Das PERMA-Modell beschreibt in der positiven Psychologie die Grundsäule eines zufriedenen Lebens. Wir erklären, wie es dir helfen kann.

Was braucht der Mensch zum Glücklichsein? Das PERMA-Modell will diese Frage beantworten und baut fünf Grundsäulen des Glücks. Wir erklären dir, welche das sind, wie du damit herausfindest, was dir zu vollkommener Zufriedenheit noch fehlt und wie du daran arbeiten kannst.

Der Ursprung des PERMA-Modells

Das PERMA-Modell stammt aus der positiven Psychologie und wurde in den 1990ern von Martin Seligman entwickelt. Es stellt die fünf Säulen dar, die nach seinen Forschungen nötig sind, damit ein Mensch zufrieden und glücklich ist.

Die fünf Buchstaben in PERMA stehen dabei für:

  • Positive Emotionen
  • Enagement
  • Relationship / Beziehungen
  • Meaning / Sinn
  • Accomplishments / Errungenschaften

Er entwarf dieses Modell als eine Art Leitfaden für ein glückliches und erfülltes Leben. Aber was steckt genau hinter Engagement und Co.? Das klären wir jetzt.

PERMA-Modell: Positive Emotionen

„Du bekommst, was du sähst“ oder „Lach in die Welt und sie lacht zurück“ sind Binsenweisheiten, die wir alle kennen. Doch sie sind komplett richtig, denn in der positiven Psychologie hat man herausgefunden, dass Menschen glücklicher sind, wenn sie sich auf die positiven Dinge im Leben konzentrieren.

Das heißt auch, alles loszulassen und loszuwerden, was einen selbst unglücklich macht. Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht denkst du gerade an Marie Kondo, denn ihre Aufräum-Methode basiert auf demselben Prinzip.

Aber es ist etwas schwieriger, als sich nur positiv an Ereignisse zu erinnern, dieser Baustein erfordert ein grundpositives Weltbild und Lebensgefühl.

PERMA-Modell: Engagement

Warst du schon einmal in einem richtigen Flow-Zustand? Wenn ja, dann tust du diese Aktivität, die du dabei ausgeführt hast, vermutlich mit viel Freude und Leidenschaft.

Und genau auf diesen Flow zielt der Engagement-Baustein des PERMA-Modells ab. Regelmäßig in diesem wunderbaren Flow-Zustand zu sein, sorgt dafür, dass wir zufriedener mit uns und unserem Leben sind, denn wir empfinden Freude und Entspannung dabei.

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Bei unseren Hobbies sind wir oft in dem Flow-Zustand, den das E im PERMA-Modell beschreibt. Foto: Valeria Ushakova Collection via Canva

PERMA-Modell: Beziehungen

Laut dem PERMA-Modell können wir Menschen allein nicht glücklich sein, wir brauchen immer soziale Interaktionen und Austausch mit Freund:innen, Bekannten oder Familie.

Warum das so ist? Isolation ist genetisch bedingt ein absoluter Stressfaktor für unser Gehirn, denn Isolation hieß früher: Tod. Unser Gehirn ist immer noch auf das Herdenleben programmiert und schüttet viele Glücksgefühle aus, wenn wir mit Menschen zusammen sind, die uns gut tun.

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Machen dich die Beziehungen in deinem Leben glücklich? Foto: Valeria Ushakova Collection via Canva Credit: Valeria Ushakova Collection via Canva

PERMA-Modell: Sinn

Wir Menschen hinterfragen ständig, warum wir dieses oder jenes tun, zu was unsere Arbeit gut ist und warum wir auf der Welt sind. Darauf gibt es keine klare Antwort, weshalb dieser PERMA-Faktor besonders kniffelig ist.

Und genau deshalb versucht uns an jeder Ecke jemand oder etwas Sinn zu verleihen: die Medien, die Religion, die Familie, die Kultur, deine Freund:innen, deine Firma und Kolleg:innen, Influencer:innen und Social Media.

Und nun muss jede:r selbst für sich herausfiltern, welchen Handlungen er welchem Sinn beimisst. Denn sinnlose Arbeit, egal in welchem Umfeld zermürbt uns langsam und kann zu Depressionen oder Burnout führen.

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PERMA-Modell: Errungenschaften

Ziele zu haben, diese zu verfolgen und zu erreichen, ist wichtig für uns, denn es macht uns zufrieden. Wichtig sind kleine, machbare Ziele, die du auch erreichen kannst, sonst wirst du unglücklich.

Abgesehen von der Befriedigung des Erreichens eines Vorhabens, stärken sie auch unser Selbstbewusstsein und machen uns stolz auf uns selbst.

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Was sind deine Träume und Ziele für das Leben? Foto: Valeria Ushakova Collection via Canva

Welche PERMA-Säule des Glücks fehlt dir?

Nun kennst du die Basics des PERMA-Modells. Wenn du bisher nicht so richtig zufrieden bist im Leben, dann schau, ob du alle fünf Säulen in allen Lebensbereichen erfüllst.

Wenn dir sofort bestimmte Themen einfallen, mit denen du nicht so richtig zufrieden bist, dann finde mithilfe der fünf Säulen heraus, woran es hakt. Fällt dir gerade kein bestimmter Lebensbereich ein, dann stelle dir einzeln die Fragen im Bezug auf dich selbst, deine Beziehungen, deine Freizeit und deine Arbeit:

  1. Wie fühlst du dich, wenn du in die Vergangenheit schaust. Bist du dankbar oder breiten sich negative Gefühle aus? Wie sieht es mit der Zukunft aus? (Positive Emotionen)
  2. Macht dir diese Aufgabe Spaß und würdest du sie auch ausführen, wenn es keine Gegenleistung gäbe? Vergisst du die Zeit dabei? (Engagement)
  3. Mit welchen Gefühlen denkst du an dein Umfeld? Hast du das Gefühl, dass es dir Energie gibt oder eher nimmt? (Beziehungen)
  4. Weißt du, warum du das tust? Wenn ja, für wen tust du das? Für dich oder jemanden, der dir nahe steht oder weil es so von dir verlangt wird? (Sinn)
  5. Schaffst du, was du dir vornimmst? Bist du Stolz auf alles, was du schon erreicht hast, auch wenn es nicht immer Erfolge waren? (Errungenschaften)

Wie du siehst, geht jede Frage auf eine der fünf Säulen des PERMA-Modells ein und du solltest jetzt wissen, wo deine derzeitige Unzufriedenheit in diesem Lebensabschnitt herrührt.

Auf Seite 2 erfährst du, wie du an den einzelnen Aspekten arbeiten kannst und in welchen Bereichen das PERMA-Modell noch anwendbar ist.