Wein gehört für dich zu einem gelungenen Abend beim Italiener dazu und beim Griechen ist der Ouzo obligatorisch? Heute trinkst du nicht, aber ein Radler darf es sein? Solltest du diese Fragen bereits mit einem Ja beantworten, bist du hier genau richtig. Aber auch wenn du nun mit dem Kopf geschüttelt hast, lohnt es sich, dranzubleiben. Hier wartet nämlich ein professioneller Selbsttest auf dich, der dir im Ergebnis verrät, ob du mit deinem Alkoholkonsum besser kürzertreten solltest.

Alkoholkonsum: Zwei Seiten der Medaille

In Deutschland konsumieren 6,7 Millionen Menschen Alkohol in riskanten Mengen. Das heißt, dass sie dadurch gesundheitliche oder psychosoziale Folgen riskieren. Gehörst auch du zu diesen Menschen?

Alkohol ist deutsches Kulturgut und wird weitestgehend als etwas Positives verstanden. Er enthemmt, hebt die Stimmung und nimmt Stress. Die Schattenseiten des Alkohols werden dabei oft übersehen…

Alkohol ist ein Gift, welches im Jahr für 74.000 Todesfälle verantwortlich ist. Alkoholkonsum steht in Zusammenhang mit zahlreichen chronischen Krankheiten wie Krebs oder Lebererkrankungen und nicht zuletzt mit Unfällen. Nicht ohne Grund erklärte der Psychopharmakologe David Nutt Alkohol einst zu der schädlichsten Droge der Welt.

Ungeachtet der Schattenseiten trinken die Deutschen im Jahr pro Kopf im Durchschnitt über 12,9 Liter reinen Alkohol. Das entspricht in etwa 119 Flaschen Weißwein. Im internationalen Vergleich sind die Deutschen damit im oberen Zehntel, wenngleich die Tendenz leicht rückläufig ist.

Übrigens: Ein kritischer Alkoholkonsum bedeutet, dass Frauen mehr als ein Glas und Männer mehr als zwei Gläser Alkohol am Tag an fünf Tagen der Woche konsumieren. Problematisch wird der Konsum, wenn negative Folgen eintreten und eine Abhängigkeit beginnt, wenn man ungeachtet dieser Folgen unverändert weitertrinkt.

Während der Pandemie ändern sich Trinkgewohnheiten

Laut dem OECD-Bericht (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), hat sich der Alkoholkonsum der meisten Menschen während der Pandemie verändert. Während manche ihren Konsum konstant halten, greifen andere nun häufiger und mehr zum Alkohol. Erfahrungen aus früheren Krisen lassen vermuten, dass es kurz- oder mittelfristig zu einer Zunahme problematischen Alkoholkonsums kommen könnte.

Andrea Hardeling ist Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen in Brandenburg und verweist auf erste Studien, die zeigen, dass die Corona-Pandemie vor allem für diejenigen, die schon vorher riskant Drogen konsumiert hätten, die Sucht verschlimmert habe.

Dieser Online-Selbsttest soll aufzeigen, ob man bedenklich trinkt

Ab wann man den eigenen Konsum überdenken sollte, erklärt ein Online-Selbsttest, den man laut Hardeling unbedingt absolvieren sollte. Folgende zehn Fragen finden sich in diesem Test:

  1. Wie oft trinken sie Alkohol?
  2. Wenn Sie Alkohol trinken, wie viele Gläser trinken sie üblicherweise pro Tag?
  3. Wie oft haben sie sechs Gläser Bier, Wein, Schnaps oder sonstigen Alkohol auf einmal getrunken?
  4. Wie oft im letzten Jahr haben Sie den Eindruck gehabt, dass Sie nicht mit aufhören können mit Trinken, wenn Sie einmal damit angefangen haben?
  5. Wie oft im letzten Jahr sind Sie wegen des Trinkens nicht fähig gewesen, das zu erledigen, was normalerweise von Ihnen erwartet wird?
  6. Wie häufig im letzten Jahr haben Sie am Morgen Alkohol getrunken, um wieder in Schwung zu kommen nach ein paar Gläsern zu viel am Abend vorher?
  7. Wie häufig im letzten Jahr haben Sie Schuldgefühle oder Gewissensbisse gehabt wegen Ihres Alkoholkonsums?
  8. Wie häufig im letzten Jahr haben Sie sich nicht an das erinnern können, was in der Nacht vorher passiert ist, weil Sie getrunken haben?
  9. Sind Sie oder jemand anderes im Zusammenhang mit Ihrem Alkoholkonsum körperlich verletzt worden?
  10. Hat ein Verwandter, ein Freund oder ein Arzt Bedenken geäußert wegen Ihres Alkoholkonsums oder Ihnen angeraten, den Konsum einzuschränken?

Nach dem Selbsttest auf der Website erhält man ein Punktescoring und eine klare Empfehlung, ob man mit dem Trinken kürzertreten sollte.

Auch empfiehlt die Expertin, sich kritisch zu fragen, wie schwer einem der Verzicht fallen würde. Wer hierbei bemerkt, dass ein Leben ohne Alkohol unvorstellbar ist, hat die Möglichkeit die Selbsthilfe der Seite in Anspruch nehmen. Weitere Beratungsstellen zum Thema Alkoholprobleme findest du hier.

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