Wir kennen es doch alle – nach dem Mittagsessen geht oftmals gar nichts mehr. Die Konzentration ist weg, die Augenlider schwer und ein Gähnen schließt sich ans andere an. Bei diesen Erscheinungen handelt es sich ums klassische Mittagstief. Wie du es schaffst, dein Mittagstief zu überwinden und produktiv in den Nachmittag startest, erklären wir dir jetzt.

Mittagstief: Was ist das überhaupt?

Wie kommt es überhaupt, dass wir nach dem Mittagessen so unglaublich müde werden? Die Erklärung liegt nahe. Das Essen, dass du zum Mittag zu dir nimmst, muss anschließend natürlich verdaut werden. Dafür braucht dein Körper Energie, die in der Folge an anderer Stelle fehlt – zum Beispiel in deinem Gehirn. Je größer deine Mahlzeit ausfällt, desto länger dauert auch die Verdauung und desto mehr Energie wird benötigt.

Ein weiterer Grund ist ein abfallender Blutzuckerspiegel. Wenn du zu Mittag sehr süß isst, kann es sein, dass dein Blutzuckerspiegel danach rasend schnell in den Keller schießt. Die Folge sind Müdigkeit und noch mehr Hunger.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es zum normalen Biorhythmus gehört, am frühen Nachmittag besonders müde zu sein. Wie du es jedoch schaffst, dein Mittagstief gut zu überwinden, erklären wir dir in fünf Tipps.

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Ein Mittagsschlaf von nur 20 Minuten bewirkt Wunder. Foto: Leszek Glasner /

1. Powernap

Von dem berühmt-berüchtigten Powernap nach dem Essen hast du sicher schon mal gehört. Das wichtigste ist allerdings, dass du ihn richtig machst. Denn bei falscher Ausführung bist du nach dem Powernap noch müder als zuvor. Wichtig ist also nicht länger als maximal 20 Minuten zu schlafen. Stell dir auf jeden Fall einen Wecker und stehe sofort auf, wenn dieser klingelt. Wenn du länger als 20 Minuten schläfst, braucht dein Körper auch länger, um wieder wach zu werden und du bist noch müder als zuvor.

2. Espresso

Wenn du gerne Kaffee trinkst, kannst du nach dem Essen einen Espresso trinken. Der regt zum einen die Verdauung an und beschleunigt diese und macht bekanntermaßen auch wach. Expert:innen raten sogar, vor dem Powernap einen Espresso zu trinken, da dieser etwa 30 Minuten braucht, um seine Wirkung zu entfalten. So wachst du topfit wieder auf.

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Ein Espresso in Kombination mit einem Powernap ist das Wundermittel gegen ein Mittagstief. Foto: TiSanti Getty Images via Canva.com

3. Wasser trinken

Um gar nicht erst unglaublich müde zu werden, solltest du darauf achten, ausreichend Wasser zu trinken. Denn Wasser macht wach – in jeglicher Form. Am besten trinkst du am Tag zwei Liter Wasser, einen Liter am Vormittag und einen am Nachmittag. Wasser regt deinen Kreislauf an und verhindert, dass du in ein tiefes Mittagstief fällst.

4. Spazieren gehen

Wenn du die Erfahrung gemacht hast, nach einem Mittagsschlaf nicht wirklich wieder in die Gänge zu kommen, ist vielleicht ein Spaziergang dein Mittel der Wahl. Spazieren gehen regt zum einen die Verdauung an und die frische Luft macht dich wach. Besonders in großen Büroräumen ist abgestandene Luft häufig an der Tagesordnung. Eine große Portion Sauerstoff tut dann doppelt gut. Wenn du keine Möglichkeit hast, nach dem Essen spazieren zu gehen, solltest also wenigstens lüften und die verbrauchte Luft herauslassen.

5. Das richtige Essen

Wenn du es gar nicht zu einem ausgeprägten Mittagstief kommen lassen möchtest, solltest du zum Mittag eine ausgewogene, leichte Kost zu dir nehmen. Salate, viel Gemüse und Fisch sind Lebensmittel, die dich lange satt halten und gleichzeitig nicht müde machen. Fettiges und süßes Essen hingegen strengen deine Verdauung an und nehmen dir eher Energie, anstatt dass sie welche liefern. Wenn du zum Beispiel auf Kantinen-Essen angewiesen bist, solltest du vielleicht dazu übergehen, dein eigenes Essen vorzukochen und mitzubringen.

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Eine gesunde Ernährung ist essenziell, um ein Mittagstief zu verhindern. Foto: imago images/Westend61

Fazit: Ein Mittagstief muss nicht sein!

Zwar gehört ein Energieabfall am frühen Nachmittag zum normalen Biorhythmus dazu, jedoch muss daraus kein ausgeprägtes Mittagstief werden. Wenn du mit bewussten Maßnahmen dagegen vorgehst und dir beispielsweise ein paar Minuten mehr Zeit für einen Mittagsschlaf nimmst, bist du langfristig leistungsfähiger.

Übrigens: In Japan ist der Mittagsschlaf am Arbeitsplatz nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Laut der japanischen Philosophie zeugt ein Schläfchen am Arbeitsplatz nämlich von harter Arbeit, von der man völlig erschöpft ist. In Deutschland ist dieses Denken noch nicht angekommen, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

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