In Deutschland leben in etwa sechs Millionen Vegetarier und eine Million Veganer. Das Ziel ist nicht nur das Ende brutaler Massentierhaltung, sondern auch, sich selbst etwas Gutes zu tun. Gesundheitlich hat Veganismus viele Vor- aber auch Nachteile. Wie bei jedem Verzicht können früher oder später Mangelerscheinungen auftreten. Besonders im Fokus steht dabei Vitamin B12. Kaum ein Veganer weiß nicht, dass das Vitamin fast nur über tierische Lebensmittel aufgenommen werden kann, weshalb es einfach in Pillenform supplementiert wird.

Dabei zeigt eine neue Studie, dass Veganer kein Problem mit Vitamin B12 haben, sondern besonders häufig an einem Jodmangel leiden.

Salat essen frau vegan
Eine vegane Ernährung hilft sogar Profisportlern zu Höchstleistungen. Frei von Mängeln ist sie aber nicht.(Photo: shutterstock.com/Foxys Forest Manufacture)

Veganer leiden besonders am Jodmangel 

Das Studienprojekt des Bundesinstituts für Risikobewertung untersuchte dafür 26 Veganer und 36 Nicht-Veganer zwischen 30 und 6 Jahren.

Die Ergebnisse zeigen Folgendes:

  1. Es konnte kein Unterschied zwischen der Menge an Vitamin B12 im Blut von Veganern und Nicht-Veganern nachgewiesen werden.
  2. Die Mehrzahl der Probanden litt unter einem Jodmangel – ein Drittel der Veganer wies sogar weniger als 20 Mikrogramm pro Liter, also dem von der WHO definierten Grenzwert auf.

Das erste Ergebnis lässt sich auch dadurch erklären, dass ohnehin die meisten Veganer Supplemente zu sich nahmen, die einen Vitamin B12-Mangel verhindern. 

Deutschland hat ein Jod-Problem

Die zweite Entdeckung ist beunruhigender. Immerhin leiden ohnehin 23 % der Deutschen an einem milden Jodmangel. Das Spurenelement ist an Wachstumsprozessen beteiligt, reguliert das Nervensystem, die Schilddrüse und damit auch das Herz-Kreislauf-System. Besonders für Schwangere kann ein Mangel gefährlich werden, da Mangelerscheinungen weitergegeben werden und das Risiko für Fehl- und Totgeburten steigt.

Alge Wakame
Algen enthalten eine Menge Jod.(Photo: shutterstock.com/maramorosz)

Diese Lebensmittel enthalten am meisten Jod

Jod ist vor allem in Fisch und Meeresfrüchten, sowie Milch und Eiern enthalten. Das macht die Sache für Nicht-Veganer einfach, Veganer haben es dagegen extrem schwer. Jod kommt in pflanzlichen Lebensmitteln sehr selten vor. Algen sind sehr jodhaltig, schmecken dafür aber nicht allen und sind zudem sehr teuer. Dasselbe gilt für getrocknete Pilze. Verhältnismäßig viel Jod enthalten auch Brokkoli, Spinat und Champignons. Allerdings wären von Letzteren über ein Kilo fällig, um auf die empfohlene Tagesdosis von 200 Mikrogramm zu kommen.

Eine weitere Möglichkeit ist jodiertes Speisesalz. Das Problem: Nach fünf Gramm pro Tag decken zwar immerhin die Hälfte der empfohlenen Jodzufuhr, dafür ist gleichzeitig auch das Tageslimit an Salz erreicht. Wer also absolut keine Lust hat, Algen in seinen Ernährungsplan zu integrieren, wird um Nahrungsergänzungsmittel kaum herum kommen.

Kein Essen ohne Salz? Wir zeigen dir, welches das gesündeste Salz ist.

Fazit: Die Vorteile überwiegen

Eine vegane Ernährung ist deshalb nicht gleich schlecht. Dass nur Fleisch stark und fit macht, ist längst als Irrtum entlarvt, weswegen mittlerweile viele Hobby- und Profisportler auf eine vegane Ernährung umgestiegen sind. Auch Abnehmwillie profitieren von der fleischlosen Ernährungsform. Wir verraten dir, warum vegan abnehmen so gut funktioniert und mit welchen Apps vegan einkaufen noch einfacher klappt.