Das allerhöchste Gut der Konzentration ist der sogenannte Flow-Zustand. Ein Zustand, in welchem du zwar arbeitest, aber eigentlich nichts davon mitbekommst. Zu konzentriert, um die Zeit verfliegen zu sehen oder sich abzulenken. Natürlich ist es eine Mammutaufgabe, diesen Flow-Zustand zu erreichen und beizubehalten. Denn Ablenkung lauert in unserem Arbeitsalltag überall. Wir wollen heute noch einen Schritt weitergehen und den Flow-Zustand durch die Pomodoro-Technik heraufbeschwören.

Pomodoro-Technik ist während Corona wichtiger denn je

Seit dem Corona-Lockdown haben auch immer mehr Menschen damit zu kämpfen, sich im Homeoffice bei Weitem nicht so gut konzentrieren zu können wie normalerweise im Büro. Das liegt vor allem daran, dass die Ablenkungen hier ganz andere sind. Das sind die Hauptgründe für weniger Konzentration seit den Coronazeiten:

  • Kein gutes Zeitmanagement: Viele haben seit Corona keine geregelten Arbeitszeiten mehr, sondern fangen irgendwann an und hören irgendwann auf. Das ist fatal für die Konzentration.
  • Die eigene Wohnung ist kein Büro: So einfach es klingt, so schwierig ist es, das Problem zu lösen. Deine Wohnung ist wahrscheinlich auf Gemütlichkeit ausgerichtet und nicht auf Cleanness und Professionalität. In einer solchen Umgebung fällt vielen die Konzentration schwieriger.
  • Die Nachrichtenlage: Selbst die größten Nachrichtenverweigerer:innen haben sich seit Corona dazu durchgerungen, wenigstens die Tagesschau zu gucken. Die meisten News-Junkies hängen aber den ganzen Tag vor den Nachrichten. Konzentration auf die Arbeit gibt es dabei kaum. 

Die Pomodoro-Methode verspricht schnelle Hilfe

Die Pomodoro-Methode ist eine Technik, die den Tag in konzentrierte Arbeitseinheiten einteilt. Der Italiener Francesco Cirillo hat die Pomodoro-Technik in den 1980er-Jahren erfunden. Ein Pomodoro ist ihm zufolge eine Zeiteinheit, in die der Tag geteilt wird.

Witzig: Pomodoro heißt auf Italienisch Tomate. Der Erfinder der Methode nahm sich für seine ersten Versuche einen Küchenwecker zur Hilfe, der die Form einer Tomate hatte. So entstand der Name Pomodoro-Methode.

So funktioniert die Pomodoro-Methode

Die Expertin und Beraterin Susanne Roth erklärt im Zeitmanagement-Magazin, wie die Pomodoro-Technik im eigenen Arbeitsalltag am besten anzuwenden ist. Sie verrät, das sie selbst am besten arbeiten kann, wenn sie die Pomodoro-Technik über den gesamten Tag hinweg anwendet. Da das aber nicht in jeden Job möglich ist, kommt hier ein Umsetzungsvorschlag für jede:n. Ein Pomodoro wird in 6 Phasen eingeteilt. 

Die 6 Phasen der Pomodoro-Technik

  1. Vorbereitung: Verschaffe dir so viel Ruhe wie möglich. Schließe die Tür, schalte das Smartphone in den Flugmodus, schalte alle Desktopbenachrichtigungen aus und drehe die Türklingel ab. 
  2. Zielsetzung: Stelle dir so datailgetreu vor, was du innerhalb der nächsten 25 Minuten realistisch, aber ambitioniert schaffen kannst. 
  3. Beginnen: Stelle dir den Wecker auf 25 Minuten. 
  4. Arbeiten: Beginne zu arbeiten und schaue erst auf den Wecker, wenn er klingelt. Lasse dich durch nichts ablenken. 
  5. Pausieren: Wenn der Wecker klingelt, folgt eine 5-minütige Pause. In dieser kann man auf die Toilette gehen oder einen Kaffee trinken. Danach geht es weiter mit der nächsten Einheit.
    Redaktionstipp: Natürlich müssen es nicht genau 25 Minuten und 5 Minuten sein. Anfänger können auch erstmal 15 Minuten arbeiten und dann 5 Pausenminuten einlegen. Der Stress alles richtig zu machen, könnte sonst zu hoch sein.
  6. Lange Pause: Nach dem vierten Pomodoro ist es ganz wichtig, eine richtige Pause einzulegen. Mindestens 30 Minuten sollte die lang sein, bevor es weitergeht.
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Was bringt die Pomodoro-Methode?

Experten schwören darauf, dass die Methode die Arbeitszeit verringert, die Produktivität steigert und das persönliche Glück erhöht. Winwinwin?

1. Pomodoro-Vorteil: Effektivität. Innerhalb einer Pomodoro-Phase bekommt man doppelt so viel geschafft wie normalerweise, so der Erfinder der Methode. Das trägt zur Zufriedenheit und Motivation bei.

2. Pomodoro-Vorteil: Zielausrichtung. Wenn man sich ein Pomodoro gesetzt hat, dann weiß man ganz genau, was in der Zeit geschafft werden muss. Meist erreicht man auch das Ziel, obwohl es eigentlich nicht zu schaffen scheint. 

3. Pomodoro-Vorteil: Konzentration. Interessanterweise wird die Fähigkeit zwischen Pausen und Arbeit zu switchen durch die Pomodoro-Technik stark verbessert. Da du immer wieder Pausen einlegst, kommst du auch viel schneller wieder ins konzentrierte Arbeiten rein. 

4. Pomodoro-Vorteil: Lerneffekt. Je öfter du die Methode anwendest, desto besser kannst du dich tief in deine Konzentration stürzen. Denn jede Technik ist Learning by Doing und jede Technik kann noch verbessert werden. 

5. Pomodoro-Vorteil: Disziplin. Die Pomodoro-Methode bringt dich dazu, deine Zeit besser einzuteilen und selbst einzuschätzen, wann du was schaffen kannst. So kannst du dich jedes mal steigern: Nimm dir erst einen, dann zwei, dann drei Pomodoro am Tag vor. Am Ende bist du Disziplin-Profi.

6. Pomodoro-Vorteil: Komplexität runterbrechen. Vor allem große und unerreichbare Projekte scheinen durch die Pomodoro-Methode besser von der Hand zu gehen. Denn sie zwingt dich, dein Projekt in kleine Häppchen einzuteilen und nach und nach abzuarbeiten. 

Auch eine Social Media-Pause kann dir helfen, dich wieder besser konzentrieren zu können:

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Wie du in den Flowzustand gelangst, obwohl du dich in der Quarantäne befindest, haben wir für dich herausgefunden. Es ist einfacher als gedacht, wenn man einige Tricks anwendet.

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