Dass die Arktis schmilzt, der Meeresspiegel ansteigt und Überflutungen zunehmen, wissen die meisten. Aber auch die Nahrungsmittelproduktion ist direkt davon betroffen. Die Niederschläge zerstören Ernten, Schädlinge breiten sich aus und Bauern auf der ganzen Welt müssen um ihre Existenz fürchten. Der Klimawandel beeinflusst unsere Ernährung extrem.

Klimawandel & Ernährung: Diese Lebensmittel sind bedroht

Essen ist nicht einfach Essen, sondern Genuss, Einkommensgrundlage und Kultur in einem. Was auf unseren Tellern landet und was in Zukunft als Luxusessen gelten wird, wird sich dennoch ändern. Wir haben fünf Lebensmittel rausgesucht, die schon jetzt vom Klimawandel direkt betroffen sind und zeigen dir, mit welchen Veränderungen du rechnen musst.

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Weizen ist vom Klimawandel stark bedroht. Foto: istock.com/Sasha Samardzija

1. Weizen

Knapp 20 Prozent aller Kalorien, die wir zu uns nehmen, basieren auf Weizen. Doch das Getreide wird knapp. Selbst wenn die Pariser Klimaziele eingehalten werden, müssen wir mit Ernteeinbußen rechnen.

Weizen ist vor allem durch zwei Dinge stark bedroht: Dürre und steigende Kohlenstoffdioxid-Werte. Letzteres schadet nicht nur dem Wachstum, sondern kann auch Auswirkungen auf die enthaltenen Nährstoffe haben. Die Dürre wird bis Ende dieses Jahrhunderts bis zu 60 Prozent der weltweiten Anbauflächen betreffen. Das heutige Risiko für die Anbauflächen liegt dagegen gerade einmal bei 15 Prozent.

2. Kalifornische Mandeln

Der Klimawandel hat auch Einfluss auf gesunde Ernährung. Dabei stehen Kalifornien harte Zeiten bevor. 80 Prozent aller weltweit angebauten Mandeln stammen von dort. Um zu wachsen brauchen Mandeln eine Menge Wasser, das üblicherweise vom schmelzenden Eis der Berge in Sierra Nevada in den Staat fließt. Eis wird von dort aber immer seltener geflossen kommen.

Der letzte Ausweg könnte ein Umzug nach Washington und Oregon sein, die nach 2050 die nötige Temperatur erreicht haben könnten. Ob das klappt, steht noch aus.

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Wein wird in den nächsten Jahren häufiger aus Schottland kommen. Foto: Rostislav_Sedlacek Credit: Foto: Rostislav_Sedlacek

3. Wein

Wein ist gleich fünffach gefährdet. Durch längere Trockenphasen, hohe Temperaturen, unregelmäßige Niederschläge, die verstärkte Strahlungsintensität der Sonne und Treibhausgase.

Dadurch gehen viele Weinreben kaputt und auch der Geschmack wird sich verändern. Mehr Alkohol, weniger Säure. Besonders hart trifft es aber Länder wie Frankreich, die für ihren Weinanbau bekannt sind. Durch die klimatische Verschiebung werden Weinreben Ende des Jahrhunderts am besten in Schottland wachsen.

4. (Hochwertiger) Kaffee

In einer französischen Studie warnten Forscher:innen 2018 davor, dass Klimaextreme die Kaffee-Erträge um 20 Prozent senken könnten. Die Betonung liegt jedoch hier auf „hochwertig“, da andere Studien annehmen, dass die Flächen für Kaffeeanbau insgesamt zunehmen könnten. Das Problem: Die Flächen für hochwertigen Kaffee werden trotzdem schrumpfen.

Ganze 40 Prozent der Anbauflächen in Äthiopien für hochwertigen Kaffee werden im Verlauf des Jahrhunderts wegfallen. Dort macht der Kaffeeexport ein Drittel aller Agrarexporte aus. Kleinbauern verdienen mit normalem Kaffee viel weniger. Sie werden gezwungen umzusteigen und mit industriellen Produktionssystemen zu konkurrieren – die Ernährung dieser Menschen ist durch den Klimawandel in Gefahr.

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Reis ist aus vielen Küchen der Welt nicht wegzudenken. Foto: unsplash | @markuswinkler /

5. Reis

Auch die Erträge von Reis werden stark zurückgehen. Zum einen durch die Erwärmung an sich, zum anderen nehmen die Pflanzen mehr Arsen aus dem Boden auf. Das ist giftig und führt dazu, dass weniger Reiskörner gebildet werden. Auch das wirkt sich negativ auf die Erträge aus.

In Bangladesch führen außerdem Überflutungen dazu, dass der Reisanbau unmöglich wird. In den nächsten 120 Jahren könnten deswegen 200.000 Farmer:innen ihre Arbeit verlieren.

Immerhin: Forscher:innen haben Pflanzen gezüchtet, die sowohl Dürre, als auch Fluten aushalten können.

Klimawandel & Ernährung: Auch die Anbaugebiete ändern sich

Es gibt eine Menge Lebensmittel, die immer seltener auf unseren Tellern landen werden. Darunter leiden vor allem Kleinbauern. Aber es bietet sich auch viel Platz für neue Ideen. Manche Lebensmittel wandern in den Norden. Pfirsiche und Kichererbsen werden beispielsweise mittlerweile in Brandenburg angebaut. Auch, wenn das die Nachteile nicht aufwiegt, darf man weiter gespannt sein, wie sich der Anbau in Zukunft verteilen wird.

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