da hineinstürzen möchtest, solltest du von vorn herein Pausen einplanen. 

Nimm dir zum Beispiel jede Woche Zeit für dich selbst. Trage diese fest in den Kalender ein. Das kann Sport, Yoga, Meditation aber auch ein kleine DIY-Session sein. Versuche, regelmäßig zu hinterfragen, was deine Ziele sind und ob dich deine jetzige Aufgabe dorthin führt. 

Streit
In der zweiten Phase beginnen Konflikte mit Partner oder Mitmenschen.(Photo: Mixmike)

2. Burnout-Phase: Ernüchterung

Dein Körper beginnt auf die Überarbeitung zu reagieren: Schlafprobleme, nervöses Zucken, kein Hunger, Rückenschmerzen oder Verdauungsprobleme können zum Beispiel Symptome sein. Diese werden jedoch in dieser Burnout-Phase komplett verdrängt. Hier wird es gefährlich.

Oft können Mitmenschen hier auch schon eine Verhaltensänderung beobachten. Betroffene werden zu Maschinen, sie haben die Begeisterung verloren und es kommt immer öfter zu Konflikten, auch Ziele werden nüchterner gesteckt.

Was kannst du tun?

Betroffene selbst nehmen den Wandel meist gar nicht wahr, dafür ist diese Burnout-Phase besonders gut erkennbar von außen. Hier muss dringend interveniert werden. Versuche Freunde oder Kolleg*innen behutsam darauf anzusprechen. 

Wenn ihr euch gut versteht, kannst du auch einen gemeinsamen Entspannungstag vorschlagen, oder eine andere Tätigkeit, bei der ihr euch ungestört unterhalten könnt. Sollte der oder die Betroffene die eigene Situation völlig falsch interpretieren, hilft es, auch Familie oder näherstende Personen einzuschalten oder einen Arzt zu empfehlen.

Panikattacke Frau
In der dritten Phase von Burnout sehen die Betroffenen häufig ein, dass etwas schief läuft und schotten sich ab.

3. Burnout-Phase: Frustration

In dieser Phase werden Mitmenschen oft als feindlich und lästig empfunden. Burnout-Belastete verkriechen sich deshalb gern zu Hause und sind völlig für sich allein. In Partnerschaften oder im Familienleben bleiben sie der gemeinsamen Wohnung lange fern.

Was kannst du tun?

Hier helfen keine Anklagen, sondern Samthandschuhe. Versuche, Betroffene nicht zu beschuldigen, sondern ihnen neutral vor Augen zu führen, was sich verändert hat und dass eine ärztliche Beratung oder auch eine Selbsthilfegruppe ein möglicher Weg wäre.

Bist du selbst betroffen und kannst dich in diesem Stadium wiederfinden, solltest du ebenfalls den Arzt nicht scheuen, aber auch aktive Gegenmaßnahmen wie öfter Nein zu sagen, sich eine Auszeit zu nehmen und die Belastung zurückzuschrauben, hilft schon. Ganz wichtig ist, dass du dir darüber klar wirst, dass du dir selbst nicht im Weg stehst und akzeptierst, dass du bestimmte Ziele vielleicht nicht geschafft hast. Vielleicht musst du diese überdenken.

Burnout vorbeugen: Frau mit Kopf über Wasser
Bleib mit dem Kopf über Wasser und beuge Burnout vor.

4. Burnout-Phase: Apathie

Die vierte Phase ist Burnout im Endstadium. Das klingt erschreckend und ist es für Betroffene auch, denn der Lebenswille geht jetzt komplett verloren. Panikattacken, Depressionen, Selbstaufgabe bis hin zu Suizidgedanken können nun auftreten. 

Betroffene fühlen sich oft, wie fremdgesteuert und haben das Gefühl, die Kontrolle in ihrem Leben verloren zu haben. Auch die Gesundheit leidet und der Körper macht nicht mehr mit. Man ist komplett erschöpft, kann chronische Beschwerden entwickeln und hat oft keine Kontrolle mehr.

Was kannst du tun?

Hier hilft nur ärztliche und psychische Betreuung. Der wichtigste Schritt ist, selbst einzusehen, wo man steht und wie man dort gelandet ist. Der Wunsch danach, etwas zu verändern, ist der nächste Schritt und der Beginn der Therapie.

Aus eigener Kraft ist es schwer, aus dieser Spirale wieder herauszukommen. Deshalb empfehlen wir Selbsttherapie auf keinen Fall. 

Fazit: Burnout kann früh erkannt und bekämpft werden

Die Phasen des Burnout werden gern als Spirale beschrieben, denn desto tiefer man hinein rutscht, desto schwieriger wird es, aus eigener Kraft wieder herauszufinden. Selbsterkenntnis ist hier der erste Schritt zur Besserung.

Auch Gedanken wie "Ich habe jetzt keine Zeit für eine Auszeit!" oder "Nur noch zwei Monate und dann ist das fertig", sind keine Ausreden. Es nützt auch die Einhaltung deiner Deadline nichts,, wenn du dich kaputt gearbeitet hast.

Damit das gar nicht erst passiert, solltest du dir Zeit für dich selbst nehmen, dein Selbstbewusstsein stärken, deine mentale Gesundheit pflegen und dich regelmäßig zu Sport motivieren.