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Coronavirus: Warum sind Männer so viel anfälliger als Frauen?

Das Coronavirus breitet sich bei Frauen & Männern ungefähr gleichschnell aus. Aber warum sterben mehr Männer als Frauen daran?

Gleichberechtigung: Mann und Frau halten Hand nackt am Strand
Coronavirus: Darum sind Männer so viel anfälliger als Frauen (Credit: imago images/Westend61)

Laut Robert Koch Institut gibt es in Deutschland bereits 546 nachgewiesene Fälle des Coronavirus (genesene Personen mit eingerechnet). Das sind noch nicht sehr viele. Italien kommt auf 3.800 Infizierte und in Südkorea sind es sogar mehr als 6.000, von China ganz zu schweigen. 

Doch unabhängig von der eigentlichen Zahl der Krankheitsfälle fällt eines ganz sicher auf: Überall sind es mehr Männer als Frauen, die dem Virus erliegen. Was steckt dahinter? 

Männer sterben häufiger als Frauen an Corona

Die Sterblichkeitsrate unter Coronapatienten ist relativ gering. Bei Männern liegt sie bei gut 2,8 %, bei Frauen bei 1,7 %. Man merkt: Die Frauen scheinen das Virus besser zu verpacken als die Männer. Verrückt, oder nicht? Keineswegs.

Forscher und Wissenschaftler sind sich relativ einig darüber, warum das Coronavirus für Männer gefährlicher ist als für Frauen. Es liegt an ihrem schwächeren Immunsystem. Gerade bei Virusinfektionen, die in den Atemwegen anklingen, gibt es Unterschiede der Geschlechter. Während sich beide Geschlechter ähnlich häufig anstecken, sterben Männer eher daran als die Frauen.

Toilettenschild mit den Symbolen von Mann und Frau
Anscheinend gibt es einen Unterschied in der Immunabwehr zwischen Mann und Frau.

Die Abwehrkräfte der Frauen

Offenbar sind Frauen mit einem ungleich besseren Immunsystem ausgestattet. Die genauen Gründe dafür sind auch der Forschung und der Wissenschaft nicht ganz klar. Es gibt jedoch drei Theorien, die das Phänomen zu erklären.

1. Frauen gebären Kinder

Dass die Frau für das Austragen der Babys zuständig ist, hat auch Folgen für ihr Immunsystem. Immerhin muss sie das Kind während der Schwangerschaft vor allem Unheil schützen. Auch in der darauffolgenden Stillzeit sind die Babys darauf angewiesen, dass die Muttermilch mit schützenden Antikörpern versetzt ist. Frauen haben also grundsätzlich die Fähigkeit, diese schützenden Antikörper zu entwickeln. Ob schwanger, stillend oder nicht.

2. Gene & Hormone

Weit weniger laienverständlich ist die These, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen, von dem Männer nur sehr wenig produzieren eine Rolle spielt. Auch die unterschiedliche Verteilung von Chromosomen könnte das Immunsystem beeinflussen. Frauen besitzen bekanntermaßen zwei X-Chromosomen, Männer nur eines. Weist das auf ein stabileres Immunsystem hin?

Mann sitzt auf dem Bett und ist traurig
Männer sind in ihrem Lebensstil unvorsichtiger als Frauen.

3. Männer sind unvorsichtig

Egal, um welchen Lebensbereich es geht: Männer scheinen einfach unbedachter in den Tag hineinzuleben als Frauen und ihre Gesundheit dabei außer Acht zu lassen. Egal, ob sie sich bei der neuesten Internetchallange erst selbst anzünden und dann in einen Pool werfen müssen (wisst ihr noch??

Oder auch, wenn es um Harmloseres wie eine gesunde Ernährung geht. Statistisch essen die deutschen Männer beinahe doppelt so oft Fleisch wie Frauen. In China raucht jeder zweite Mann, aber nur 2 % der Frauen hängen am Glimmstängel. All das sind Faktoren, die das Immunsystem beeinflussen und letztendlich dazu führen könnten, das Coronavirus in einem Körper zu verschlimmern.

Menschenmenge, Comic
Während der Corona-Epidemie sollten Menschenmengen gemieden werden.

Die wenigsten sterben am Coronavirus 

Obwohl es tendenziell mehr Männer sind, die an dem Virus sterben, sollten wir doch auch bei der größten Panikmache einen kühlen Kopf bewahren. Probleme bekommen noch immer vor allem Menschen mit Vorerkrankungen und in einem hohen Alter. 

Dennoch ist es immer ratsam, auf seine Gesundheit zu achten, auch wenn das Coronavirus bald ausgerottet ist. Wie du dich zu Zeiten des Virus verhalten solltest, erfährst du in unserem Corona-Knigge.

Welche Orte man derzeit meiden sollte, haben wir auch für dich recherchiert.