Die Grillzeit hat begonnen. Im Sommer wird eigentlich alles auf den Grill geworfen, was nicht niet- und nagelfest ist: Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und immer wieder Würstchen. Grillwürstchen sind vielen Menschen jedoch wenig bekömmlich: Sie sind sehr fettig, hochkalorisch und zählen nicht unbedingt zu den gesündesten Lebensmitteln. Was hinter dem Begriff Separatorenfleisch Würstchen steckt, warum sie so ungesund sind und welche gesunden Alternativen es gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Separatorenfleisch Würstchen: Grillen mit Bratwurst ist ungesund

Bratwürste aus Fleisch sind Gesundheitsfanatiker:innen oft ein rotes Tuch. Nicht nur, dass die Würste aus Schwein oder Rind bis zu 400 kcal pro Stück haben – je nach Größe. Sie sind auch noch extrem fettig. Bis zu 30 % der Wurst ist pures Fett.

Krebsrisiko Bratwurst: Nicht nur der schlanken Linie wegen achten viele Menschen derzeit darauf, sich beim Grillen mit Freund:innen nicht mit Bratwürstchen vollzustopfen. Die so harmlos aussehende Wurst kann nämlich durchaus krebserregend sein. Der Grund dafür ist, dass das Fett in der Wurst mit der Hitze des Grills reagiert. Sobald die Wurst auf dem Grill liegt, tropft nämlich ein Teil des Fettes in die Glut. Die Stoffe, die dabei entstehen, setzen sich wiederum auf der Wurst ab. Man nennt sie polyzyklische Aromastoffe (PAK) und gelten als sehr krebserregend.

Eine Bratwurst kann also genauso krebserregend sein wie eine Zigarette. Die WHO hat Bratwürste deswegen auf die Liste der krebserregenden Konsumgüter gesetzt – auf einer Stufe mit Zigaretten.

Würstchen auf Grill Grillwürstchen
Bratwürstchen sind krebserregend. Das hat die WHO herausgefunden. Foto: BW Studios / getty via canva

Daraus bestehen Grillwürstchen wirklich

Das Fleisch der Grillwürstchen hat ebenfalls keinen guten Ruf. In meiner Kindheit erzählte man sich, dass in Wurst eigentlich kein Fleisch steckt, sondern beinahe nur Reste aus dem Schlachtbetrieb verarbeitet werden. Das ZDF ging diesem Klischee im Jahr 2018 nach. Heraus kam, dass es stimmt: Oft bestehen Würstchen zu einem großen Teil aus Separatorenfleisch, das aus Schlachtresten hergestellt wird. Dieses Fleisch wird aus Knochenbrei hergestellt, weswegen es auch als Knochenputz bezeichnet wird. Auch Schlachtblut und Proteinpulver wird dazu gemischt. Dieser Brei ist das, was übrig bleibt, wenn in einer Maschine Fleisch verarbeitet wird.

Wikipedia erklärt, dass diese Art von „Fleisch“ per lebensmittelrechtlicher Definition nicht mehr als Muskelfleisch bezeichnet werden darf. Es muss sogar gekennzeichnet sein. Die Würstchen aus Separatorenfleisch sind also nicht schädlicher als „normales“ Fleisch, doch sie sind weitaus günstiger in der Herstellung. Der BSE-Skandal hat dazu geführt, dass das Separatorenfleisch von Rindern, Ziegen und Schafen nicht mehr verwendet werden darf.

Das kannst du tun, wenn du keine Lust auf Separatorenfleisch hast

Wenn du allerdings keine Lust auf das Separatorenfleisch Würstchen hast, solltest du auf die folgenden Siegel achten: Naturland, Demeter, Bioland. Fleisch, das unter diesen Siegeln verkauft wird, muss auch echtes Fleisch sein.

Wenn du allerdings auf Nummer sicher gehen möchtest, dann kaufe doch das Grillgut das nächste Mal bei einem Hof oder einem lokalen Metzger/einer lokalen Metzgerin in deiner Nähe. So kannst du dir ganz sicher sein, dass du wirklich Fleisch isst und du weißt außerdem, wo es herkommt.

Grillen Freunde Park Spaß Sommer
Grillen wird dieses Jahr richtig schön gesund. Foto: Foto: istock/alvarez /

Die Lösung: Gesunde Grill-Bratwürstchen

Falls du gar nicht auf Bratwürstchen verzichten kannst, haben wir hier auch eine gesündere Alternative für dich. Es gibt zum Glück eine Lösung für das Separatorenfleisch-Würstchen-Problem: Sie ist vegan, gesund, günstig und zudem auch noch ziemlich köstlich. Eine einfache Möhre kann (mit der richtigen Zubereitung) die Bratwurst ersetzen.

Möhren sind supergesund: Sie enthalten wichtige Ballaststoffe und Mineralien und kommen mit nur 33 kcal pro 100 Gramm daher. Wir zeigen dir, wie du die Möhren-Bratwurst herstellst.

Benötigte Zeit: 1 Tag.

Möhren-Bratwurst

  1. Vortag: Möhren vorbereiten

    Je nachdem, wie viele Bratwürste du brauchst, schälst du deine Möhren am Vortag. Danach packst du sie in die Gefriertruhe.
    Das Wasser in den Zwischenräumen der Zellen tritt während des Gefrierprozesses heraus. Die Möhre bekommt eine neue Struktur.

  2. Möhren auftauen

    Hole die Möhren ein paar Stunden vor dem Grillen aus dem Gefrierschrank. Beim Auftauen sollten sie ganz weich und gummiartig sein.

  3. Marinieren

    Um das richtige Aroma zu bekommen, solltest du deine Möhren richtig würzen. Dafür brauchst du viel Salz, Pfeffer, Paprikapulver und vielleicht ein wenig Bratwurstgewürz. Mische alles zusammen, gib Öl hinzu und lege die Möhren darin ein.

  4. Grillen

    Die marinierten Möhren kannst du nun auf den Grill legen und warten, bis sie braun gebraten sind.

  5. Servieren

    Die fertigen „Bratwürste“ lassen sich sehr gut mit Kartoffelsalat, Coleslaw oder einfach in einem Brötchen verspeisen. Wie echte Bratwürste eben.

Vegane Bratwurst: Geschmack & Konsistenz sind nicht das Gleiche

Diejenigen, die geglaubt haben, dass Grillwürstchen aus Möhren ganz ähnlich schmecken wie Grillwürstchen aus Fleisch, müssen wir schwer enttäuschen: Eine Möhre ist geschmacklich einfach anders als eine Fleischwurst. Auch die Konsistenz ist anders. Allerdings kann man mit dem richtigen Gewürz auch vegane Speisen so zubereiten, dass sie fast wie echtes Fleisch schmecken! Beispielsweise gibt es ein vegane Alternative zu Eiern: Mit ein wenig Tofu und schwarzem Salz schmeckt dein veganes Ei beinahe wie echtes Ei.