„Abnehmen“ steht auch dieses Jahr wieder auf der To-Do-Liste vieler Deutscher für das Jahr 2022. Unter den Menschen, die sich zum Jahresbeginn etwas vornehmen, wollen ganze 42 % Gewicht verlieren.

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Abnehmen: Bitte nicht an dieser Körperstelle

Einem Schönheitsideal von dem „perfekten“ schlanken und durchtrainierten Körper nachzueifern ist sehr ermüdend, oft ungesund für die Psyche und in manchen Fällen sogar vollkommen unmöglich.

Wir zeigen dir, was es mit dem Mythos um das kleine Bäuchlein auf sich hat und warum diese Körperstelle das Abnehmen besonders schwer und ungesund ist.

Das kleine Bäuchlein: Eine (Hass-)Liebe

Auf Social Media-Plattformen wie TikTok und Instagram wird das kleine Bäuchlein im Rahmen der Bodypositivity-Bewegung oft und gerne zelebriert. Hier nennen Frauen ihre Fettfalten am Bauch auch liebevoll „Pouch“. Pouch ist der englische Ausdruck für „Beutel“. So nennt man beispielsweise die Beuteltasche eines Kängurus Pouch. Wo Kängurus ihre Kinder mit sich herumtragen, tragen viele Frauen Fett mit sich herum.

Die Liebeserklärungen für den eigenen Bauch sind aber nicht nur ein Teil der Bodypositivity-Bewegung. Viele argumentieren auch, dass man als Frau einen Bauch brauche. Er sei überlebenswichtig und abnehmen sei deshalb eine sehr schlechte Idee.

Ab Bauch abnehmen: Ist er überlebenswichtig?

Dass das kleine Bäuchlein von Frauen also ein Schönheitsmerkmal sein kann, ist damit bewiesen. Doch auf Social Media kursiert auch die Meinung, dass ein „Pouch“ für Frauen überlebensnotwendig sei: Er halte nämlich die Gebärmutter fest und schütze die inneren Organe. Stimmt das?

Der kleine Bauch hat nichts mit der Gebärmutter zutun

Nein, der Grund für deinen kleinen „Pouch“ ist nicht die Gebärmutter, die sich darin befindet. Das bestätigt die Ärztin Dr. Sarah Jarvis „Wenn eine Frau nicht schwanger ist oder Myome hat, was gefährliche Verwachsungen hervorrufen kann, ist es nicht möglich, seinen Uterus im Bauch zu führen. Normalerweise ist die Gebärmutter nur ca. 7 cm lang und befindet sich hinter dem Beckenknochen.“ Das sagte sie bereits im Jahr 2019 gegenüber der britischen Zeitung The Sun.

Gerade wird heiß diskutiert, was tatsächlich hinter einem kleinen Bäuchlein steckt. Foto: Unsplash/Womanizer WOW Tech

Darum haben viele Frauen ein kleines Bäuchlein

Die Influencerin Danae Mercer erklärt in einem Posting aus dem Jahr 2019, warum viele Frauen einen kleinen Bauch haben. Sie sagt: „Der weibliche Körper braucht Fett. Verlangt Fett. Muss Fett haben. Und oftmals sitzt das gesunde, nötige Fett am unten Teil des Bauchs, um die kritischen Organe zu schützen, die sich innen befinden.“

Fazit: Abnehmen am Bauch kannst du dir sparen

Im Klartext: Das kleine Bäuchlein kommt nicht von der Gebärmutter, sondern von dem Fett, dass die Gebärmutter schützen soll. Wie viel Fett sich in der Körpermitte befindet, kommt sehr auf die Veranlagung, Ernährung und die Bewegung an. Das kann je nach Frau sehr variieren. Und das ist total in Ordnung. Oder um es mit den Worten einer Userin zu sagen: „Wir sollten Körper einfach nicht verurteilen. Es ist okay, Bauchfett zu haben. Genauso bedeutet es aber nicht, dass diejenigen, die einen flachen Bauch haben, nicht ihren Uterus ‚beschützen‘.

Auch schlanke Frauen können also ein kleines Bäuchlein haben, das sie trotz gesunder Ernährung und fittem Körper nicht wegbekommen. Am Bauch haben Frauen nun einmal viele Fettzellen, die die Organe schützen sollen. Abnehmen zu wollen ist da oft vertane Liebesmüh.

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