Selbstbräuner haben ihre Hochzeit genau jetzt, wenn wir uns mit unseren käseweißen Beinchen das erste Mal unter die Sonne setzen und merken, dass der letzte Strandurlaub doch schon ein halbes Jahr zurückliegt. Selbstbräuner boomen, denn sie sind viel schonender als ein Gang ins Solarium oder übermäßiges Sonnenbaden. Oder etwa doch nicht? So schädlich ist Selbstbräuner wirklich.

Ist Selbstbräuner schädlich: der Faktencheck

Normalerweise werden wir braun, weil die UV-Strahlen auf unserer Haut dafür sorgen, dass Melanin hergestellt wird. Selbstbräuner ruft eine ähnliche Reaktion durch Chemikalien hervor: Dihydroxyacteon (DHA) reagiert mit unserer obersten Hautschicht und stellt Melanoide her.

Während Melanin in den tieferen Hautschichten gebildet wird, sind die Melanoide nur auf der ersten Hautschicht und sehen deshalb künstlicher aus. Außerdem bilden Melanoide nicht wie Melatonin eine schützende UV-Schicht.

Das DHA an sich ist nicht schädlich. Allerdings wird bei der Reaktion auf der Haut Formaldehyd freigesetzt. Das Bundesamt für Risikobewertung hat diesen Stoff in der Atemluft bereits als krebserregend eingestuft. In Kosmetika sind die schädlichen Inhaltsstoffe noch bis zu einem Anteil von 0,2 % erlaubt.

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Selbstbräuner mit DHA zaubert dir schnelle Bräune, aber ist ungesund & kann Allergien hervorrufen.(Photo: redchanka)

Wie schlimm ist Formaldehyd im Selbstbräuner?

Wie bei vielen krebserregenden Stoffen kann man nicht eindeutig sagen, ob ein regelmäßiger Konsum von sehr geringen Mengen tatsächlich Auslöser für Krebs sein kann. Tatsache ist aber, dass Formaldehyd starke Kontaktallergien auslösen kann und schon allein deshalb gemieden werden sollte.

Außerdem problematisch ist, dass das DHA in der Tube schnell reagiert und zum Beispiel bei heißer Lagerung oder nach dem Verfallsdatum mehr Formaldehyd enthält. Deshalb solltest du bei Selbstbräuner immer diese Tipps beachten:

  • Nutze Selbstbräuner nie über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus.
  • Lagere deine Tube dunkel und kühl.

Wie erkenne ich DHA & Formaldehyd in meinem Selbstbräuner?

Formaldehyd ist nicht auf der Tube ausgezeichnet, da ein Anteil von weniger als 0,05 % nicht deklarationspflichtig ist. Der Verbraucher weiß also gar nicht, in welchen Selbstbräunern Formaldehyd steckt und in welchen nicht. Es bleibt also nur das DHA als Kennzeichnung.

Leider nutzen sogar Naturkosmetikhersteller diesen Stoff. Ein Naturkosmetik-Siegel schützt also nicht vor dem DHA, das ergab eine Untersuchung von Ökotest, die in 15 von 19 Selbstbräunern DHA fand. 

Achtung: Auch in normalen, nicht als Selbstbräuner ausgezeichneten Cremes kann DHA stecken.

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Selbstbräuner schützt deine Haut nicht vorm Sonnenbaden. Nutze immer Sonnencreme mit hohem LSF.

Gibt es eine Alternative?

Ja. Anstatt DHA kann man auch Erythrulose nutzen. Der Zucker wird durch fermentierte Pflanzen gewonnen und färbt deine Haut viel gleichmäßiger als DHA. Dafür dauert es auch länger und man braucht mehrere Anwendungen, um Resultate zu sehen.

Bisher gibt es aber nur wenige Hersteller, die auf diesen Inhaltsstoff setzen wie Melvita (Prosun Selbstbräuner) oder Sanct Bernard (Selbstbräungscreme). Viele Firmen mischen beide Stoffe für das beste Ergebnis.

Sollte man Selbstbräuner also noch nutzen?

Diese Frage musst du für dich selbst beantworten. Wenn du es weiterhin machen möchtest, solltest du auf jeden Fall Lagerung und Haltbarkeit beachten. Auf Nummer sicher gehst du mit Erythrulose, auch wenn diese Cremes etwas teurer sind.

Wenn du einen kleinen Selbstbräuner-Unfall hattest und ihn entfernen willst, dann haben wir hier die besten Tipps. Oder du gehst ganz altmodisch Sonnenbaden. Achte dabei aber auf Sonnencreme ohne Nanopartikel