Fragt man die Hautexperten auf Social Media nach drei Basics, die jeder besitzen sollte dann ist die Antwort meist: Sonnencreme, Retinol und Vitamin C. Denn diese Beauty-Essentials gelten als die stärksten Waffen für schöne Haut. Wir erklären, warum alle die Wirkung von Retinol so hypen und wie du sie sogar noch verstärken kannst.

Hautcreme Hand
Retinol hilft nicht nur bei Falten, sondern kann auch bei Akne Wunder wirken.(Photo: shutterstock/Pixel-Shot)

Wie wirkt Retinol?

Retinol ist eine Form des Vitamin A, welches die Bildung von gesunden Zellen und somit den Regenerationsprozess der Haut unterstützt. Außerdem schützt Vitamin A als Antioxidans den Körper vor freien Radikalen, die unsere Haut früher altern lassen und zu Falten führen. Diese Eigenschaften machen Retinol zu einem Wundermittel für glatte, geschmeidige und faltenfreie Haut.

Wie das funktioniert? Retinol dringt bis in die Dermis (zweite Hautschicht) vor und neutralisiert dort freie Radikale. Durch diese „Säuberung“ funktioniert die Kollagen- und Elastanproduktion besser. Dadurch können Poren und Fältchen gemindert werden.

In der äußeren Hautschicht sorgen sie dafür, dass alte Hautzellen schneller abtreten und neuen Zellen platz machen. Dadurch wirkt die Haut frischer und gesünder. Außerdem hilft Retinol gegen verstopfte Poren und Akne, da es komedolytisch wirkt (Mitesser auflösend).

Übrigens: Retinol ist nur eine Unterkategorie von Retinoiden und sie wirken alle ähnlich wie Retinol. Lass dich also durch ähnliche Begriffe in der INCI-Liste nicht verunsichern.

Wirkung von Retinol verstärken: Der Mix macht‘s

Retinol alleine kann schon stark sein, aber am besten wirkt es in Kombination. Du solltest auf einen Mix verschiedener Anti-Aging-Wirkstoffe setzen, wenn du alles aus den Beauty-Boostern herausholen willst. Mit diesen Ergänzungen solltest du Retinol kombinieren, um die Wirkung zu verstärken und bessere Ergebnisse zu erzielen:

1. Das Ass gegen freie Radikale: Vitamin E

Vitamin E hat ganz ähnliche Wirkungen auf unsere Haut wie Retinol und sorgt ebenfalls für eine schnelle Zellerneuerung. Außerdem ist auch Vitamin E stark im Kampf gegen Antioxidans und bringt Feuchtigkeit in die oberste Hautschicht. Es wird auch bei der Behandlung von Ekzemen eingesetzt.

Gleichzeitig ist Vitamin E viel schonender als Retinol und hat keine bekannten Nebenwirkungen auf die Haut. Vitamin E ist also ein guter Zusatz mit einer ähnlichen Wirkung wie Retinol. Es verstärkt aber das Retinol nicht zwangsläufig wie eine Studie mit einem anderen Retinoid gezeigt hat.

  • Kombinieren: Du musst nicht, aber kannst Retinol und Vitamin E kombinieren. Etwa als Retninolserum und Vitamin E-Öl. In vielen Cremes sind beide Inhaltsstoffe schon verarbeitet. Vitamin E empfiehlt sich generell gut als Nachtpflege.

Tipp: Vitamin A wird übrigens besser aufgenommen, wenn du eine Creme auf Basis hauteigener Fettsäuren verwendest. Als solcher Fettlieferant gilt Sheabutter, die außerdem viele weitere positive Wirkungen auf deine Haut hat.

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Viatmine wirken am besten im Doppelpack. Foto: imago images/Westend61 /

2. Ebenmäßiges Hautbild: Vitamin C

Auch Vitamin C ist ein Antioxidans und wirkt deshalb genauso wie Vitamin E und Retinol gegen freie Radikale. Dadurch hilft es die Zellerneuerung anzukurbeln und dadurch auch die Kollagen- und Elastanproduktion.

Außerdem gilt es als besonders stark bei Pigmentierungsstörungen und Hautrötungen. Es ist sehr mild, sollte aber von Menschen mit sensibler Haut vorher getestet werden.

  • Kombinieren: Vitamin C, E und Retinol vertragen sich sehr gut und können gleichzeitig genutzt werden. Da Vitamin C die Haut über den Tag besonders gut unterstützt ist aber auch eine Anwendung am Morgen empfehlenswert.
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Antioxidans helfen deiner Haut sich tagsüber besser zu schützen. Foto: istock/NeonShot /

3. Gegen Hautalterung: Q10

Auch Q10 ist ein Antioxidans, welches natürlich in unserem Körper vorkommt. Es ist also unser hauseigenes Schutzschild gegen Umwelteinflüsse. In einem Interview mit Byrdie erklärt eine Dermatologin, dass wir in jungen Jahren genügend Q10 haben, um unsere Haut zu versorgen. Die Anzahl allerdings schon ab 20 Jahren sinkt.

  • Kombinieren: Q10 verträgt sich sehr gut mit anderen Stoffen, in besonders Vitamin C und kann mit allen hier genannten Helfern kombiniert werden. Generell kann Q10 mehrmals täglich aufgetragen werden.

4. Für mehr Feuchtigkeit: Hyaluron und Ceramide

Retinol ebnet den Weg für Feuchtigkeitsspender tief in die Haut einzudringen. Deshalb macht es Sinn beides zu kombinieren. Für einen Soforteffekt ist Hyaluronsäure ein absolutes Must-Have.

Ceramide hingegen sind hauteigene Fette, sie sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit da bleibt, wo sie hingehört. Beide Stoffe kommen natürlich in unserem Körper vor, stagnieren aber im Alter.

  • Kombinieren: Auch hier empfiehlt sich direkte Kombination mit Retinol. Du kannst zum Beispiel Hyaluronessenzen unter deinem Retinolserum auftragen oder auf eine Kombicreme setzen.

Wie solltest du Retinol verwenden?

Die meisten beginnen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren mit der Anwendung. Allerdings spricht nichts dagegen schon in den 20ern damit zu starten. Gerade bei kleinen Sonnenflecken, Akne, großen Poren oder gegen erste Fältchen kann Retinol schon früher helfen.

Retinol hat einen Langzeiteffekt auf unsere Haut, weshalb du langsam und mit geringer Konzentration starten solltest. Es reicht wenn du Creme als Anfänger:in zweimal pro Woche aufträgst. Retinol braucht seine Zeit. Die ersten Erfolge wirst du frühestens nach drei Monaten erkennen.

Merke:

  • Empfehlung ab 20 Jahre (früher nur in Absprache mit Ärzt:in)
  • Retinol abends auftragen
  • tagsüber Sonnenschutz tragen
  • Wirkung von Retinol nach ca. 3 Monaten sichtbar
  • mit geringer Dosierung starten
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Deine Haut reagiert durch Retinol empfindlicher auf Sonne.(Photo: pexels/Alexander Stemplewski)

Vorsicht: Retinol birgt Nebenwirkungen

Bei Retinol gilt: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Während kleine Hautirritationen und Trockenheit unbedenklich sind und nach 3 – 4 Tagen verschwunden sein sollten, können hoch konzentrierte Kosmetika zu Entzündungen, Rötungen und brennender Haut führen. Deshalb solltest du Retinol nicht zu großflächig auftragen. Schwangere, oder Menschen mit Anfälligkeiten für Hautausschlag oder Rosazea sollten du Retinol-Produkte meiden.

Normal ist dagegen die erhöhte Sonnenempfindlichkeit bei der Nutzung von Retinol. Deswegen solltest du es am Abend verwenden und tagsüber immer einen Lichtschutzfaktor tragen.

Tipp: Sollte deine Haut an vielen Stellen empfindlich sein, ist Retinol-Ester eine sanfte Alternative. Auch eine mit Ceramid angereicherte Feuchtigkeitscreme kann vor der Anwendung helfen.

Fazit: Retinol am besten im Doppelpack

Oder lieber ganz im Mix mit anderen Vitaminen, denn so kommt die Wirkung noch besser in deiner Haut an.

Seit kurzer Zeit wird immer häufiger ein Retinol-Ersatz genutzt, der genauso wirksam, aber besser verträglich sein soll. Was Bakuchiol genau ist und ob es einen Vergleich mit Retinol standhält, erfährst du hier.