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Hustensaft, Schmerztablette & Co.: Welche abgelaufenen Medikamente kann man noch nehmen?

Wer plötzlich krank wird, bedient sich zunächst an der Hausapotheke. Doch sind abgelaufene Medikamente aus dem Vorjahr noch wirksam?

Frau Hustensaft
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Das gehört IMMER in die Hausapotheke für Babys & Kleinkinder

Babys und Kleinkinder werden oft dann krank, wenn kein Kinderarzt (mehr) offen hat. In ernsten Fällen fährt man natürlich das Krankenhaus an. Gegen Infekte, Platz- oder Schürfwunden und andere Wehwehchen hilft eine gut ausgestattete Hausapotheke. Was da immer reingehört, erfahrt ihr hier.

Wen eine Erkältung erwischt hat, der schaut für gewöhnlich erst einmal nach, was die eigene Hausapotheke noch zu bieten hat. Angebrochener Hustensaft, Nasenspray aus dem letzten Jahr, eine halb leere Großpackung Schmerztabletten: Beim Blick auf das Verfallsdatum zeigt sich, dass auch einige abgelaufene Medikamente dabei sind. Kann man sie dennoch nehmen? Eine Expertin klärt auf.

Darf man abgelaufene Medikamente noch nehmen?

Wer ein Medikament einnimmt, das sein Verfallsdatum bereits überschritten hat, handelt auf eigenes Risiko, erklärt Prof. Ulrike Holzgrabe, Seniorprofessorin für Pharmazeutische und Medizinische Chemie an der Uni Würzburg, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Antibiotika

Zwar entstehen meistens keine giftigen Stoffe, so die Expertin. Doch auch die mangelnde Wirksamkeit können zum Problem werden, vor allem bei Antibiotika. „Werden die Erreger aufgrund der durch die Zersetzung verminderten Dosierung ungenügend bekämpft, können sich leicht Resistenzen bilden. Die Patienten werden also nicht nur nicht gesund, sondern haben zudem resistente Keime – dadurch kann die Behandlung noch viel schwieriger werden.“ Gerade Antibiotika sollte daher niemals über das Verfallsdatum hinaus eingenommen werden.

Hustensaft

Bei Flaschen, die Lösungen enthalten, z. B. Hustensaft, kann es zu vielen Abbaureaktionen kommen, sobald diese geöffnet, also Sauerstoff ausgesetzt ist. Der Saft kann, wenn er bereits abgelaufen ist, mikrobiell besiedelt sein, aber auch der Wirkstoff kann sich bereits verabschiedet haben. Das erkennt man beispielsweise daran, dass sich am Boden der Flasche etwas abgesetzt hat.

Daher sollte man immer auf das Verfallsdatum sowie die Angaben, wie lange man das Mittel noch verwenden darf, wenn man es geöffnet hat, achten.

Tabletten

Bei Tabletten hänge die Haltbarkeit auch von der Verpackung ab, so Prof. Holzgrabe. „Aspirin-Tabletten, die nur in einem Röhrchen und nicht verblistert sind, hydrolisieren gerne – das heißt, sie reagieren mit Wasser. Sie stinken dann nach Essigsäure. Wenn man noch ein bisschen wartet, sieht man braune Flecken. Am Ende ist es nur noch eine einzige braune Masse.“ Bei Tabletten im Blister merke man das hingegen nur an der ausbleibenden Wirkung.

Augentropfen

Vor allem von bereits geöffneten Augentropfen geht eine hohe Infektionsgefahr aus. Denn: „Die Besiedlung durch Pilze geht da besonders schnell und ist zudem besonders gefährlich.“

Richtige Lagerung von Medikamenten

Viele Menschen bewahren ihre Medikamente im Badezimmer auf. Dort können sie jedoch schneller verderben, da es dort meistens feucht und warm ist. Dasselbe trifft auf die Küche zu. Die Expertin empfiehlt daher, Medizin im Schlafzimmer aufzubewahren, „das meist kühler ist und wo auch öfter gelüftet wird. Also möglichst kühl, dunkel und trocken lagern.“

Fazit: Abgelaufene Medikamente besser entsorgen

In jedem Fall sollte man also nicht nur auf das Verfallsdatum achten, sondern Medikamente auch richtig lagern, um ihre Haltbarkeit zu gewährleisten. Im Zweifelsfall gilt: Das Medikament lieber entsorgen. Wie du Medikamente richtig entsorgst, erfährst du hier.