Die Grippesaison steht vor der Tür und bereitet vielen Menschen große Sorgen. Denn die Symptome des Coronavirus von denen einer Grippe zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Hinzu kommt die Vermutung, dass mit Beginn der Grippewelle auch die Ansteckung des Coronavirus zunehmen wird.

Ob die Gefahr besteht & warum der Coronavirus und die Grippe tatsächlich miteinander zusammenhängen, darüber gibt eine Studie Aufschluss.

Der Coronavirus traf bereits auf die letzte Grippewelle

Die ersten Ansteckungen mit dem Coronavirus fanden bereits im letzten Winter statt. Da bedeutet: Der Virus und die Grippewelle trafen bereits aufeinander.

Inwieweit sich die Influenzaviren und der Coronavirus gegenseitig beeinflussen, wurde von dem Mathematiker Matthieu Domenech de Cellès und seinen Wissenschaftlern näher analysiert.

Sie modellierten den Verlauf der Pandemie in Belgien, Norwegen, Italien und Spanien. Denn in diesen Ländern war die Infektionswelle während der ersten Jahreshälfte unterschiedlich stark ausgeprägt.

Mundschutz: Nicht nur in Bus und Bahn ist er seit Corona allgegenwärtig.
Ob die Corona-Ansteckung sich durch die Grippewelle erhöht konnte mithilfe eines mathematischen Modells berechnet werden.(Photo: iStock)

Mithilfe eines mathematischen Modells wurden die ersten Monate der Pandemie betrachtet. Im Fokus standen dabei verschiedenen Szenarien.

  1. Die Grippe verringert die Übertragung des Virus.
  2. Die Grippe beeinflusst die Übertragung nicht.
  3. Die Grippe vergrößert das Ansteckungsrisiko.

Um das Infektionsgeschehen realistisch abzubilden, wurden Krankheitsparameter sowie Gegenmaßnahmen bei der Untersuchung berücksichtigt – dazu gehörten die Ausgangssperre und das Social Distancing.

Die Studie kam hierbei zu einem eindeutigen Ergebnis. Dies verdeutlicht: Die Grippeerkrankungen haben die Sars-CoV-2-Übertragung im Durchschnitt um das 2,5-Fache erhöht. 

Inwieweit bedingen sich Grippe & Corona?

Dabei ist anzumerken, dass die Infektionen nach Ende der Grippewelle im letzten Frühling abnahmen. Nach neusten Erkenntnissen kann diese Abnahme auf das Ende der Grippesaison zurück zuführen sein.

Noch nicht ganz geklärt ist, ob Grippekranke mit höherer Wahrscheinlichkeit Sars-CoV-2 auf andere übertragen oder ob eine Grippeerkrankung Menschen anfälliger für das Virus macht.

Da jedoch bereits nachgewiesen wurde, dass Grippeviren eine vermehrte Herstellung von Rezeptoren bewirken, die das Virus benötigt, um an menschliche Zellen anzudocken, ist letzteres wahrscheinlicher.

Frau und Hund mit Maske
Ergebnis der Studie: Die Corona-Ansteckung & die Grippewelle beeinflussen sich gegenseitig.(Photo: shutterstock.com/Mr. Tempter)

Die Grippewelle wird die Corona-Pandemie negativ beeinflussen

Das zumindest vermuten Forscher nach neusten Erkenntnissen und weisen daher verstärkt auf Grippeimpfungen hin. 

Nach dem Modell ist daher von einer erhöhten Ansteckung auszugehen sowie von einer Verbindung zwischen der Grippewelle und der Ansteckung mit dem Coronavirus.

Fazit: Noch ist kein Ende in Sicht

Laut der Studie werden die Infektionszahlen mit Beginn des Herbstes und der Grippewelle steigen. Sorgen musst du dir deshalb aber nicht machen. Denn bereits jetzt haben sich die Schutzmaßnahmen fest in den Alltag integriert. Warum eine Grippeimpfung dieses Jahr jedoch Sinn machen kann, auch wenn dies noch keine Impfung gegen das Coronavirus ist, das erfährst du hier.

Außerdem findest du hier 3 schnelle Tipps für Psyche & Gesundheit im Corona-Herbst 2020.

Außerdem ist hier nocheinmal erklärt warum Husten ein Symptom des Coronavirus ist & wie du ihn am Klang von dem einer normalen Erkältung unterscheiden kannst.

Du fragst dich wie lange die Maskenpflicht noch gelten wird? Wenn wir Christian Drosten fragen, dauert es noch eine Weile.