Veröffentlicht inFood

Erst ab 18: Diese beliebte Süßigkeit sollte nicht frei verkauft werden

Lakritz, Eis oder Schokolade: Welche Süßigkeit magst du am liebsten? Fakt ist: Eine davon sollte eigentlich erst ab 18 verkauft werden dürfen.

Lakritz
Lakritz kann in hohen Mengen der Gesundheit schaden. Foto: Getty Images/Lucie

Süßigkeiten sind bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Ob Kuchen, Kekse oder Schokoriegel: Wer kann da schon widerstehen? Nur bei Lakritz scheiden sich die Geister – entweder man liebt es oder man hasst es. Trotzdem essen jede Woche rund 2,2 Millionen Deutsche ein oder mehrere Stücke Lakritz – auch Kinder. Warum das gefährlich werden kann und weshalb Lakritz eigentlich erst ab 18 verkauft werden sollte.

Lakritz: Das steckt wirklich drin

Obwohl Lakritz frei verkäuflich ist, wurden einige Sorten vor Kurzem auf die Liste der „gefährlichen“ Süßigkeiten geschrieben. Das bedeutet, dass Lakritz nun speziell gekennzeichnet werden muss. Grund dafür: Bestimmte Sorten enthalten eine große Menge Salmiak.

Dabei handelt es sich um den Mineralstoff Ammoniumchlorid. Das seltene Mineral tritt weltweit nur an 110 Orten auf, z. B. in Vulkankratern und deutschen Kohlebergwerken. Es wird als Aromastoff für Lakritze und Salmiakpastillen verwendet. Diese dürfen einen Salmiak-Gehalt bis zu 8 Prozent haben. Alles, was darüber liegt, gilt als Medikament.

Außerdem enthält Lakritz das Glykosid Glycyrrhizin aus der Wurzel der Süßholzpflanze. Es ist für den typischen Geschmack verantwortlich, kann aber gesundheitliche Folgen haben.

Ist Lakritz gesundheitsschädlich?

Bei regelmäßigem Verzehr größerer Mengen an Glycyrrhizin kann es laut des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu „einer Veränderung des Mineralstoffwechsels mit Natriumanreicherungen und Kaliumverlusten“ kommen. So können mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin zu Symptomen wie erhöhtem Blutdruck, Wassereinlagerungen im Gewebe und Muskelschwäche führen.

Auch Salmiak kann in größerer Menge schädlich sein. So beeinflusst es den Ionenhaushalt, was zu Übelkeit, Erbrechen und neuronalen Störungen führen kann. Eine zu hohe Dosis Ammoniumchlorid kann außerdem eine Übersäuerung des Blutes, in Fachkreisen metabolische Azidose genannt, auslösen.

Lakritz
Eine Süßigkeit wird es in Zukunft nur noch mit Warnhinweis geben. Welche das ist, erfährst du hier. Foto: IMAGO / Addictive Stock

Darum braucht Lakritz einen Warnhinweis

Lakritz-Arten mit zu hohem Salmiakgehalt werden deshalb mit einem Hinweis zum Schutz vor Gesundheitsrisiken gekennzeichnet. Diese Regelung legt eine Verordnung der Bundesregierung fest. Ab einem Gehalt vom mehr als 20 Gramm pro Kilogramm an Salmiak (Ammoniumchlorid) wird der Warnhinweis „Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“ verpflichtend.

Liegt der Gehalt von Ammoniumchlorid noch höher (zwischen 44,9 Gramm bis 79,9 Gramm pro Kilogramm), muss der Warnhinweis lauten: „Extra stark, Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz“. Außerdem muss bei einem noch höheren Ammoniumchlorid-Gehalt zusätzlich die Erklärung auf der Verpackung stehen: „Übermäßiger Verzehr kann insbesondere bei Personen mit Nierenerkrankungen die Gesundheit beeinträchtigen.“

Wie viel Lakritz darf man essen?

RTL berichtete bereits davon, dass ein Mann aus Massachusetts an einem Herzstillstand starb, weil er täglich bis zu eineinhalb Tüten Lakritz aß und sich generell ungesund ernährte.

Das BfR empfiehlt, nicht mehr als 100 Milligramm pro Tag Glycyrrhizin zu essen, was etwa 50 Gramm Lakritz entspricht. Schwangere, Menschen mit hohem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes sollten lieber ganz auf Lakritze verzichten oder zumindest den Verzehr stark einschränken. Kinder sollten keinesfalls „Erwachsenenlakritz“ essen.