Um dein Gehirn zu trainieren und zu beanspruchen, reicht bereits ordentliche Alltagsbewegung. Allerdings sind die Effekte durch Sport wesentlich größer. Sport reduziert Stress und macht glücklich. Die gute Laune ist aber bei Weitem nicht der einzige Effekt, den regelmäßiges Training mit sich bringt. Sport soll auch schlauer machen. Was damit gemeint ist und welche Sportarten die Gehirnleistung steigern kann, erklären wir dir hier.

Warum kann Sport die Gehirnleistung steigern?

Bewegung und Sport kann uns nachweislich helfen fokussierter und konzentrierter zu arbeiten. Außerdem können wir uns im Alter besser an Dinge erinnern und sind weiterhin in der Lage schnell Neues zu lernen. Die Gehirnleistung steigt dadurch.

Der Grund: Sport durchblutet das Gehirn, entlastet gleichzeitig das Denkzentrum und lässt die Nervenzellen im Hippocampus, dem Lernzentrum im Gehirn, wachsen. Das bedeutet, dass du dir Sachen besser merken kannst. Dazu wird die Funktion des präfrontalen Cortex verbessert. Das sorgt für mehr Konzentration. Gerade in Klausurenphasen ist eine Runde Joggen am Morgen der beste Start in den Tag.

Welche Sportarten halten das Gehirn fit?

Sport schenkt dir also keine zusätzlichen IQ-Punkte, aber es lässt dich mit maximaler Gehirnkapazität arbeiten. Um Fitness und Gehirnjogging bestmöglich zu verbinden, eignen sich einige Sportarten besser als andere. Wir verraten dir, welche Sportarten dich auch geistig fordern und fördern.

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Kardio-Sport ist alles, was deine Atem- und Herzfrequenz erhöht. Foto: istock.com/ Jacob Ammentorp Lund / Credit: istock.com/ Jacob Ammentorp Lund /

1. Kardio-Training

Jede Sportart, die die Herzfrequenz erhöht, bremst deinen kognitiven Verfall ab. Kardio-Übungen generell liefern dazu den besten Beitrag, da sie das Gehirnvolumen und die graue Substanz vergrößern und dabei helfen, kognitive Funktionen auszuführen. Je intensiver, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Gedächtnis, die Konzentration und die Lernfähigkeit verbessert werden.

Schon nach sechs Wochen intensivem Training hat sich nicht nur deine Stimmung verbessert, sondern zusätzlich auch dein visuell-räumliches Gedächtnis. Du kannst dir also Dinge besser vorstellen und dich leichter orientieren.

Tipp: Durch Crossläufe über unebenen Untergrund trainierst du zusätzlich deine Reaktionsfähigkeit. Wegen herumliegenden Ästen ist dein Körper gezwungen, Signale schneller zu verarbeiten.

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2. Tischtennis

Wer schon einmal ein professionelles Tischtennis-Match gesehen hat, kann sich vorstellen, wie sehr diese Sportart das Gehirn beansprucht. Während man selbst bereits vollkommen damit beansprucht ist, dem Ball zu folgen, müssen die Sportler:innen alles schnellstmöglich wahrnehmen, antizipieren und bestmöglich reagieren.

Reaktionsfähigkeiten sind in allen Sportarten wichtig, müssen aber besonders beim Tischtennis immens ausgeprägt sein. Dabei werden die über die Augen aufgenommenen Signale vom zentralen Nervensystem verarbeitet. Das Signal wird dann vom Gehirn über die Neuronen an die Muskeln weitergeleitet – in Sekundenbruchteilen.

Das Koordinationstraining ist zum Steigern der Gehirnleistung besonders wichtig. Beim Tischtennis wird nicht nur die Reaktionsfähigkeit, sondern alle koordinativen Fähigkeiten gefördert. Dazu gehören auch noch die sensorische Differenzierungsfähigkeit, die räumlich-zeitliche Orientierungsfähigkeit, Rhythmisierungsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit. Koordination ist also Bewegung mit allen Sinnen, das Gehirn sportelt quasi mit.

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Wichtig fürs Gehirn ist beim Tanzen das Lernen von Schritten. Ohne kann es aber auch nicht schaden. Foto: shutterstock/Maria Markevich / Credit: shutterstock/Maria Markevich /

3. Tanzen

Tanzen fordert dein Gehirn ständig heraus, da du neue Schritte lernen, diese merken und umsetzen musst. So entstehen neue neuronale Verbindungen. Laut Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum hilft Tanzen somit, die Aufmerksamkeit, das Erinnerungsvermögen und die geistige Flexibilität zu verbessern. Das alles steigert die Gehirnleistung.

Außerdem macht Tanzen glücklich. Daran hat nicht nur die Musik ihren Anteil, sondern auch die Tatsache, dass du – je nach Tanz – mit Menschen in Kontakt kommst.

Wie oft & wie häufig muss ich Sport machen?

Um die Denkleistung zu steigern, empfehlen Forscher:innen aus Toronto 150 Minuten Training pro Woche. Das sind immerhin zweieinhalb Stunden, also ganz schön viel. Für viele ist das im Alltag kaum machbar. Deswegen gibt es Entwarnung: Auch zehn Minuten pro Tag können bereits die mentale Fitness fördern. Und auch wer keine Lust hat oder seinen Herzschlag nicht wesentlich in die Höhe treiben kann, sollte regelmäßig Spaziergänge in den Tag einplanen. Auch die verlangsamen den geistigen Abbau im Alter.

Wir verraten dir, warum du durch Spazierengehen gesund bleibst.

Trotz des ganzen Sports, sind wir leider nicht davon befreit, uns auch geistig anzustrengen. Sport ist nur eine Stütze. Nach dem Joggen lernt sich dennoch nichts von alleine, wir können lediglich das Potential steigern, unsere Gehirnleistung zu verbessern.

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