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Diesen Beauty-Trend für deine Vulva solltest du nicht mitmachen 

Die Beauty-Industrie entwickelt immer mehr Masken, Cremes und sogar Anti-Aging-Produkte für den weiblichen Intimbereich. Warum die Anwendung deiner Vulva mehr schadet als nützt. 

Beauty-Trend Vulva
Die Beauty-Trends für die Vulva schaden eher als dass sie nützen. Foto: Getty Images/ Ildar Abulkhanov

Von klein auf wurde mir beigebracht, dass ich meine Vulva bloß nicht mit irgendwelchen Lotionen oder Cremes reinigen sollte. Und auch aus Sicht meiner Gynäkologin reicht es, den Intimbereich nur mit warmem Wasser zu reinigen, alles andere könnte Infektionen fördern. Welche Beauty-Trends für die Vulva wir daher lieber sein lassen sollten und warum wir damit unseren Intimbereich schaden können, erfährst du in diesem Artikel. 

Beauty-Trend für die Vulva: So gefährlich kann es werden 

Egal, ob Schamlippen-Verkleinerungen oder Vaginal-Verengungen: Chirurgische c sind in den letzten Jahren so beliebt wie noch nie! Dahinter stecken nicht immer nur medizinische Gründe, wie beispielsweise das schmerzhafte Reiben durch zu große Schamlippen, sondern immer öfter optische Gründe. So hat die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie bekannt gegeben, dass die Schamlippen-Korrektur sowie die Vaginal-Verengung und die Hymen-Rekonstruktion, also das Wiederherstellen des Jungfernhäutchens, einer der häufigsten Eingriffe im weiblichen Intimbereich sind. 

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Schönheitsgriffe im Intimbereich sind immer häufiger. Foto: IMAGO / Westend61

Dass das Geschäft mit der Vulva boomt, weiß auch die Beauty-Industrie und so bieten immer mehr Marken, Produkte für den Intimbereich an, ohne sich dafür unter das Messer legen zu müssen. In den Geschäften und im Internet findet man eine Vielzahl von Cremes, Masken sowie Pflegeöle und Waschgele. Das Versprechen? Ein zarter und geschmeidiger Intimbereich, der die Vulva nicht nur jünger aussehen lässt, sondern auch die Poren reinigt und das Einwachsen der Haare verhindert. 

Während die Kassen in der Schönheitschirurgie und in der Kosmetik-Branche nur so klingeln, stehen Hautärzt:innen und Gynäkolog:innen dem Trend eher skeptisch gegenüber. Der Grund: die Förderung der Infektionen, die vor allem mit den Beauty-Produkten einhergeht. Die Hautärztin Dr. Uta Schlossberger warnt sogar davor, sich solche Produkte anzuschaffen.

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„Der weibliche Intimbereich ist sehr empfindlich und leicht reizbar. Hier mit verschiedenen Produkten zu hantieren, die möglicherweise Duftstoffe-, Konservierungsmittel und Farbstoffe enthalten, kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen und ihre natürliche Abwehr gegen krankmachende Erreger schwächen.“  Weiter geht aus dem Bericht von t-online hervor, dass Schlossberger auch vor möglichen Folgen solcher Pflege-Experimente warnt. Diese sind laut der Hautärztin: 

  • Rötungen 
  • Schwellungen 
  • Juckreiz 
  • Trockenheit 
  • Infektionen 

Wellness für den Intimbereich: Das empfehlen Gynäkolog:innen 

Wie mir bereits als kleines Kind beigebracht wurde, empfehlen auch Gynäkolog:innen wie Dr. Christian Albring das Waschen mit warmem Wasser. „So wird die natürliche Abwehr der Scheidenflora am besten geschützt. Spezielle Reinigungs- und Pflegeprodukte braucht es nicht“, so Albring in dem Bericht von t-online. Dennoch gibt es viele Frauen, die sich im Intimbereich nicht wohlfühlen, wenn sie „nur“ warmes Wasser benutzen. Gibt es dafür eine Lösung? 

Falls das warme Wasser allein nicht ausreicht, kann man laut Albring auch zu Schaum und Cremes greifen. Mit einer Ausnahme: Sie müssen seifenfrei und auf den pH-Wert des Intimbereichs abgestimmt sein. Außerdem sollte die Reinigung mit dem Schaum, nur den äußeren Bereich betreffen.  

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Das Waschen mit warmen Wasser reicht vollkommen aus. Foto: Unsplash

Vorsicht ist geboten bei Produkten mit Duftstoffen. Diese können im schlimmsten Fall nämlich Infektionen verursachen und den pH-Wert aus dem Gleichgewicht bringen. Die Folge: eine bakterielle Scheidenflora oder Scheidenpilz. Solltest du an diesen Symptomen leiden, empfiehlt es sich deinen Gynäkolog:in aufzusuchen: 

  • veränderter Ausfluss 
  • Rötungen 
  • Schwellungen 
  • Brennen 
  • Jucken 
  • Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex 

Nicht nur Beauty-Produkte enthalten die gefährlichen Duftstoffe 

Um sicherzugehen, dass dein Intimbereich nicht mit gefährlichen Duft- oder Farbstoffen in Berührung kommt, solltest du nicht nur auf Beauty-Produkte achten. Denn die Stoffe, die zu Infektionen führen können, finden sich auch in alltäglichen Dingen wieder. Dazu gehören: 

  • Binden 
  • Slipeinlagen 
  • Toilettenpapier 

Achte daher immer genau darauf, welche Produkte du dir kaufst, um deinen Intimbereich nicht unnötig zu reizen und dir im schlimmsten Fall sogar eine Infektion zu holen.